Elberfeld

Das sind die Pläne für die neuen Breuer-Höfe

Der Eingang zu den Breuer-Höfen soll wieder repräsentativ werden. Entwurf: Firmengruppe Küpper/Masthoff Architektur
+
Der Eingang zu den Breuer-Höfen soll wieder repräsentativ werden.

Wuppertal. Der altgediente Breuer-Saal bleibt erhalten. In die Villa ziehen ein Kulturcafé und Codeks.

Von Daniel Neukirchen

Investor Thilo Küpper (l.) und Architekt Richard Masthoff stellten ihre Pläne für die Breuer-Höfe vor.

Das Areal rund um den altbekannten Breuer-Saal an der Auer Schulstraße in Elberfeld wird von der Firmengruppe Küpper aus Wuppertal revitalisiert. Investor, Architekten und die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius als Grundstücksinhaber stellten jetzt das Konzept vor. Für viele Wuppertaler wird eine Nachricht eine Erleichterung sein: Der 1967 eingeweihte Breuer-Saal soll in umgebauter Form erhalten bleiben. Dort hat früher das katholische Gemeindeleben stattgefunden, ebenso gab es in den 1970er Jahren Jugendfeten.

Das Areal, zu dem unter anderem die denkmalgeschützte Villa an der Friedrich-Ebert-Straße, der Breuer-Saal sowie die Räume der katholischen Hochschulgemeinde und Jugendagentur gehören, soll sich bis 2024 hin zu einem klimaneutralen Quartier entwickeln: den Breuer-Höfen. Die Nutzung wird sich aus Arbeit, Wohnen, Kultur und Sozialem zusammensetzen.

Wie berichtet, wird die katholische Kirchengemeinde St. Laurentius den Küpper-Investoren das Gelände für einen siebenstelligen Betrag verkaufen. Doch die Kirche bleibt „Junior-Partner“ für die Breuer-Höfe. Wie Pfarrer und Stadtdechant Bruno Kurth bestätigte, werde die Gemeinde Minderheitspartner ohne finanzielles Risiko, aber mit Veto-Recht. Den Katholiken war sehr daran gelegen, dass die Nutzung des Areals zur Kirche passt. Deshalb soll etwa ein Teil des Bereichs Wohnen einen sozialen Schwerpunkt haben. Denkbar seien Seniorenwohnen oder ein Hospiz-Wohnprojekt.

„Ich bin froh, dass der Breuer-Saal erhalten bleiben kann.“

Stadtdechant Bruno Kurth

Wie Unternehmer Thilo Küpper auf Nachfrage erklärte, stehe das Investitionsvolumen in die Breuer-Höfe noch gar nicht abschließend fest, weil Teile der Planung noch im Fluss sind. Klar ist: Eine Neuerung soll schon ab Januar 2022 sichtbar werden. Dann will nämlich der Coworking-Space-Anbieter Codeks in die 1840 erbaute Villa an der Friedrich-Ebert-Straße ziehen. Geschäftsführer Bodo Küpper sprach von einem neuen „Codeks-Hub“, also einem neuen Zentrum, in den oberen Etagen. Im Erdgeschoss soll ein Literatur-Café, angelehnt an ein Wiener Kaffeehaus, entstehen. Bodo Küpper: „Ich denke, wir werden etwas präsentieren, über das Wuppertal froh sein kann.“

Das erste Leben kommt bereits im November aufs Areal. Bis eine abschließende kulturelle Nutzung für den Breuer-Saal gefunden wird, kommt Stößels Komödie im Breuer-Saal unter. Von Ende November bis Mitte 2022 will Kristof Stößel in den altehrwürdigen Räumen Theater machen. Die alte Heimat am Karlsplatz verlässt das Privattheater.

Danach wird der Saal laut Unternehmer Thilo Küpper erst „auseinandergenommen und dann wieder zusammengebaut“. Er soll „neuen Glanz“ bekommen. Denn: In Sachen Akustik, Wärmedämmung und Klima-Bilanz ist der Veranstaltungsraum nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die markante Holzvertäfelung soll sich aber auch im neuen Breuer-Saal wiederfinden.

Bruno Kurth zeigte sich von dieser Entwicklung erfreut: „Ich bin froh, dass der Breuer-Saal erhalten bleiben kann.“ Küpper kündigte für später eine Nutzung im Bereich Kultur und Bildung an. Er hoffe, dass man sich mit dem Interessenten einig wird, so dass die inhaltliche Zukunft noch in diesem Jahr spruchreif werden kann.

Optisch soll sich viel verändern im Areal. Über den Saal sollen zwei neue Stockwerke gebaut werden – in sogenannter Holz-Skelett-Bauweise. Richard Masthoff von Masthoff Architektur sagt: „Das Thema ,grün’ war uns sehr wichtig.“

Der derzeit geschlossene Eingang an der Auer Schulstraße soll wiederbelebt werden und in ein helles, bepflanztes Foyer führen, über das unter anderem der Innenhof erreichbar sein wird. Dort ist Gastronomie geplant. Das bisher dort ansässige Café Medusa müsse während der Umbau-Arbeiten aber mindestens temporär eine neue Heimat finden. In der dritten Etage des neuen Gebäudetrakts ist ein möglicher Bar-Bereich mit einer großen Glasfront geplant, die eine einmalige Blickbeziehung mit der Laurentius-Kirche herstellen soll. Die südlichen Gebäude sollen in „barrierefreien und seniorengerechten“ Wohnraum umgewandelt werden. Auch dort sind noch weitere mögliche Büroräume eingeplant.

Zum Zeitplan sagte Thilo Küppers: „Wir haben ein klares Ende definiert bekommen. Das ist der 30. Juni 2024.“ Die Arbeiten für die Aufstockung des Areals sollen aber bereits im August/September 2022 beginnen. Der Kirche war es wichtig, so Bruno Kurth, einen Beitrag zur Quartierentwicklung zu leisten. Es wäre sehr einfach gewesen, das Gelände einfach zu verkaufen, sagt der Pfarrer. Doch man habe die Kontrolle über das Projekt nicht ganz aus der Hand geben wollen.

Programm

Stößels Komödie wird vom 20. November bis 31. Dezember die Komödie „Bäumchen wechsel dich“ im Breuer-Saal zeigen. Vom 21. Januar bis 23. März 2022 soll das Stück „Nackte Tatsachen“ laufen. Weitere Produktionen sind im Wuppertaler Brauhaus und im Restaurant Scarpati zu sehen.

www.kstheater.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Boris Charmatz wird der neue Intendant
Boris Charmatz wird der neue Intendant
Boris Charmatz wird der neue Intendant
In diesem Haus spukt es zu Halloween
In diesem Haus spukt es zu Halloween
In diesem Haus spukt es zu Halloween
A 1: Neue Blitzer bringen schon 800.000 Euro ein
A 1: Neue Blitzer bringen schon 800.000 Euro ein
A 1: Neue Blitzer bringen schon 800.000 Euro ein
A 46-Arbeiten sollen im Sommer 2022 enden
A 46-Arbeiten sollen im Sommer 2022 enden
A 46-Arbeiten sollen im Sommer 2022 enden

Kommentare