Bürger sollten beim Entscheid für Nein stimmen

Buga: Ein Video und viele Argumente gegen Zweifel

In diesem Jahr findet die Bundesgartenschau in Erfurt statt.
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In diesem Jahr findet die Bundesgartenschau in Erfurt statt.

In einem Werbefilm wird erläutert, warum Wuppertal mit den Planungen zur Bundesgartenschau beginnen sollte.

Von Andreas Boller

Wuppertal. In dieser Woche wurde das Bugatal-Video im Internet freigeschaltet. Über das Suchwort „Bugatal“ lässt sich der Clip im Netz leicht finden. In dem zweiminütigen Werbefilm wird erläutert, warum die Wuppertalerinnen und Wuppertaler am 29. Mai beim Bürgerentscheid „Nein“ sagen sollten. „Bugatal 2031 – manchmal muss man einfach Nein sagen“, so heißt der Titel des Clips, der im Hause der Stadtsparkasse vor Förderern und Unterstützern der Pläne zur Buga-Bewerbung uraufgeführt wurde.  Es hat sich herumgesprochen, dass ein „Nein“ zum Bürgerbegehren den eigentlichen Start der Buga-Planungen zur Folge haben würde, während ein „Ja“ zum Ende aller Überlegungen führen würde.

Gunther Wölfges, Vorsitzender des Vorstands der Stadtsparkasse, begrüßte einflussreiche Befürworter und Unterstützer der Buga-Pläne und stellte die rund 25 Teilnehmer einzeln vor. In kurzen Statements wurden von ihnen Argumente für eine Bewerbung Wuppertals für die Buga 2031 genannt. Gunther Wölfges erinnerte daran, dass vier Ratsfraktionen und 80 Prozent der Ratsmitglieder den Buga-Plänen zugestimmt haben. „Eine Bundesgartenschau ist etwas, das viele Bürger aus eigener Anschauung kennen und schätzen“, sagte Wölfges, der sich zuversichtlich zeigt, dass die Abstimmung zugunsten der Buga-Befürworter ausgehen werde und nicht wie bei der Seilbahn mit einer Ablehnung ende.

Aus dem Kreis der Vertreter der sogenannten Stadtgesellschaft wurde jedoch auch Skepsis geäußert. Kreishandwerksmeister Arnd Krüger bezeichnete die Buga als einen wichtigen Impuls für eine Stadt, die im Hinblick auf Innovationen noch von ihrem Erbe aus dem 19. Jahrhundert zehre. Arnd Krüger geht davon aus, dass die Buga-Gegner gewinnen werden. Eine Aussage, die in diesem Kreis manchen überrascht haben dürfte.

Zweifel an einem aus Sicht der Buga-Befürworter positiven Ausgangs des Bürgerbegehrens klangen aber auch in den Statements von Joachim Schmidt-Hermesdorf, Vorsitzender des Kunst- und Museumsvereins, sowie von Markus Rathke, Bund Deutscher Architekten, durch. 

Holger Bramsiepe, Vorsitzender des Förderkreises, sieht die Abstimmung nicht als Selbstläufer. Daher sei es erforderlich, in den letzten Wochen vor der Stimmabgabe in der Öffentlichkeit in die Offensive zu gehen und Menschen mit Argumenten zu überzeugen. 

Argumente, die für eine Bewerbung sprechen, wurden aus der Runde in großer Fülle aus den unterschiedlichen Blickwinkeln genannt. Guido Gruening, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Wuppertal, sieht ähnliche Vorteile für die Entwicklung des Wohlstands in der Stadt wie die Unternehmerin Dorothee Becker, die dem Vorstand des Fördervereins angehört.

Für den Uni-Rektor macht die Buga die Stadt attraktiv

Henner Pasch, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer, sprach von der Buga als einem „hammerharten“ weichen Standortfaktor. Und selbstverständlich sei eine positive Entwicklung gut für die gesamte bergische Region. Uni-Rektor Lambert T. Koch erklärte, dass beim Werben um Studenten und Arbeitskräfte die gleichen Kriterien gelten würden. Die Buga in Wuppertal trage zur Attraktivität der Stadt bei und könne den Blick weltweit auf Wuppertal richten.  Aufmerksamkeit ist die wichtigste Währung“, sagte Lambert T. Koch.

Geld spielt in der öffentlichen Diskussion um die Buga-Pläne ebenfalls eine Rolle. „Warum sollte man auf einen Zuschuss von 50 Millionen Euro verzichten wollen?“, lautete die rhetorische Frage von Josef Beutelmann, der sich zum Unterstützerkreis zählt, dem sich unter anderem auch alle Rotary- und Lions-Clubs angeschlossen haben. 

Aufklärungsarbeit wollen die Befürworter leisten, was die Finanzierung der Bundesgartenschau angeht. Die Gegner führten Kosten in Höhe von 70 Millionen Euro und mehr an, die anderweitig besser zu verwenden seien. Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing, und Marketingprofi Vok Dams stellten dieser Kritik den Werbewert durch Veröffentlichungen über die Buga in Wuppertal im Internet und in anderen Medien gegenüber. Zudem, so wurde in mehreren Beiträgen erklärt, werde die finanzielle Belastung für die Stadt frühestens 2032 wirksam. 70 Millionen Euro seien auf neun Jahre berechnet keine exorbitante Summe, denn dies entspreche den Jahresausgaben der Stadt für Bauvorhaben in einem Jahr. Der Weg zur Entwicklung einer Bundesgartenschau sei das eigentliche Ziel.

Christoph Nieder, langjähriges Mitglied des Stadtmarketingvereins Wuppertal Aktiv!, sprach vielen in der Runde aus dem Herzen, als er sagte: „Ich möchte nicht länger darüber sprechen, ob wir etwas in dieser Stadt machen wollen, sondern darüber, wie wir es machen sollten.“ So müsse zum Beispiel durch Sondertickets und Aktionen sichergestellt sein, dass es allen Wuppertalerinnen und Wuppertalern ermöglicht werde, die Ausstellungen der Buga zu besuchen.

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