Elberfeld

City: Händler beklagen FOC-Stillstand

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Die Stimmung im Elberfelder Einzelhandel ist derzeit verbesserungsfähig. 

WUPPERTAL Die Ungewissheit drückt auf die Stimmung in der Elberfelder Innenstadt.

Von Katharina Rüth

„Schlecht“, „könnte besser sein“ – so ist die Antwort häufiger, wenn man Händler nach der Stimmung in der Elberfelder Innenstadt fragt. Viele ungeklärte Fragen, die schleppende Bearbeitung des Themas Weihnachtsmarkt und die Baustellen schadeten der Einkaufszone. Vor allem beim Thema FOC wünschen sich die Händler bald Signale, wie es weitergeht. Sorgen machen ihnen Leerstände und Geschäfte von Billiganbietern.

„Der Branchenmix ist nicht zufriedenstellend“, sagt Matthias Zenker von der Werbegemeinschaft IG1. „Es fehlt die Auswahl.“ Zum Beispiel bei Textilien und Schuhen. Aber er weiß auch, dass Investoren zögern, weil sie nicht wissen, ob es ein FOC geben wird, ein Einkaufszentrum mit zahlreichen Textilgeschäften, die Ware zum kleinen Preis anbieten.

„Das ist eine echte Blockade.“ Das bestätigt Ralf Engel vom Einzelhandelsverband, der ebenfalls Geschäftsleute kennt, die investieren würden, wenn sie wüssten, wie es weitergeht.

Ohne Fachgeschäfte fehlt die Attraktivität

„Fachgeschäfte fehlen hier“, sagt ein Händler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er kritisiert, es werde anderen Anbietern zu leicht gemacht, Geschäfte zu eröffnen. In der Folge sei Elberfeld nicht mehr interessant für Menschen, die etwas „Schickes“ suchen.

Einen Kreislauf sieht darin auch Juwelier Thomas Pusinelli: Fehlten gute Kunden, gäben anspruchsvolle Geschäfte auf. Er weist noch auf andere Probleme hin: Die Baustelle am Bahnhof, die Probleme mit dem Weihnachtsmarkt. Dass jetzt die Ausschreibung für 2019 beginnen soll, sei „viel zu spät“. Aber auch das „Dilemma auf dem Döppersberg“ trage dazu bei.

Das sagt auch Daria Stottrop von der Industrie- und Handelskammer: „Die Akquisiteure der Filialisten warten ab, weil das FOC in der Pipeline ist.“ Derzeit sei es schwer, ein Konzept zu entwickeln, um sich zum FOC zu positionieren. Ohnehin weise der Trend Richtung Reduzierung von Handelsflächen. In den USA sei das zu beobachten, jetzt schwappe das nach Europa. Vor diesem Hintergrund bedeuteten die 30 000 zusätzlichen Quadratmeter in einem FOC schon einen „erheblichen Druck“ für die Geschäfte vor Ort.

Auch IHK glaubt nicht mehr an das Projekt Döppersberg

Doch darauf könne man sich einstellen, das Schlimmste sei die Ungewissheit. „Dieser Schwebezustand ist ein Verhinderungsgesetz.“ Die IHK habe schon mehrfach auf die negative Wirkung der langen Wartezeit hingewiesen. „Es ist offensichtlich, dass das Projekt nicht kommt. Die Stadt sollte das auch kommunizieren.“

DOC UND FOC

STÄDTE Remscheid und Wuppertal liegen im Clinch in Sachen DOC und FOC. Die Stadt Wuppertal hat beim Oberlandesgericht Münster gegen die Baugenehmigung für das Designer Outlet Center in Lennep geklagt und behindert damit den Baustart für das Projekt.

Matthias Zenker hofft auf anstehende Gespräche im Lenkungskreis Einzelhandel beim Wuppertaler Oberbürgermeister. Dazu gehören Vertreter von Einzelhandelsverband, Industrie- und Handelskammer, Verwaltung, Gewerkschaften und Interessengemeinschaften. „Wir versuchen, die Dringlichkeit klarzumachen.“ Er sieht auch viele Ansatzpunkte für positive Entwicklungen wie die Gründung der ISG Alte Freiheit / Poststraße, die Qualitätsoffensive Innenstadt Elberfeld, die Überlegungen zu Wall, Neumarkt und Rathausgalerie.

Das sind auch für Katrin Becker, Managerin der City-Arkaden, Argumente dafür, die Lage nicht nur negativ zu betrachten. Zwar merkt auch sie Verunsicherung bei Mietinteressenten in den Arkaden, aber sie hat seit der B-7-Öffnung eine deutliche Frequenzsteigerung festgestellt, lobt die Wirkung des neuen Döppersbergs: Marco Trienes von der städtischen Wirtschaftsförderung hält die aktuelle Situation für eine vorübergehende Durststrecke: „Wenn es am Döppersberg neue Impulse gibt, wird es hoffentlich eine Welle von Investitionen geben.“

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