Schnelle Hilfe versprochen

Die Hochwasser-Soforthilfen kommen in Wuppertal an

Viele Helfer unterstützten schon beim Aufräumen – jetzt kommt auch Geld bei den Unwetter-Betroffenen an. Archivfoto: Stefan Fries
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Viele Helfer unterstützten schon beim Aufräumen – jetzt kommt auch Geld bei den Unwetter-Betroffenen an.

Wuppertal hat bislang schon mehr als 300.000 Euro ausgezahlt.

Von Anne Palka

Über zwei Wochen ist das Unwetter jetzt her. Den Betroffenen wurde schnelle Hilfe versprochen, nicht nur beim Aufräumen, sondern auch finanziell. In den meisten Fällen scheint das gut zu funktionieren. Das Land hat insgesamt 200 Millionen Euro als Soforthilfe bereitgestellt, in Wuppertal wurden bisher mehr als 300 000 Euro ausgezahlt, sagt Martina Eckermann, Sprecherin der Stadt. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 50 Anträge eingegangen und das erste Geld sei überwiesen worden.

Die Stadt Remscheid hat in Amtshilfe weitere 15 Anträge von Wuppertaler Bürgern bearbeitet, die im Morsbachtal wohnen, und 32 000 Euro an sie ausgezahlt. Remscheid hat 54 weitere Anträge für eigene Bürger erhalten und 116 000 Euro ausgezahlt, Solingen hat rund 130 Anträge erhalten, bisher die Hälfte bearbeitet und 207 000 Euro ausgezahlt.

In Wuppertal waren Mitarbeiter von Diakonie und Caritas in den besonders betroffenen Stadtteilen Beyenburg und Kohlfurth vor Ort und haben die Anträge verteilt und gesammelt, zusammen mit einem weiteren Antrag für Hilfe aus den Spendentöpfen des Aktionsbündnisses Hochwasserhilfe.

„Das ist kein Geld, das ausreicht, um die ganzen Schäden zu beheben.“

Norwin Schulte-Hürmann, Bürgerverein Beyenburg

Dieses Bündnis wurde von der Gemeinschaftsstiftung für Wuppertal, Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Wuppertaler in Not gegründet, die alle Spendenkonten eingerichtet hatten. Dadurch soll eine faire Verteilung der Spenden sichergestellt werden. Bei der Gemeinschaftsstiftung sind 540 000 Euro eingegangen, bei der Diakonie hat die Spendensumme die Million geknackt, und bei der Caritas sind 40 000 Euro auf dem Spendenkonto. In einem ersten Schritt soll die Soforthilfe des Landes verdoppelt werden. „Wir schütten fleißig aus“, sagt Veronika Wimmer für die Diakonie, 145 000 Euro seien angewiesen. Von der Caritas heißt es, dass Anträge zwar bearbeitet werden, die Auszahlung aber erst mit dem gemeinsamen Spendentopf des Aktionsbündnisses erfolgt. In einem zweiten Schritt sollen Betroffene mit besonders hohem Schaden weitere Hilfe erhalten. Dazu wird es eine Bedürftigkeitsprüfung und einen Kriterienkatalog geben.

Ein ähnliches Vorgehen gibt es bei den lokalen Spendensammlungen über die Gemeinden in Beyenburg und der Kohlfurth. „Die Spenden sollen schon zügig ausgezahlt werden aber nicht per Gießkanne, sondern gezielt nach Bedürftigkeit“, sagt Wolfgang Wandel, der im neugegründeten Beirat für die Kohlfurth sitzt. Auf das Konto der Cronenberger Gemeinde werden auch 17 600 Euro eingezahlt, die bisher bei einer privaten Spendensammlung im Internet zusammengekommen sind. Der Spendenrat für Beyenburg hat vereinbart, dass aktuell keine Angaben zu Summen gemacht werden. Neben der Soforthilfe wurden aber fünf Härtefälle ermittelt, die mehr Geld erhalten haben, sagt Norwin Schulte-Hürmann, Mitglied des Rates und Vorsitzender des Bürgervereins Beyenburg.

Von dem lokalen Spendenkonto hat auch Patricia Heuser bereits eine Soforthilfe erhalten, die des Landes hat sie zwar ebenfalls beantragt, sie ist aber noch nicht auf ihrem Konto. „Es wurde eigentlich zugesagt, dass das super schnell geht“, aber es sei auch noch keine ganze Woche vergangen.

Im Regelfall würden die Anträge direkt am Tag nach Einreichung durch das Jobcenter bearbeitet, sagt Ulrike Schmidt-Keßler, Sprecherin der Stadt. „Im Einzelfall kann das auch schon mal länger dauern, da bitten wir um Verständnis.“ Das könnte zum Beispiel passieren, wenn ein Wochenende dazwischen liegt. Andreas Bialas, Bezirksbürgermeister von Beyenburg, sagt: „Die Soforthilfen haben noch nichts mit dem Aufbau zu tun.“ Dafür müsse es weitere Hilfen geben, auch weitere Spenden seien nötig. Allein in dem Stadtteil im Osten seien mehr als 50 Häuser betroffen, mit einem Schaden von je 100 000 Euro aufwärts.

„Das ist kein Geld, das ausreicht, die ganzen Schäden zu beheben“, betont auch Schulte-Hürmann, und von der Gemeinschaftsstiftung für Wuppertal heißt es: „Wenn man sich anguckt, wie viele Familien wirklich betroffen waren, was das für eine Verwüstung ist, ist klar, dass noch viele Spenden fließen müssen.“

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