Streit

DOC: Investor regt Gipfeltreffen an

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Henning Balzer vom DOC-Investor McArtherGlen – hier im Gespräch mit Lenneper Bürgern – regt eine gemeinsame Gesprächsrunde mit den Remscheidern und Wuppertalern an. 

REMSCHEID McArthurGlen will die Politiker in Wuppertal von einem Klageverzicht überzeugen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Bei einer Art Gipfeltreffen soll es noch einmal um einen Klageverzicht der Stadt Wuppertal gegen das Designer Outlet Center (DOC) in Lennep gehen. Gary Bond und Henning Balzer vom DOC-Investor McArthurGlen haben sich mit einem Brief an die Ratsfraktionen der Nachbarstadt gewandt. Darin regen sie eine gemeinsame Gesprächsrunde an, an der auch die Verwaltungsspitzen aus Remscheid und Wuppertal teilnehmen. Zwischen ihnen herrschen wegen der Klagen gegen das DOC erhebliche Differenzen.

Bei der Gesprächsrunde geht es um das „finale Angebot“ von McArthurGlen, bei dem geplante Verkaufsflächen für einzelne Sortimente, wie Sportbekleidung oder Lederwaren, reduziert wurden. Damit soll der Handel in Wuppertal vor Umsatzverlusten bewahrt werden. Dieses Verhandlungsergebnis sei von der dortigen Verwaltungsspitze zunächst anerkannt worden, erklärte Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz.

Wuppertaler Politiker sprechen von Abwägungsentscheidung

Eine Nacht später sei er aber aus der Nachbarstadt mit der Nachricht konfrontiert worden, dass diese Vereinbarung nicht gelte. Die Wuppertaler Rathausspitze empfahl dem Stadtrat stattdessen, zunächst nicht auf die juristischen Schritte gegen das DOC zu verzichten. Die Einigung zum Klageverzicht war vom Tisch. Ein breites Bündnis von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler im Wuppertaler Rat signalisierte hingegen zuletzt für das 165 Millionen teure Großprojekt Entgegenkommen. Einen Klageverzicht gelte es, schnellstmöglich vorzubereiten. Dennoch sprechen die Politiker von einer „Abwägungsentscheidung“. Dazu sollten die Wuppertaler Einzelhändler befragt werden. Die dortige Stadtverwaltung soll bei ihnen ein „belastbares und repräsentatives Meinungsbild“ ermitteln, fordern Politiker.

OB Mast-Weisz begrüßt, dass ihr Antrag „einen anderen Tenor“ habe als die strikte Haltung der Wuppertaler Verwaltungsspitze. Wenig zielführend sei aber die Frage, wie sich einzelne Geschäftsleute beim Thema DOC positionieren. Sowohl Handelsverband als auch Industrie- und Handelskammer haben sich klar für das DOC ausgesprochen.

Rückenwind erhält das Projekt, mit dem die Schaffung von 800 Arbeitsplätzen verbunden sein soll, auch von den drei bergischen Wirtschaftsjuniorenkreisen Remscheid, Wuppertal und Solingen. „Eine weitere Verlängerung der Verhandlungen würde nicht nur weitere Kosten mit sich ziehen, auch könnten der Ruf und die Kooperation des Städtedreiecks untereinander leiden“, so Patricia Knauf-Varnhorst, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren (Wijus) in Wuppertal. „Unser Blick gilt vor allem der Wirtschaft, denn weitere Verzögerungen könnten andere Investoren von einem Investment ins Bergische abschrecken. Vor diesem Hintergrund hoffen wir, dass eine zeitnahe Einigung gefunden wird“, sagt Friedrich Mahnert, Kreissprecher der Wijus in Remscheid. Anne Bölling, Wiju-Kreissprecherin in Solingen, warnte, dass es zu einem nachhaltigen Bruch der Kooperation der drei Städte und in letzter Konsequenz zum Ende der bergischen Zusammenarbeit kommen könne.

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