Vohwinkel

Der Krieg nahm dem Kirchturm die Glocken

So sah es 1925 bei der feierlichen Prozession aus, bei der die drei großen Glocken zum Gotteshaus gebracht wurden. Repro: Matthias Haschk
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So sah es 1925 bei der feierlichen Prozession aus, bei der die drei großen Glocken zum Gotteshaus gebracht wurden.

Gemeinde St. Mariä Empfängnis in Wuppertal-Vohwinkel besteht seit 125 Jahren

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Für die katholischen Christen in Vohwinkel muss es bitter gewesen sein: Gerade mal zehn Jahre nachdem ihre imposante Kirche fertiggestellt und geweiht worden war, mussten sie sich schon wieder von den Glocken im Kirchturm trennen. Deren Metall wurde 1917 für die Rüstungsindustrie im Ersten Weltkrieg benötigt. Es dauerte weitere acht Jahre, bis die Gläubigen genug Geld gesammelt hatten, um ein neues Geläut anschaffen zu können. In einer feierlichen Prozession wurden die drei großen Glocken 1925 zum Gotteshaus geleitet.

Die Episode spiegelt die wechselvolle Geschichte der Gemeinde St. Mariä Empfängnis wider, die immer mit Höhen und Tiefen verbunden war. Bereits vor 125 Jahren wurde sie gegründet. Das runde Jubiläum wurde gerade mit einem Open-Air-Gottesdienst gefeiert.

Die lange Gemeinde-Tradition reicht noch bis vor den Bau der Kirche zurück. Am 16. Juli 1896 erhob der damalige Erzbischof von Köln, Philipp Kardinal Krementz, die bisher von Sonnborn abhängige Filialgemeinde im Stadtteil zu einer Kapellengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung. Daraus folgte auch eine Selbstständigkeit in vermögensrechtlicher Hinsicht. Das Datum markiert die Gründung der Gemeinde St. Mariä Empfängnis, Spiegel des Selbstbewusstseins der Vohwinkeler damals.

Wuppertaler Westen hat sich rasant entwickelt

Ende des vorletzten Jahrhunderts hatte sich der heutige Wuppertaler Westen in rasantem Tempo von einer verschlafenen Landgemeinde zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Bergischen Land entwickelt. Da durfte auch eine eigene Gemeindestruktur nicht fehlen.

Die Gottesdienste wurden zunächst in der früheren Ludgerikirche gefeiert. „Die alte Kirche stand auf dem Platz rechts neben der heutigen Kirche. In der Nähe der Straße stand das Pfarrhaus, das man durchqueren musste, um in die Kirche zu gelangen“, berichtet Renate Görlich von der Gemeinde. Sie hat sich ausführlich mit der Chronik von St. Mariä Empfängnis beschäftigt. „Das alte Pfarrhaus blieb nach dem Bau der neuen Kirche weiter bestehen und wurde erst in den 1970er-Jahren abgerissen“, weiß die Expertin. 1906 erfolgte die Grundsteinlegung des angrenzenden Gotteshauses, ein Jahr später konnte es geweiht werden.

Im Zweiten Weltkrieg kam es bei mehreren Bombenangriffen zu schweren Zerstörungen, deren Beseitigung viele Jahre benötigte. Die Gemeinde wuchs in der folgenden Zeit kontinuierlich an, und ab den frühen 1970er-Jahren kam es zu weiteren, umfassenden Umbau- und Verschönerungsmaßnahmen. So entstand das heutige Bild der Kirche mit ihrem charakteristischen, neugotischen Hochaltar.

Unverändert ist das Engagement der Gläubigen für ihre Gemeinde. „Wir haben hier einen sehr starken Zusammenhalt“, sagt Kaplan Tobias Menke. Heute ist die Gemeinde Teil der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Wuppertaler Westen, die noch aus den Gemeinden St. Bonifatius, St. Ludger und St. Remigius besteht. Der Gemeinschaft gehören rund 10 000 Gläubige an.

Mehr Infos zur Historie gibt es im Internet.

www.katholisch-im-wuppertaler-westen.de

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