Lieferkrise

Den Klärwerken gehen die Chemikalien aus

Klärwerk des Wupperverbandes in Solingen-Burg.
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Das Klärwerk des Wupperverbandes in Solingen-Burg.

Der Wupperverband spürt die globale Lieferkrise. Die Reinigungsleistung ist aber normal.

Von Bernd Romanowski

Wuppertal. In Kläranlagen werden sogenannte Fällmittel verschiedenster Art eingesetzt, um das Wasser zu reinigen. Für die Betreiber solcher Anlagen, zu denen auch der Wupperverband gehört, ist es im Zuge der aktuellen globalen Lieferkrise schwierig geworden, die benötigten Chemikalien in ausreichender Menge zu beschaffen.

„Für alle Fällmittel gibt es derzeit immer wieder Lieferschwierigkeiten, die sich beim Wupperverband aber bislang glücklicherweise auf zeitlich geringfügige Verzögerungen beschränkt haben“, berichtet Ilona Weyer als Pressesprecherin der Körperschaft, die für die Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Wupper zuständig ist und ihren Sitz in Wuppertal hat.

Auf allen Anlagen des Wupperverbandes werde aktuell mit reduziertem Fällmittel-Einsatz gearbeitet. Auch Eisen-3-Chlorid-Lösung ist ein solches Fällmittel, wird in Kläranlagen zur Phosphorelimination eingesetzt und ist derzeit nicht so leicht zu bekommen. Das bedeutet für den Wupperverband, dass nur noch so viel Phosphor aus dem Abwasser entfernt wird, wie gesetzlich vorgeschrieben. Doch Pressesprecherin Weyer gibt gleich Entwarnung: „Die behördlich festgelegten Grenzwerte werden weiterhin eingehalten.“ Kurzum das Wasser ist nach wie vor sauber und die Qualität unbedenklich.

Wie Weyer erklärt, wird beim Wupperverband normalerweise eine besonders hohe Reinigungsleistung erzielt: „Es gibt gesetzliche Grenzwerte, die wir, wie gesagt, einhalten und auf unseren Kläranlagen bisher sogar unterschritten haben. Die Reinigungsleistung war also besser als gesetzlich gefordert.“

Die biologische Umwandlung von Phosphor reicht nicht aus

Parallel zur Chemie setzt man beim Wupperverband auf einen biologischen Prozess zur Umwandlung von Phosphor. Das ist ein Verfahren, bei dem spezielle Mikroorganismen in der Kläranlage gezielt vermehrt werden, die in der Lage sind, Phosphor aufzunehmen und so zu entfernen. „Leider ist dieser Prozess relativ empfindlich und reicht alleine nicht aus. Auch mit biologischer Phosphor-Elimination muss noch ein Teil durch Fällmittel eliminiert werden“, erläutert Weyer und verdeutlicht: „Wenn wir noch besser reinigen, also noch mehr Phosphor aus dem Abwasser entfernen als gesetzlich vorgeschrieben, schonen wir damit unsere Gewässer.“

Die Rückkehr der Lachse und vieler weiterer Lebewesen in die Wupper und ihre Nebenflüsse habe nur durch eine hervorragende Gewässerqualität gepaart mit naturnaher Gewässergestaltung gelingen können, so die Einschätzung beim Wupperverband. Ein wichtiger Baustein für eine gute Gewässerqualität sei die maximale Reinigungsleistung der Kläranlagen insbesondere mit Blick auf die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor.

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