Krise

Corona bringt Flughafen in Turbulenzen

Keine 30 Flüge pro Tag. Aufsichtsrat berät Szenarien. Verzichtet Düsseldorf auf Millionen?

Von Alexander Schulte

Düsseldorf. Die Lage am Flughafen Düsseldorf ist ebenso einzigartig wie bizarr: Derzeit befinden sich mehr Flugzeuge als Passagiere auf dem Gelände. Gut 90 Maschinen parken derzeit laut Flughafen dauerhaft auf dem Vorfeld; das Terminal dagegen ist fast ausgestorben. Es gibt nur vereinzelte Flüge, darunter einige Rückholflüge. Auf mittlerweile nur noch fünf Prozent des in dieser Zeit üblichen Flugaufkommens ist „DUS“ geschrumpft.

Zum Beginn der Osterferien starten und landen die Jets normalerweise im Zwei-Minuten-Takt. 1780 Flugbewegungen standen am ersten Ferien- Freitag vor einem Jahr auf dem Programm – jetzt waren es rund 30.

Den Flughafen trifft die Pandemie wirtschaftlich hart. Die Kosten werden reduziert, unter anderem die Flugsteige B und C geschlossen, ebenso ein Großteil der Check-in-Schalter. Die Lounges sind zu, der VIP-Service ist geschlossen.

Ganz dicht machen kann der Airport freilich nicht, er gilt wegen seiner Größe als „systemrelevant“ und hat eine Betriebspflicht.

Der Aufsichtsrat hat per Videochat getagt und die angespannte Lage beraten. Wenn der Flugbetrieb in einer halbwegs absehbaren Zeit wieder an Höhe gewinnt, könnte „DUS“ am Jahresende bei 19 Millionen Passagieren landen – aber auch das würde noch ein Minus von mehr als 25 Prozent darstellen, denn im Rekordjahr 2019 starteten und landeten 25,5 Millionen Menschen. Im Schnitt waren das 68 000 am Tag, jetzt sind es keine 4000.

Finanziell ins Kontor schlägt dabei nicht zuletzt, dass fast alle Geschäfte im Terminal geschlossen sind. Auch in Parkhäusern und auf Parkplätzen herrscht gähnende Leere – normalerweise verdient der Flughafen hier auch gutes Geld.

In den letzten Jahren war der Airport erfolgsverwöhnt. 2019 lagen die Gewinne bei 60 Millionen Euro. Dennoch wird bei der Stadt Düsseldorf, der 50 Prozent der Anteile am Flughafen gehören, bereits erwogen, diesmal auf die Ausschüttung zu verzichten. Auch wenn das ein etwa 30 Millionen Euro großes Loch in den Stadtetat reißen würde. Aber der Flughafen ist nicht nur system-, sondern eben auch stadtrelevant.

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