Genuss

Café Grimm: Die Konditorei bleibt

Kuchen und Torten gibt es weiterhin. Nur müssen Kunden sie künftig von der Konditorei nach Hause tragen. Foto: Andreas Fischer
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Kuchen und Torten gibt es weiterhin. Nur müssen Kunden sie künftig von der Konditorei nach Hause tragen.

Wuppertal. Gastraum schließt, aber der Verkauf in Wuppertal geht weiter.

Von Daniel Diekhans

Die Elberfelder City ohne Café Grimm? Das können sich viele kaum vorstellen. Zentral am Kirchplatz gelegen, hat das Café mehr als 80 Jahre zum Genießen und Verweilen eingeladen. Bei Stammgästen wie Passanten war besonders die Sommerterrasse ein beliebter Treffpunkt zwischen einem Museumsbesuch und einer Shoppingtour.

Doch Ende Februar soll diese lange Geschichte zu Ende gehen. „Der Verkauf im Laden läuft weiter“, versichert Jens Grimm, der das 1932 eröffnete Haus in der dritten Generation führt. Kuchen und Torten gibt es weiterhin. Nur müssen Kunden sie künftig von der Konditorei nach Hause tragen, da der Café-Bereich geschlossen wird. Als Grund für die Umgestaltung nennt Grimm die Schäden des Juli-Hochwassers.

„Mit dem Café Grimm verlieren wir fast ein Kulturgut“, kommentiert Marie Haus vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Die Aufgabe des Cafés nennt sie dennoch „nachvollziehbar“. Ähnlich wie Grimm hätten zahlreiche Gastronomen durch die Flut und ihre Folgen die Existenzgrundlage verloren.

Gern denkt die Wuppertalerin an einen Besuch mit einem Promi zurück. „Radiokoch“ Helmut Gote habe mit ihr „unbedingt ins Café Grimm“ gehen wollen. „Wir saßen dann da und waren wie aus der Zeit gefallen.“ Für sie steckt „ganz viel Passion“ im Konditorhandwerk der Familie Grimm. Zudem habe das Café verschiedene Generationen angesprochen, sagt Haus. „Solche Orte bräuchten wir eigentlich noch mehr.“

„Mit dem Café Grimm verlieren wir fast ein Kulturgut.“

Marie Haus, Dehoga

„Sehr, sehr schade“, kommentiert Bezirksbürgermeister Thomas Kring die Entscheidung. „Das Café Grimm ist geradezu eine Institution. Für die Innenstadt ist das ein großer Verlust.“ Kring verbindet das Café mit persönlichen Erinnerungen. Eine Tante habe ihn als Kind immer mal wieder zum Kuchenessen mitgenommen.

Auch Matthias Zenker von der Interessengemeinschaft IG 1 bedauert die Entwicklung. Wenn ihn Bekannte nach einem Wuppertaler Café gefragt hätten, habe er sie „zum Grimm“ geschickt. Schon durch seine Lage sei es „eine Anlaufstelle für Jung und Alt, für alle Zielgruppen“.

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