Personal gesucht

Der Schwebebahn gehen die Fahrer aus

Nicht nur für Busse, auch für die Schwebebahn sucht die WSW mobil dringend Fahrpersonal.
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Nicht nur für Busse, auch für die Schwebebahn sucht die WSW mobil dringend Fahrpersonal.

Wuppertal. Nahverkehrsunternehmen der Stadt Wuppertal hadert mit Personalproblemen.

Von Bernhard Romanowski

Die saisonal bedingten Ausfälle von Personal, mit denen die WSW mobil GmbH zu kämpfen hat, sind auch in anderen Unternehmen nicht unbekannt. Über Corona, Grippe und Co. hinaus hadert das Nahverkehrsunternehmen der Stadt Wuppertal aber noch mit einem anderen gravierenden Problem eher grundsätzlicher Art: Es finden sich kaum noch Leute, die sich hinter das Steuer eines Busses setzen oder im Führerhaus eines Schwebebahnwagens sitzen wollen. Sabine Schnake erläuterte im Wuppertaler Verkehrsausschuss, wie schwierig es derzeit sei, das ÖPNV-Angebot aufrecht zu erhalten.

Schnake ist erst vor kurzem vom Aufsichtsrat der Wuppertaler Stadtwerke als Geschäftsführerin WSW mobil bestellt worden. Die 58-Jährige ist aber bereits seit fast 30 Jahren in verschiedenen Positionen für die WSW tätig, stets in der Mobil-Sparte. Aufgrund des Mangels an Fahrpersonal sei im November auch schon der Fahrplan für Bus und Bahn in Wuppertal geändert worden, so Schnake.

Insgesamt werden nun weniger Fahrten angeboten. Der neue Fahrplan löse das „bisher praktizierte Konzept der geplanten Ausfälle“ ab, so formulierten es die Stadtwerke. Trotz insgesamt weniger Fahrten werde das Bus- und Bahnangebot im morgendlichen Berufs- und Ausbildungsverkehr aber sichergestellt, stellte Schnake im Ausschuss klar.

„Die Situation ist schwierig und konterkariert die Verkehrswende.“

Sabine Schnake, WSW mobil

Derzeit habe man im Unternehmen viele Erkältungskrankheiten zu verzeichnen, was den bestehenden Krankenstand etwa aufgrund von Corona-Infektionen noch verschlimmere. „Aber wir bekommen es hin“, so die Geschäftsführerin des städtischen Unternehmens.

Mehrfach sei der Wunsch an die WSW mobil herangetragen worden, das Angebot auf einigen Linien zu erhöhen. Das sei aber derzeit nicht machbar, so Sabine Schnake: „Außer an Stellen, wo es wirklich brennt.“

Die Personalsuche gestalte sich aktuell schwierig, die Fluktuation im Unternehmen sei hoch. In den vergangenen zwei Monaten seien „neun Abgänge“ zu verbuchen gewesen. Sechs Personen konnten wieder eingestellt werden. Zudem bilden die WSW mobil gerade zehn Leute aus.

Bewerbungen sind nun auch über Whatsapp möglich.

Teilzeitmodelle werden gerade auch angeboten, um die Arbeit für potenziell neue Beschäftigte attraktiver zu machen. Bewerbungen werden zudem mittlerweile auch über den Internetdienst Whatsapp angenommen, um das Verfahren zu erleichtern, wie Schnake berichtete.

Auch auf Image-Videos in den Sozialen Medien im Internet setzt das Wuppertaler Unternehmen. Personal, das bereits qualifiziert und schnell einsetzbar ist, sei im Moment schon gar nicht zu bekommen. „Wir müssen uns deshalb mehr auf die Eigenausbildung bei uns fokussieren, was wir derzeit auch machen“, erläuterte Schnake. Künftig werde man auch jene Bewerber zu unterstützen versuchen, die noch nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügen, etwa mit Blick auf die Sprache.

Dass der Personalmarkt zurzeit wie leer gefegt sei, betonte auch René Schunck von der FDP-Fraktion. Bernhard Sander (Linken-Fraktion) war der Meinung, dass dem Fahrpersonal schlicht zu wenig bezahlt werde.

Früher habe das Unternehmen eine Reserve an Leuten gehabt, die bei Bedarf einsetzbar waren. Das sei heute nicht mehr der Fall. „Wir haben Leute in der Verwaltung, die fahren können“, so Schnake, die sich im Ausschuss auch laut fragte, wo all die Menschen hin seien, die nun vielerorts gesucht werden. Die Ausbildung des Fahrpersonals dauere jedenfalls in der Regel drei bis vier Monate. Noch vor Ostern neue Leute einsetzen zu können, sei unrealistisch.

Sabine Schnake erklärte dazu im Ausschuss: „Die Situation ist schwierig und konterkariert die Verkehrswende. Wir müssen so schnell wie möglich aus dem personellen Loch herauskommen.“

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