Vandalismus

Diebe schädigen Museumsbahn erneut

Jörg Rudat vom Verein Bergische Museumsbahnen (BMB) zeigt ein Stück der Oberleitung, die von den Dieben abmontiert wurde und schon zum Abtransport bereitlag. Foto: Andreas Fischer
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Jörg Rudat vom Verein Bergische Museumsbahnen (BMB) zeigt ein Stück der Oberleitung, die von den Dieben abmontiert wurde und schon zum Abtransport bereitlag.

Zeugen verhindern wohl Schlimmeres. Verein schätzt die Reparaturkosten auf 50 000 Euro. Abgeordneter will helfen.

Von Eike Rüdebusch und Björn Boch

Wuppertal. Der Schrecken nimmt kein Ende für den Trägerverein Bergische Museumsbahnen (BMB): Am späten Sonntagabend hatten Zeugen gegen 23.20 Uhr die Polizei gerufen, weil sie beobachtet hatten, wie sich Metalldiebe erneut an den Oberleitungen der historischen Bahnlinie zu schaffen machten.

Als die Polizei eintraf, waren die Diebe bereits weg – die Beute allerdings noch da. Die Oberleitungen lagen zum Abtransport neben den Gleisen bereit. „Anscheinend mussten die Täter aufgeben“, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand. Gefasst werden konnten sie aber nicht. Die Ermittlungen laufen.

Die Polizei beziffert den Schaden nach einer ersten Schätzung auf etwa 20 000 Euro. Nach einer Besichtigung des Tatorts gestern Mittag sagte Jörg Rudat aus dem Vorstand des Vereins, dass er glaube, der Schaden liege beinahe so hoch wie bei dem Diebstahl zuvor im November. Damals musste der Verein Reparaturen von rund 50 000 Euro finanzieren.

„Eine Versicherung übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten.“ 

Jörg Rudat vom Vorstand des Vereins Bergische Museumsbahnen

Seine Einschätzung beruht darauf, dass dieses Mal nicht nur die Leitungen an sich beschädigt seien, sondern auch ein erheblicher Teil der Streckenausrüstung. So seien Masten, Isolatoren und Ausleger auf einer Strecke von 650 Metern mitbeschädigt worden. Auf 350 Metern davon wurde der Kupferdraht abgeschnitten. Der betroffene Streckenabschnitt liegt im Kaltenbachtal zwischen den Haltestellen Friedrichshammer und Petrikshammer.

Schon im November wurde die Bahn Opfer von Metalldieben.

Dort ist die Aufhängung der Leitung überdies eine andere als an dem Streckenabschnitt, der beim vergangenen Raub beschädigt worden ist. „Hier haben wir eine andere Aufhängung, die leider nicht ganz so einfach ist“, sagte Rudat.  Für den Verein ist der erneute Schaden innerhalb von zwei Monaten eine Katastrophe. Der vergangene Schaden konnte schon nur mit Hilfe von Bürgern, Firmen und den Stadtwerken behoben werden. Jetzt muss der Verein schon wieder um Spenden und Hilfe bitten.' „Wir müssen die Leitung bei einem Kabelwerk austauschen, Angebote von Firmen zur Aufhängung einholen und Ersatz für das Kleinmaterial aufbringen“, fasste Rudat zusammen, was jetzt ansteht. Eine Versicherung für die Kupferleitungen sei für den Verein nicht bezahlbar, sagte Rudat: „Das übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten.“

VEREIN

GRÜNDUNG Der Verein Bergische Museumsbahnen wurde 1969 kurz vor der Stilllegung der letzten Wuppertaler Meterspur-Straßenbahnlinien gegründet. Die Bahnen befahren eine Strecke von 2,5 Kilometern zwischen der Haltestelle Kohlfurther Brücke und Greuel. 

TERMINE Die Museumsbahn ist offiziell noch bis zum 10. April in der Winterpause. www.bmb-wuppertal.de

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) verspricht, sich einzuschalten: „Die über 100-jährige Bergische Museumsbahn, die ihren Betrieb ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern am Leben hält, ist finanziell knapp bei Kasse. Es wäre schade, wenn das Fortbestehen unseres technischen Kulturguts durch Diebstahl gefährdet wäre“, äußerte sich Hardt.  Er kündigte an, sich für einen besseren Schutz der Oberleitungen einsetzen zu wollen. So schütze etwa die Deutsche Bahn ihre Oberleitungen mit einer Markierung mit sogenannter künstlicher DNA. Hardt habe Kontakt zur Konzernleitung aufgenommen, um in Erfahrung zu bringen, ob die Deutsche Bahn eine solche Markierung auch der Bergischen Museumsbahn zur Verfügung stellen oder zumindest bei der Beschaffung behilflich sein könnte.

Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02 02 / 28 40 zu melden.

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