Wuppertal

Bundesgartenschau in Wuppertal? Planer setzen auf den Zoo

In der Bundesgartenschauplanung wird nun auf drei Kernareale gesetzt – der Grüne Zoo wird Bestandteil des Konzepts. Grafik: Stadt Wuppertal
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In der Bundesgartenschauplanung wird nun auf drei Kernareale gesetzt – der Grüne Zoo wird Bestandteil des Konzepts.

Seilbahn durch den Zoo, neues Leben für leerstehende Zoo-Gastronomie und Europas größte Hängebrücke - ist die Bundesgartenschau in Wuppertal finanzierbar? Dazu gibt es nun ein erstes Gutachten und Reaktionen aus der Lokalpolitik.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Das aktualisierte Gutachten zur Bundesgartenschau (Buga) 2031 in Wuppertal liegt den Ratsfraktionen vor. Das Gutachten ist Grundlage für eine Abstimmung im Stadtrat, die noch in diesem Jahr auf der Tagesordnung stehen soll.

Fasst der Stadtrat den Grundsatzbeschluss für die Bundesgartenschau in Wuppertal, würde dies weitere Planungen und größere Investitionen in Gang setzen. Die Entscheidung, ob eine Buga in Wuppertal stattfinden wird, fällt aber erst zu einem späteren Zeitpunkt mit der Abstimmung über den Durchführungsbeschluss.

„Die Finanzierung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert.“

Wuppertals OB Uwe Schneidewind

Das von der Stadt veröffentlichte Gutachten setzt auf einer Studie auf, die das Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten 2018 vorgelegt hatte. Sowohl in der ersten als auch zweiten Fassung gehen die Planer von 70,9 Millionen Euro aus, die von der Stadt aufgebracht werden müssten.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hat die Mitglieder des Bewerbungsbeirates, in dem die Ratsfraktionen vertreten sind, informiert, dass sich der Verwaltungsvorstand „aufgrund der offenen Finanzierungsfrage“ entschlossen habe, die Studie erst zur Novembersitzung im Rat einzubringen. Schneidewind weist darauf hin, „dass die Finanzierung der Buga zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert ist“ und weitere Gespräche geführt werden müssten, um Förderzugänge zu identifizieren.

Stadtkämmerer Johannes Slawig sieht aktuell keinen finanziellen Spielraum für die Ausrichtung der Buga. Corona, Hochwasser und der Nachholbedarf bei der Infrastruktur erforderten bereits einen zusätzlichen Kreditbedarf von 300 Millionen Euro.

Folgende Veränderungen zur ersten Machbarkeitsstudie sieht das zweite Gutachten vor: War bisher von zwei Kernarealen – Tescher Wiesen und Wupperpforte – die Rede, so soll die Buga nun drei Kernbereiche aufweisen. Dem Grünen Zoo wird ein größerer Stellenwert eingeräumt. „Die Buga unterstützt die Ambitionen des Grünen Zoos und rückt die Gesamtheit der Parkanlage in den Fokus. Die Neugestaltung der Tierhabitate läuft unter der Regie des Grünen Zoos. Die Buga hilft, die denkmalgeschützte Parklandschaft nachhaltig in Wert zu setzen“, heißt es in dem Gutachten. Die geplante Seilbahn durch den Zoo zur Königshöhe sowie der Einsatz von E-Rollstühlen sollen den Grünen Zoo barrierefrei machen. Das seit Jahren leerstehende Gebäude der früheren Zoo-Gastronomie soll als Orangerie und Blumenhalle genutzt werden.

War in der ersten Studie von den Tescher Wiesen die Rede, so wird der Bereich nun auf den Tescher Stich mit der Alten Gärtnerei und dem Lokschuppen-Areal begrenzt. „Vorteil ist, dass der Eingangsbereich nun im Umfeld des Vohwinkeler Bahnhofs liegt, was die Erschließungssituation verbessert“, sagt Dezernent Frank Meyer. „Das neue Konzept sieht eine nachhaltige Zirkularität und Mobilität vor, so wird darauf verzichtet, Flächen für Parkplätze zu versiegeln“, sagt Meyer.

Keine gravierenden Veränderungen sehen die Pläne für das Areal Wupperpforte vor. Zwischen Kaiserhöhe und Königshöhe ist die längste Hängebrücke der Welt geplant, die beide Waldparks verbinden soll.

Die Finanzierung bewerten SPD und CDU unterschiedlich

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus-Jürgen Reese begrüßt, dass dem Grünen Zoo deutlich mehr Gewicht in der Planung eingeräumt wird. „Das ist sehr positiv, weil der Zoo ohnehin wegen der geforderten artgerechten Haltung entwickelt werden wird“, so Reese. Was die Finanzierung der Buga angeht, möchte er die vorgelegten Zahlen nicht überbewerten. „Es handelt sich lediglich um eine Machbarkeitsstudie.“

Für Ludger Kineke, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist das Thema Finanzierung von großer Bedeutung. „Durch Corona und das Hochwasser sind die Belastungen für den städtischen Haushalt so groß wie nie zuvor“, sagt Kineke. Die stärkere Einbeziehung des Zoos bewertet er als gute Idee. Schwächen weise der Plan in den Wegebeziehungen auf. „Was macht der Besucher, wenn er über den Zoo und die Königshöhe auf der Kaiserhöhe angekommen ist?“ Probleme könnte es zudem auf der Königshöhe geben, weil dort Grundstücksfragen noch ungeklärt sind.

Hintergrund

Der Redaktion liegt eine Fassung des erweiterten Gutachtens vor, in der Oberbürgermeister Uwe Schneidewind gegenüber den Wuppertalern und auswärtigen Gästen für die Buga wirbt. Dieses Vorwort ist in der von der Stadt veröffentlichten Version nicht mehr enthalten.

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