Expansion

Im Dezember kommt die dritte Maschine

Flexibel und erfolgreich: Jörg Blaschke, Felix Blaschke, Christian Vorbau und Fabian Blaschke (v.l.). Foto: Sentias
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Flexibel und erfolgreich: Jörg Blaschke, Felix Blaschke, Christian Vorbau und Fabian Blaschke (v.l.).

Der Wuppertaler Christian Vorbau hat mit dem Umstieg auf Corona-Masken Erfolg.

Von Stephan Eppinger

Wuppertal. Am 11. März dieses Jahres hat sich für Christian Vorbau alles verändert. „Bis zum 10. März hatte ich eine gut funktionierende und gesunde Eventagentur, die ich über viele Jahre aufgebaut hatte. Dann kamen zwei Nachrichtensendungen über den Lockdown bei uns und mir war schnell klar, dass jetzt meine Umsätze gegen Null gehen werden. Der Virus wird so schnell nicht wieder weg sein und an einen Normalbetrieb bei Konzerten und in den Clubs ist nicht zu denken. Dann habe ich mir ein oder zwei Wochen überlegt, was ich künftig machen soll“, sagt der Wuppertaler, der beim WSV als Verwaltungsratsvorsitzender engagiert ist.

Was die eigene Zukunft angeht, kam ihm der Zufall zugute: „Eine Produktionsfirma des ZDF brauchte für einen Dreh FFP2-Masken und hat mich gefragt, ob ich die besorgen kann. Über Felix Blaschke, den ich aus dem Verwaltungsrat kenne, kam der Kontakt nach China und drei Tage später hatten wir die Masken“, erinnert sich Vorbau.

In der Stadt sah er immer wieder Schilder an den Eingangstüren von Apotheken, wo darauf hingewiesen wird, dass es derzeit keine Schutzmasken mehr gibt – das brachte ihn darauf, im größeren Stil Masken in guter Qualität aus China zu besorgen und zu verkaufen. „Mit denen haben wir schon bald die Krisenstäbe im gesamten Bergischen Land und darüber hinaus versorgt.“

Allerdings währte die Freude nicht lange, denn es wurde schwieriger, an die Masken aus Fernost zu kommen. „Der Transport der Masken wurde immer schwieriger. Außerdem hat die chinesische Regierung mit den Lieferungen auch Politik gemacht und so wurden die Masken bei den Firmen teilweise auch vom Staat beschlagnahmt.“ Was dem Wuppertaler ebenfalls Sorgen machte, war, dass die Qualität der gelieferten Produkte immer mehr abnahm.

Aber Vorbau gab nicht auf, sondern ging einen Schritt weiter: „Durch einen befreundeten Maschinenbauer haben wir eine europäische Maschine bauen lassen, die die Masken deutlich präziser produziert, als das in China der Fall ist. Es gab viele Dinge, die überlegt werden mussten. So ging es darum, wo wir die Rohstoffe für unsere Produkte einkaufen. Außerdem haben wir diese von der Dekra auf Hautverträglichkeit prüfen lassen. Die Nachfrage war riesig, das Qualitätssiegel ‚Made in Germany‘ ist sehr gefragt.“

Nach Berichten ist das Unternehmen ausgebucht

So wurde aus dem Start-up schnell ein Unternehmen: Die Sentias GmbH beschäftigt inzwischen in Cronenberg 15 Mitarbeiter. Vor zwei Wochen wurde die zweite Maschine geliefert, im Dezember soll die dritte kommen. „Wichtig ist uns der hohe Qualitätsstandard. Jede Maske, die unsere Firma verlässt, wird von Hand kontrolliert und verpackt. Da geht nichts raus, was nicht in Ordnung ist.“

Zu den Herausforderungen gehört das Ohrbändchen: „Wir haben ein intelligentes Ohrbändchen entwickelt, das den Zug perfekt an die Schädelform anpasst und so einen hohen Tragekomfort ermöglicht. Außerdem haben wir die Masken der europäischen Kopfform angepasst. In unseren Produkten steckt sehr viel Know-how, das wir uns lange erarbeitet haben.“

Kunden sind zum Beispiel bundesweit und auch im benachbarten Ausland Baumärkte, Krankenhäuser und Fachkliniken sowie Pflegedienste. „Die Nachfrage ist auch durch mehrere Fernsehsendungen gestiegen. So wurden unsere Masken bei Wiso im ZDF mit chinesischen Produkten verglichen und haben dort sehr gut abgeschnitten. Für dieses Jahr sind wir bei den Nachfragen komplett ausgebucht.“

Aktuell sei aber keine weitere Expansion geplant, man wolle die Firma und das Produkt trotzdem stetig weiterentwickeln. „Die Eventagentur gibt es noch, aber mein Fokus liegt jetzt klar auf der Maskenproduktion. Es braucht Mut, um etwas Neues zu wagen und man muss einen hohen Grad an Flexibilität mitbringen. Ich bin demütig genug, mich zu freuen, dass es funktioniert hat. Das Ganze hätte auch schiefgehen können.“

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