Verkehr

Bundestag diskutiert über A 3-Ausbau

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Die Autobahn 3 zwischen Leverkusen, Solingen und Hilden gehört zu den am stärksten befahrenen Straßen in ganz Deutschland. Ihr Ausbau birgt Zündstoff. Der Bundestag soll nun nachbessern. Das wünschen sich jedenfalls die betroffenen Kommunen.

METTMANN Abgeordnete sprachen in Langenfeld über den Ausbau der A 3 auf acht Spuren.

Von Stephan Meisel

Der geplante achtspurige Ausbau der Autobahn 3 zwischen Opladen und Hilden wird bald den Bundestag beschäftigen. Dabei sollen die Berliner Parlamentarier die aus den betroffenen Städten geforderte zeitweise Nutzung der Standspur als vierten Fahrstreifen aufgreifen und die von den Autobahn-Planern vorgesehene Verbreiterung der Trasse in teils geschützte Landschaft verwerfen. Das ist nach Angaben von Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) das Ergebnis einer Gesprächsrunde im Rathaus mit seinen Amtskollegen aus Hilden und Solingen, Landrat, Bundes- und Landtagsabgeordneten.

Auch Solingens OB Kurzbach setzt sich für Änderungen ein

Hintergrund: Die A 3 gilt als eine der meist befahrenen Straßen Deutschlands. Den Abschnitt um Langenfeld passieren täglich im Schnitt rund 120 000 Autos, darunter rund zehn Prozent Lastwagen. Ständig kommt es zu Staus und stockendem Verkehr. Bis 2030 nimmt der Verkehr dort laut aktueller Schätzung um bis zu 15 000 Fahrzeuge am Tag zu, der Lkw-Verkehr soll hiervon 17 Prozent betragen. Der Bundesverkehrswegeplan sieht daher den achtspurigen Ausbau der bislang sechsspurigen A 3 zwischen Hilden und Leverkusen auf einer Länge von 19,7 Kilometer vor.

Schneider äußerte sich enttäuscht darüber, dass von 28 eingeladenen Bundes- und Landespolitikern nur fünf ins Rathaus gekommen waren: der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt, die Landtagsabgeordneten Claudia Schlottmann, Arne Moritz und Rainer Deppe (alle CDU) sowie von den Grünen Ina Besche-Krastl aus dem Büro des Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld.

Von kommunaler Seite waren die Hildener Bürgermeisterin Birgit Alkenings, Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (beide SPD) und Landrat Thomas Hendele (CDU) dabei. „Anscheinend gibt es bei den nicht anwesenden Parteien kein Interesse an einem für die Bürger der Region so wichtigen Infrastruktur-Projekt“, mutmaßte Schneider.

AUSBAU

VERKEHRSZUNAHME Den 19,7 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 3 zwischen Hilden und Opladen passieren täglich im Schnitt rund 120 000 Autos, darunter rund zehn Prozent Lkw. Bis 2030 soll der Verkehr deutlich zunehmen. Der Bundesverkehrswegeplan sieht daher den achtspurigen Ausbau des bislang sechsspurigen A 3-Abschnitts vor. Kosten: rund 286 Millionen Euro.

Der Austausch machte nach dem Eindruck des Langenfelder Bürgermeisters deutlich, „dass sich fast alle Anwesenden über die Notwendigkeit einer zusätzlichen Fahrspur auf dem diskutierten Teilstück zwischen Leverkusen und Hilden einig sind“. Im Juli hatte der Langenfelder Stadtrat einstimmig eine Resolution gegen die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Verbreiterung auf acht Fahrspuren plus zwei Standstreifen beschlossen. Statt – wie geplant – entlang dieser Strecke die streng geschützten Grünflächen zu bebauen, sollten nach dieser Resolution künftig in beiden Richtungen die Standstreifen als vierte Fahrspur genutzt werden. Dies ermögliche die grundsätzlich befürwortete Achtspurigkeit mit gutem Lärmschutz, wenigen Nothaltebuchten, Tempolimit und digitaler Verkehrslenkung. Auch die Stadtverantwortlichen von Solingen und Leichlingen vertreten diese Position. Der Hildener Stadtrat sprach sich im November mehrheitlich gegen den Ausbau auf acht Fahrspuren aus.

Schneider und Kurzbach legten den Parlamentariern die Forderung nahe, die Standspur nach dem Vorbild des A 3-Teilstücks zwischen Ratingen und Duisburg als jeweils vierten Fahrstreifen auf Dauer zu nutzen. Dies würde, so Schneider, den Natur- und Landschaftsschutzgebieten sowie dem Lärmschutz „in diesem Verdichtungsraum Rechnung tragen“. Hierauf dringt auch eine Bürgerinitiative.

Schneider zufolge sicherten die CDU-Abgeordneten zu, sich für die Prüfung der Standspur-Lösung als zusätzliche Alternative bei den Planungen einzusetzen. „Unter Umständen auch unter Berücksichtigung einer Gesetzesänderung“, so Schneider.

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