Dieter Falk probt mit Chor im Internet

Zum Start Anfang März kamen sie noch zusammen – ab sofort proben sie online mit tausenden Sängern: Dieter (links) und Paul Falk sowie Marie Wegner, die einen der Soloparts übernehmen wird. Foto: H.J. Bauer/epd
+
Zum Start Anfang März kamen sie noch zusammen – ab sofort proben sie online mit tausenden Sängern: Dieter (links) und Paul Falk sowie Marie Wegner, die einen der Soloparts übernehmen wird. Foto: H.J. Bauer/epd

Wegen der Corona-Krise startet das Projekt Bethlehem jetzt digital. Jeder, der Lust hat, kann von zu Hause aus mitmachen.

Von Dieter Sieckmeyer

Düsseldorf. „Leute, es gibt wieder was zu singen“, gab sich Dieter Falk zum Startschuss seines neuen Großprojektes im vergangenen Jahr ganz locker. Am 5. Dezember soll das neue Musical „Bethlehem“ im Dome uraufgeführt werden. Im März sollten die Proben mit 2500 Sängern in die heiße Phase gehen. „Aber in den vergangenen Tagen ist mit klar geworden, dass bis auf Weiteres keine Chorproben stattfinden werden“, erklärte der Komponist und Produzent. Zusammen mit dem Weltbild-Verlag und weiteren Partnern ist Falk jetzt auf die Idee gekommen, die Proben ins Internet zu verlagern.

Mitmachen können nicht nur die Sänger, die bereits angemeldet sind, sondern alle, die gerade zu Hause Langeweile haben. „Das Ganze ist zunächst eine Art Experiment“, erklärt Falk die Idee. Unter Motto „Singen zu Hause“ können sich alle anmelden, die Lust haben, daran teilzunehmen.

Am Freitag findet die zweite virtuelle Probe statt

Auf Facebook und Instagram fand nun die erste virtuelle Chorprobe statt – und am morgigen Freitag geht es weiter: Um 19.30 Uhr steht die zweite virtuelle Probe auf dem Programm. Die Noten für die Refrains können sich alle Interessierten kostenlos herunterladen. Das letzte Lied sollen die Sänger dann selbst bearbeiten und mit ihrer eigenen Stimme zurück schicken.

Für den Wahl-Düsseldorfer soll die digitale Chorprobe auch ein Angebot für alle sein, die zurzeit zu Hause sitzen und sich ein bisschen Abwechslung wünschen. Dass das Netz zusammenbricht, wenn zu viele Sangesfreudige mitmachen, befürchtet Falk nicht: „Auch Coldplay haben Live-Streams mit Hunderttausenden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es technische Probleme gibt.“

Mit „Die zehn Gebote“ und „Luther“ hat Dieter Falk zusammen mit Michael Kunze schon zwei Großprojekte gestemmt. „Rund 50 000 Menschen haben in den Chören mitgesungen.“ Falk ist davon überzeugt, dass die erfolgreichen Projekte dazu beigetragen haben, dass gemeinsames Singen sich inzwischen zu einer Trend-Freizeitbeschäftigung entwickelt hat: „Viele Chöre sind auch nach der Teilnahme an dem Event gewachsen und haben neue Mitglieder gewonnen.“

Die Heiligen Drei Könige sind eigentlich Wissenschaftler

„Bethlehem“ soll dem Publikum über religiöse Grenzen hinweg etwas von der Botschaft der Weihnachtsgeschichte vermitteln. „Es gibt sehr viele Bezüge zur Gegenwart. Das beginnt damit, dass Menschen ein Zuhause suchen“, erzählt Dieter Falk zu den Hintergründen.

Zusammen mit Michael Kunze will er Fragen stellen, was die Geschichte aus heutiger Sicht zu sagen hat. Kunze: „Da sind zum Beispiel die Heiligen Drei Könige. Die sind ja gar keine Könige, es sind Weise, Wissenschaftler also.“ Die werden als Gelehrte deutlich machen, wie sie mit dem Unerklärlichen umgehen. Die Zuschauer begegnen Herodes, der um seine Macht kämpft, die aber nichts wert ist. Und Flüchtlingen, die niemand haben will. So entstehen viele Bezüge in die Gegenwart.

Im Mittelpunkt das Zusammenspiel der 2500 Chorsänger mit den zwölf Solisten auf der Bühne stehen. Die Künstler werden die Fragen stellen und der Chor soll die Antworten geben. Das sei die typische Form eines Oratoriums, so Falk. Die Solo-Parts übernehmen professionelle Musicaldarsteller wie Marie Wegner.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

RB 48 fällt auf einem Streckenabschnitt aus
RB 48 fällt auf einem Streckenabschnitt aus
Neun Wuppertaler sind infiziert
Neun Wuppertaler sind infiziert
Schwebebahn steht bis Sommer 2021 an Werktagen still
Schwebebahn steht bis Sommer 2021 an Werktagen still
Wuppertal bekommt für 17 Tage einen Freizeitpark am Stadion am Zoo
Wuppertal bekommt für 17 Tage einen Freizeitpark am Stadion am Zoo

Kommentare