Dauerproduktion im Hobbyraum

Corona-Schilde aus dem 3D-Drucker

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Tristan Friedel druckt zuhause Gesichtsschilde. 

Für Tristan beginnt der Arbeitstag früh. Auch ohne Präsenzunterricht ist der 13-jährige Schüler der Vohwinkeler Pina-Bausch-Gesamtschule schon kurz nach Sonnenaufgang im Einsatz.

Von Eike Birkmeier

WUPPERTALDer erste Weg führt ihn nach dem Aufstehen in seinen Hobbyraum, wo insgesamt vier 3D-Drucker auf ihren Einsatz warten. Mit den Geräten startet der Siebtklässler die Tagesproduktion von Gesichtsschildern. Dabei werden die Rahmen mit den Druckern produziert und danach mit spezieller Plastikfolie verbunden. Knapp anderthalb Stunden dauert ein Ausdruck. Bis zum späten Abend entstehen auf diese Weise 30 bis 40 Masken, die vor der Ansteckung mit Corona-Viren schützen sollen. Das Projekt, das Tristan zusammen mit seinem Vater umsetzt, hat er selbst angestoßen.

Mit Hilfe von Sponsoren wurden mehrere Geräte angeschafft

„Mir macht das großen Spaß“, erzählt der technikbegeisterte Schüler. Er gehört zur 3D-Drucker AG der Gesamtschule, die mit Hilfe von Sponsoren mehrere Geräte anschaffen konnte. Den Umgang mit der Technologie vermittelten Experten der Uni Wuppertal. Die Mitglieder der AG gaben ihr Wissen danach an ihre Mitschüler weiter.

In Zeiten von Corona und geschlossener Schulen staubten die teuren Drucker allerdings ein. „Ich habe gefragt, ob ich einen Teil davon bei mir zu Hause aufstellen kann, um etwas Sinnvolles damit zu machen“, sagt Tristan. Bei seiner AG-Leiterin Meike Neubert rannte er damit offene Türen ein. Bei ihr und einem Kollegen stehen weitere Drucker.

Bisher seien rund 700 Gesichtsschilder produziert worden. Die Masken gingen zum Teil an Wuppertaler Krankenhäuser. Außerdem werden sie an die Schüler verteilt, die wieder Unterricht haben. „Mittelfristig wollen wir alle unsere 950 Schüler damit ausstatten“, sagt Meike Neubert.

Bei Tristan und seinem Vater laufen die Drucker daher im Dauereinsatz. Die Vorlagen stammen aus einem Open-Source Programm des tschechischen Gesundheitsministeriums; die Investitionen ins Material seien überschaubar.

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