Buch über Adventskalender

Die bunte Welt der Vorweihnachtszeit

Peter Nicolaus ist profunder Kenner der Adventskalender-Historie. Foto: Stefan Fries
+
Peter Nicolaus ist profunder Kenner der Adventskalender-Historie.

Peter Nicolaus hat ein Buch über Adventskalender veröffentlicht.

Von Bernadette Brutscheid

Wuppertal. Spätestens heute Abend werden sie wieder befüllt: Mit dem 1. Dezember startet die Zeit der Adventskalender. Ob selbstgemacht, fertig mit Schokolade gefüllt, als teurer vorgefüllter Kalender oder als Escape Game mit 24 Kapitel – die Bandbreite ist enorm. Einer, der so ziemlich jede Form des Adventskalenders kennt, ist Peter Nicolaus. Mit Leidenschaft und Enthusiasmus sammelt der Wuppertaler seit mehr als 30 Jahren Adventskalender. Mehr als 2000 Exemplare mit einer enormen Bandbreite und vielen seltenen Schätzchen sind inzwischen zusammengekommen. Vom ersten Kalender aus dem Jahr 1900 bis zu ausgewählten Exemplaren der Gegenwart reicht das Spektrum. Nicolaus widmet sich zusätzlich der Historie der Adventskalender, der Illustratoren und Verlage und ist somit zu einem Fachmann auf diesem Gebiet avanciert. Mehrere Ausstellungen und Publikationen unterstreichen das.

Sein enormes Wissen hat er nun in einem Buch veröffentlicht, das seinesgleichen sucht. Auf knapp 300 Seiten mit 680 farbigen Abbildungen lässt er die Leser eintauchen in die bunte und vielfältige Welt der Vorweihnachtszeit. Gleich zu Beginn wartet er mit einer überraschenden Neuigkeit auf. Nicht die „Weihnachtsuhr für Kinder“ aus dem Jahr 1902 ist, wie bisher angenommen, der erste gedruckte Wandkalender. Nicolaus konnte durch seine intensive Nachforschung belegen, dass bereits 1901 „St. Nikolaus der Weihnachtsmann“ auf dem Markt war. Ein Adventskalender in dreieckiger Form, gefaltet und aufklappbar, bisher weitgehend unbekannt.

Belege über das Zählen der Tage bis Weihnachten in Form eines Adventskranzes mit Kerzen gab es bereits 1838. Nicolaus stellt Raritäten vor wie „Ruprechts Advent-Wunderschau“ aus den 1930er Jahren, aufgebaut wie ein kleines Theater, ein Spielzeug.

Die Adventsuhren haben es ihm besonders angetan. Dem Zifferblatt einer Uhr nachempfunden, gehören sie zu den Frühformen der Adventskalender und begannen, bedingt durch die zwölf Felder, oft erst am 13. Dezember.

Autor Peter Nicolaus präsentiert in seinem Buch die unterschiedlichsten Arten der Kalender, zum Hängen, zum Aufstellen, als Häuschen, zum Falten, mit und ohne Beleuchtung und in vielerlei Design. Immer gepaart mit fundiertem Hintergrundwissen.

Ungewöhnliches Motiv aus Wuppertal

So ein informatives Buch kann nur jemand schreiben, der tatsächlich mit Leib und Seele dabei ist. Acht Jahre hat er an dem Buch gearbeitet, recherchiert, Kontakte hergestellt, Interviews geführt. Peter Nicolaus gibt sein Wissen gerne uneingeschränkt weiter, auch über die Verlage oder die Illustratoren.

So findet sich in seiner Zusammenstellung auch ein Kalender von Sulamith Wülfing aus Wuppertal. Die 1989 gestorbene Künstlerin, die gerne Feen, Dämonen, Drachen und Insekten zeichnete, entwarf 1936 ein ungewöhnliches Motiv. Aus dem Geäst eines Baumes entspringen Blüten, in denen sich die Türchen verbergen.

Anrührend ist das Kapitel über gesammelte Kindheitserinnerungen früherer Jahre an den jeweiligen Lieblingskalender, lustig ist der Abschnitt über die Kalender als Werbeträger.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach Schüssen in Remscheid: Die Opfer müssen sich verstecken
Nach Schüssen in Remscheid: Die Opfer müssen sich verstecken
Nach Schüssen in Remscheid: Die Opfer müssen sich verstecken
Lange Haftstrafen für Rocker aus Wuppertal
Lange Haftstrafen für Rocker aus Wuppertal
Lange Haftstrafen für Rocker aus Wuppertal
Vier Menschen gerettet, eine Person weiter vermisst
Vier Menschen gerettet, eine Person weiter vermisst
Vier Menschen gerettet, eine Person weiter vermisst
Öffentlichkeitsfahndung nach unbekanntem Einbrecher
Öffentlichkeitsfahndung nach unbekanntem Einbrecher
Öffentlichkeitsfahndung nach unbekanntem Einbrecher

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare