Demografen ermitteln Dunkelziffer

Der Wuppertaler Christian Dudel forscht am Max-Planck-Institut auch in Sachen Corona. Foto: Bernd Hagedorn
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Der Wuppertaler Christian Dudel forscht am Max-Planck-Institut auch in Sachen Corona.

Wuppertaler analysiert am Max-Planck-Institut Corona-Zahlen

Wuppertal -kar- Der demografische Wandel ist breitgefächert und allgegenwärtig. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts untersucht Christian Dudel die Ursachen und Folgen des Wandels. Dazu gehört seit rund einem Jahr auch die Sterblichkeit von Covid-19-Fällen.

„Es ist ein Hot Topic“, beschreibt der gebürtige Wuppertaler, was gerade in der demografischen Forschung bezüglich Corona passiert. Er selber habe relativ viel zu dem Thema gearbeitet. Dudel beschäftigt sich vor allem mit der Dunkelziffer. Das ist die Gesamtzahl aus gemeldeten Covid-19 Fällen und berechneten ungemeldeten Infektionen. Vor allem zu Beginn der Pandemie seien viele Fälle gar nicht erkannt worden, erklärt Dudel. Auch schwere Verläufe wurden aufgrund der ähnlichen Symptomatik zu anderen Infektionen nicht erkannt. Am Max-Planck-Institut gebe es Forscher, die die Übersterblichkeitsraten verschiedener Länder analysierten. Christian Dudel hat zum Effekt der Altersstruktur des Landes gearbeitet.

Länder wie Deutschland und Italien sind geprägt durch ihre relativ alten Bevölkerungen. Die USA auf der anderen Seite hätten eine junge Bevölkerung. Im Vergleich möchten Dudel und seine Kollegen erklären, was das für die Sterblichkeit der Covid-Fälle im jeweiligen Land bedeutet und welche regionalen Schwerpunkte es gibt. Lateinamerika und Osteuropa etwa seien Schwerpunkte der Pandemie.

„Ich bin kein Biologe, kein Virologe“, erklärt Dudel. Als Demograf beschäftige er sich hauptsächlich mit dem Zählen von Menschen. „Wie viele Menschen gibt es, auf die X zutrifft“, eine Frage, die er auch in Bezug auf Corona stellt und beantwortet.

Laut Dudel begleitet uns Corona noch ein, zwei Jahre lang

In Deutschland gibt es derzeit circa 2,4 Millionen gemeldete Covid-19 Fälle. „Unserer Schätzung nach liegt die tatsächliche Zahl bei etwa 5,8 bis 5,9 Millionen“, so Dudel. „Auf jede bestätigte Infektion gibt es also ein bisschen mehr als eine nicht erfasste. Im internationalen Vergleich liegt die erfasste Zahl von Corona-Infektionen teils über, teils unter Deutschland.“

Hier komme es auch darauf an, wie viel getestet werde. In Deutschland werde vergleichsweise viel getestet, in Brasilien relativ wenig, und trotzdem sind die Zahlen in Brasilien alarmierend. Dudel, meint, die Corona-Pandemie werde uns noch ein bis zwei Jahre begleiten. Man müsse es global sehen und nicht nur in Bezug auf Deutschland. Aber er ist zuversichtlich, dass im Laufe des Jahres ein relativ großer Anteil der Bevölkerung geimpft sein könnte.

Was seine Arbeit momentan erschwert, ist die Aktualität der Situation. Die Zahlen vom Robert-Koch-Institut seien immer alt und gäben nie wirklich die aktuelle Situation wieder. Einen Teil der Daten bekomme man erst Monate später. Die wichtigen und interessanten Daten kenne man jetzt in Bezug auf das vergangene Jahr – nicht aber zur Situation heute.

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