Schandfleck

Das Schauspielhaus soll schöner werden

Das Schauspielhaus ist derzeit optisch kein Blickfang – zumindest kein positiver.
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Das Schauspielhaus ist derzeit optisch kein Blickfang – zumindest kein positiver.

Wuppertal. Im Betriebsausschuss wurde ein Antrag der Freien Wähler zur Optik des Gebäudes an der Kluse befürwortet.

Von Bernhard Romanowski

Das Wuppertaler Schauspielhaus und sein Gelände sollen optisch aufgewertet werden. Das wurde jetzt im jüngsten Betriebsausschuss des Gebäudemanagements der Stadt beschlossen.

„Ich bitte Sie alle, dazu beizutragen, dass dieser Schandfleck beseitigt wird“, meldete sich Ralf Geisendörfer zu Wort, dessen Fraktion der Freien Wähler den Antrag zu dem Gebäude eingebracht hatte. Seine Fraktion bemängelt eine „bauliche Vernachlässigung“ des Gebäudes, das dereinst zum Pina Bausch Zentrum (PBZ) werden soll. Geisendörfer lieferte einen emotionalen Appell im Ausschuss, der sich zwischenzeitlich zu einer Schimpftirade auswuchs.

Woanders würden solche„Bausünden“ verhüllt werden

Man dürfe nicht weiter Hunderttausende Besucher der Stadt im Jahr dort vorbeilaufen lassen, weil die Außenwahrnehmung Wuppertals dadurch beschädigt würde, führte Geisendörfer aus. In Ländern wie der Schweiz oder Italien würde man solche „Bausünden“ verhüllen. Am Schauspielhaus werde von verschiedenen Akteuren „viel Geld abgegriffen.“ Geisendörfer: „Ich erwarte dort eine bessere Arbeit.“

Mirja Montag kündigte als Betriebsleiterin des Gebäudemanagements Wuppertal an, dass ein Bericht des Eigenbetriebs GMW als Dienstleister dazu folgen werde. Der Aufwand für die Grünpflege sei dort schon erhöht worden. Es werde auch mehr geputzt. All dies lasse sich noch verstärken, aber dazu brauche es einen Beschluss und Geld. Man wolle ja auch kein Geld unnötig investieren, so Montag: „Aber was unnötig ist, darüber kann man streiten.“

Geisendörfer: „Die ganzen letzten Jahre waren wir zu blöd, die kaputten Vorhänge abzunehmen. Die Werkstatt mit ihren 30 Leuten wird doch wohl so eine Verhüllung hinbringen. Zumal die Aufhängung schon gesponsert ist.“

Zwischendurch wurde er vom Ausschussvorsitzenden Marcel Gabriel-Simon mit lauter Stimme gebeten, weniger Emotionalität walten zu lassen. „Mein Kampf geht nun schon über Jahre. Ich bin Wuppertaler. Ich kann das nicht einfach mitansehen. Wir blamieren uns bis auf die Knochen. Wenn ich noch erklären muss, was ich meine, dann sitzen wir hier alle falsch“, reagierte Geisendörfer wenig beeindruckt.

Mit großem Interesse hätten die Freien Wähler die Berichte über den anlaufenden Planungswettbewerb zum Pina Bausch Zentrum zur Kenntnis genommen, heißt es in ihrem Antrag. „Es ist zu begrüßen, dass nun weitere Schritte unternommen werden, um das Pina Bausch Zentrum in Wuppertal Wirklichkeit werden zu lassen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es noch einige Jahre dauern wird, bis aus dem sich selbst überlassenen Schauspielhaus und dem übrigen Gelände ein strahlender Leuchtturm für Wuppertal werden wird.“

Die bekannten Missstände seien bedauerlicherweise immer noch nicht abgestellt. Da die aktuelle Presseberichterstattung den Fokus der Öffentlichkeit wieder auf das PBZ und den Standort gelenkt habe, sollte kurzfristig Abhilfe geschaffen werden.

Die Freien Wähler beantragten daher, der Betriebsausschuss GMW möge zwei Dinge beschließen: Erstens solle in der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses über den aktuellen baulichen Zustand des Schauspielhauses berichtet und ein Ausblick auf bereits getroffene sowie geplante Maßnahmen zur Verschönerung des Geländes und Gebäudes gegeben werden, und zwar für den Zeitraum des Wettbewerbs bis zum Baubeginn für das neue Zentrum. Zweitens sollen Maßnahmen wie Müllbeseitigung, Grünflächenpflege und Beseitigung kleinerer Mängel im Gebäude, die von außen negativ auffallen, von der Stadt fortlaufend durchgeführt werden, also allesamt Arbeiten, mit denen ohne großen Aufwand das Erscheinungsbild des Schauspielhauses verbessert werden kann. „Eingebunden werden sollten dabei ESW und AWG, Grünflächenamt und die Wuppertaler Bühnen“, so die Freie Wähler-Fraktion in ihrem Antrag.

„Wenn wir dem Antrag zustimmen sollen, dann muss das Ganze sich aber mit kleinen Mitteln realisieren lassen“, gab Ioannis Stergiopoulos die Einschätzung der SPD-Fraktion wieder. Der Antrag der Freien Wähler wurde denn auch bei einer Enthaltung vom Betriebsausschuss einstimmig befürwortet.

Neues Zentrum

Ein Architekturwettbewerb für das künftige Pina Bausch Zentrum hat mittlerweile begonnen. Ende Dezember wird das Preisgericht über acht Entwürfe für die Endrunde entscheiden, die später auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Die Baukosten wollen sich Bund, Land und Stadt Wuppertal teilen. 2027 soll das Zentrum eröffnet werden.

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