Pilzsaison

„Den isst man nur einmal“: Biologe gibt Tipps für Neulinge unter den Pilzsammlern

Bei Pilzen ist Vorsicht angesagt.
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Bei Pilzen ist Vorsicht angesagt.

Jörg Liesendahl weiß, wie das sichere Auflesen von Pilzen gelingt.

Von Peter Klohs

Remscheid. Sie zählen nicht zu den Pflanzen und nicht zu den Tieren, haben mit Letzteren aber mehr gemein. Ihre Zeit ist der Herbst, und auch in diesem Jahr werden wieder Liebhaber – aber auch Neueinsteiger – durch die Wälder laufen und Körbe von ihnen nach Hause tragen, um sich dort eine mutmaßlich leckere und bekömmliche Pfanne zuzubereiten: Gemeint sind die Pilze.

In Deutschland gibt es rund 10 000 Arten, die groß genug sind, damit man sie sehen kann. Davon, so weiß Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund zu berichten, sind etwa 250 bis 350 Arten essbar, eine gleich große Anzahl ist giftig, teilweise auch tödlich. „Und der große Rest von mehr als 9000 Pilzarten gilt als ungenießbar“, weiß der Biologe.

Giftig, ungenießbar, essbar? Experte Jörg Liesendahl rät, gerade als Neuling unter den Pilzsammlern nur mit Experten durch den Wald zu streifen.

Die wichtigste Regel beim Pilzesammeln sei, dass man wisse, was man sammeln will, ist Liesendahl überzeugt. „Giftige Pilze sind nicht durch einen flüchtigen Blick zu identifizieren“, weiß er. „Auch Apps helfen in diesem Fall nicht sicher weiter. Die können zwar Pilze bestimmen. Zur Frage giftig oder nicht sind sie aber unzuverlässig.“ Wichtig sei daher, dass ein Pilzsachverständiger zugegen sei, wenn Neueinsteiger sich ihre erste eigene Pilzpfanne sammeln. Ein Beispiel: Das Stockschwämmchen ist ein guter Speisepilz, wohingegen der Gift-Häubling, der sehr ähnlich aussieht, seinem Namen alle Ehre macht. „Den isst man in der Regel nur einmal“, mahnt der Biologe. „Der ist tödlich.“ Pilzsachverständige bieten auch Korbwanderungen an – inklusive Korbkontrollen. „Die können auch ganze Körbe beschlagnahmen“, weiß er. „Wenn in einem Korb auch nur ein Giftpilz zu finden ist, wird der Korb aus dem Verkehr gezogen. Vermengung geht gar nicht.“

Biologe rät, von jedem Pilzessen einen Rest aufzubewahren

Liesendahl hat drei Pilzsorten aus dem Wald mitgebracht: einen Flaschenstäubling, ein kleiner heller Pilz, der nur als junges Gewächs essbar ist. Ein flächiger, oranger gefärbter Pilz liegt daneben: ein Schwefelporling, ebenfalls nur als junger Pilz essbar. „Man erkennt das an der Biegsamkeit des Fruchtkörpers.“ Unscheinbar zeigt sich der Rosa Rettich-Helmling, der trotz seines eher angenehmen Geruchs giftig ist.

Die „richtig“ giftigen Pilze, wie der Grüne Knollenblätterpilz, kommen im Bergischen Land selten vor, erläutert Liesendahl. „Und der Fliegenpilz, der zwar giftig, aber nicht tödlich ist, ist noch nicht so weit. Das dauert noch zwei oder drei Wochen.“

Liesendahl rät, von jedem Pilzessen einen Rest aufzubewahren, damit im Falle der Vergiftung Ärzte schnell den verspeisten Pilz benennen und ein Gegenmittel verabreichen können. In einem solchen Fall kann etwa die Giftzentrale Bonn weiterhelfen, Tel. (02  28) 19-2 40. „Pilze immer so frisch wie möglich genießen“, rät der Biologe.

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