Bildung

CFG-Schüler funken demnächst mit Astronauten

Lehrer Thomas Daniels am Funkgerät. Foto: Stefan Fries
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Lehrer Thomas Daniels am Funkgerät.

Jugendliche dürfen beim Überflug der ISS-Raumstation Fragen an die Besatzung stellen.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Einmal ins All zu fliegen, ist ein Traum von Catrice Williams (17), sie wäre bei einem touristischen Flug auf jeden Fall dabei. Die Schülerin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) könnte aber demnächst mit waschechten Astronauten sprechen, der Besatzung der internationalen Raumstation ISS. Sie gehört zur ISS-AG der Schule, die sich um einen Funk-Kontakt beworben und eine positive Antwort erhalten hat.

„Welche Vorteile bringt die Krebsforschung im All und wie haben Patienten schon davon profitiert?“
Frage des Bio-Leistungskurses an die Astronauten

Informatik-Lehrer Thomas Daniels brauchte bei Catrice und ihrer Freundin nicht viel Werbung für das Projekt zu machen. „Wir waren von Anfang an dabei“, erzählt die Abiturientin. Das Weltall habe sie schon immer fasziniert, sie ist ein Fan von Filmen wie dem Science-Fiction-Streifen „Interstellar“. Sie hätte auch gern an der Astronomie-AG der Schule teilgenommen, aber die passte nicht in ihren Stundenplan. Aber sie macht in der ISS-AG mit, an der eine Handvoll Schüler teilnehmen. Thomas Daniels hat sie gegründet, als er von der Möglichkeit für Schulen erfuhr, per Funk mit der ISS Kontakt aufzunehmen: In der Organisation „Ariss“ (Amateur Radio on the International Space Station) engagieren sich Amateurfunker dafür, mit dieser Möglichkeit junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern, und organisieren die Kontakte.

Thomas Daniels ist selbst Funkamateur, hat eine Lizenz, Sender zu bauen. Eine spezielle Sendestation ist auch für die Verbindung ins All nötig. Das Wichtigste ist die Ausrichtung der Richtantenne auf die ISS. Um ihrem Flug zu folgen, wird der Mast mit einem Motor bewegt. „Eine Software rechnet das genau aus“, so Daniels.

Zudem muss der Doppler-Effekt ausgeglichen werden. Wie man von einem vorbeifahrenden Auto erst ein hohes, dann ein tiefes Geräusch hört, müssen Sende- und Empfängerfrequenzen beim Annähern der Raumstation an Wuppertal und bei der Entfernung angepasst werden – „sonst gibt es Piepstöne und Bässe“.

Die Begegnung muss nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich vorbereitet werden. Die Schüler sollen den Astronauten in den zehn Minuten, in denen der Kontakt möglich ist, sinnvolle Fragen stellen. Deshalb hat die AG eine Präsentation entwickelt, die Geschichte und Aufbau der ISS sowie den möglichen Kontakt erklärt. Damit haben sie in Klassen und Kursen das Projekt vorgestellt und Fragen gesammelt.

19 davon wurden ausgesucht, darunter Fragen wie: „Was macht ein Astronaut den ganzen Tag?“ oder „Leben Sie auf der Raumstation nachhaltig?“ Es gibt aber auch sehr spezielle Fragen wie die, die Catrice Williams und ihr Bio-Leistungskurs vorgeschlagen haben: „Welche Vorteile bringt die Krebsforschung im All und wie haben Patienten schon davon profitiert?“

Ausstellung zur ISS wurde wegen Corona abgesagt

Damit ist am CFG alles bereit für einen Funkkontakt. In der Rosenmontagswoche sollten die AG, weitere Schüler und Lehrer sowie Gäste aus der Stadt dabei sein. Eine Ausstellung zur ISS sollte das Ereignis ergänzen. Aber wegen der Corona-Pandemie wurde der Termin abgesagt. Die Organisation Ariss hatte angeboten, einen Kontakt per Videokonferenz zu organisieren. „Aber das ist unromantisch“, findet Thomas Daniels. Lieber wartet er auf einen neuen Termin. Der steht noch nicht fest.

Als die Absage kam „war ich schon ein bisschen enttäuscht“, sagt Catrice Williams. Denn für sie ist dieser Kontakt „etwas Wunderbares, Einmaliges“. Jetzt finde er möglicherweise erst statt, wenn sie nach dem Abi die Schule verlassen hat. Aber wenn möglich, will sie natürlich für den Ersatztermin zurück an die Schule kommen.

ISS

Die Internationale Raumstation wird seit ihrem Aufbau 1998 in internationaler Kooperation betrieben und gilt als Symbol internationaler Zusammenarbeit. Sie kreist in rund 400 Kilometern Entfernung um die Erde, alle 93 Minuten einmal. Die Schule kann die Funksignale bei einem Überflug etwa 10 Minuten lang empfangen.

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