Forschungsprojekt „Kosid“

Uni und Polizei feilen an Sicherheitskonzept für den Döppersberg

+
Im Projekt „Kosid“ soll geprüft werden, wie der Döppersberg in Elberfeld ein attraktiver Aufenthalts- und Durchgangsort bleiben kann. 

WUPPERTAL Wie der umgestaltete Platz in Elberfeld attraktiv bleibt, wird nun im Projekt „Kosid“ erforscht.

Von Katharina Rüth

Wie kann der neue Döppersberg dauerhaft ein attraktiver Aufenthalts- und Durchgangsort bleiben? Dieser Frage widmet sich das dreijährige Forschungsprojekt „Kosid“. Der Name steht für „Kooperation Sicherheit Innenstadt/Döppersberg“. In einer Podiumsrunde im Rathaus Elberfeld stellten NRW-Innenminister Herbert Reul sowie Vertreter von Stadt, Polizei und Uni das Vorhaben vor.

DAS PROJEKT „KOSID“

HINTERGRUND Das Projekt hat eine Laufzeit bis März 2022. Es stehen 270 000 Euro zur Verfügung. Beteiligt sind die Bergische Uni, die Stadt, die Polizei, die Bundespolizei, die Stadtwerke, die Bahn, die IHK, die Werbegemeinschaft IG1, die Diakonie Soziale Teilhabe und der Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe.

Tim Lukas, Leiter des Forschungsprojekts, betonte, dass am Döppersberg ein ganz neuer Stadtraum entstanden ist. Die Entwicklung eines entsprechenden Sicherheitskonzepts zu begleiten, sei eine „spannende Aufgabe“. Die Uni wird Gespräche zwischen Polizei, Bundespolizei, Ordnungsdienst und Bahn, aber auch Einzelhändlern, Drogen- und Obdachlosenhilfe moderieren. Gemeinsam sollen Maßnahmen entwickelt und ihre Wirkung untersucht werden. Gleichzeitig wird die Uni die Bürger einbeziehen. Sie sollen schildern, welche Erfahrungen sie auf dem Döppersberg machen und wie sie die Sicherheit dort empfinden. Dazu wird es im Herbst eine schriftliche Befragung per Post geben. Außerdem sind Workshops geplant. „Dieser Prozess soll in einen Masterplan münden“, erklärte Lukas. Dieser könnte auch Vorbild für andere Städte sein. Koordiniert wird die Zusammenarbeit von dem Soziologen Moritz Quel, der schon in einem anderen Projekt die Entwicklung der Bahnhofsviertel in Düsseldorf, Leipzig und München erforscht hat.

Polizeipräsident: Bedürfnis nach Sicherheit erlebt eine Renaissance

Tim Lukas betonte, es gehe darum, eine Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen zu erreichen: „Das ist die größte Herausforderung.“ Es habe sich zum Beispiel gezeigt, dass die Vertreibung von Menschen aus der Drogen- und Trinkerszene zu Konflikten an anderer Stelle führten. Gute Erfahrungen gebe es mit der „Belebung“ von Plätzen.

NRW-Innenminister Herbert Reul lobte den neuen Döppersberg als „sensationelle Entwicklung“, die eine „Riesenchance“ für die Stadt sei. Er verwies darauf, dass trotz sinkender Kriminalitätszahlen das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit gestiegen sei. Dabei helfe die Präsenz von Polizisten in Uniform, aber auch die Belebung von Plätzen.

Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) betonte, das Eingangstor zur Stadt „soll sicher sein“. Man wolle alles dafür tun, dass dies objektiv und subjektiv erreicht werde. Er freue sich über die wissenschaftliche Unterstützung, die auch helfen werde, mehr Menschen zu engagieren: „Wir brauchen mehr Sozialarbeiter und Streetworker.“

Polizeipräsident Markus Röhrl bestätigte, dass das Bedürfnis nach Sicherheit allgemein eine Renaissance erlebe. Gerade Bahnhöfe würden häufig als Angsträume erlebt. Präsenz der Polizei helfe da, deshalb werde die Polizei weiterhin viel auf der Straße sein – ansprechbar für die Bürger, aber auch „mit einem wachen Auge“, um gegebenenfalls einschreiten zu können.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bus brennt komplett aus in Remscheid
Bus brennt komplett aus in Remscheid
Adventsrätsel: Wie gut kennen Sie Solingen?
Adventsrätsel: Wie gut kennen Sie Solingen?
25-Jähriger gesteht Kindesmissbrauch
25-Jähriger gesteht Kindesmissbrauch
Lichtscheid: Umbau ab Frühjahr 2020
Lichtscheid: Umbau ab Frühjahr 2020

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren