Mirke

Bürger gestalten ihr Elberfeld gemeinsam

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Der Mirker Bahnhof ist Treffpunkt im Quartier und auch Startpunkt des Forums Mirke.

WUPPERTAL Das Wuppertaler Forum Mirke bringt seit fünf Jahren das Quartier voran. Es fehlt nicht an Aufgaben.

Von Stephan Korfe

Was das Forum Mirke im Kern ausmacht, bringt Forumsmitglied Christian Hampe mit einem Satz auf den Punkt: „Im Forum kommen Bürger zusammen und gestalten ihre Stadt gemeinsam.“ Seit gestern tun sie das seit genau fünf Jahren.

Großen Anteil an der Bürgerinitiative haben neben vielen Privatleuten auch die Alte Feuerwache oder die Utopiastadt. Und Christian Hampe hat als Geschäftsführer der Utopiastadt gGmbH und als Mitgründer des Forums den Quartiersprozess von Beginn an begleitet. Nach den Wirkungen des Forums gefragt, muss Hampe nicht lange überlegen.

Das Forum Mirke als Vernetzungs- und Dialogplattform

Zu den Erfolgen zählt er beispielsweise das Mitwirken des Forums bei der Baumrettung auf dem Carnapsplatz oder beim Verhindern des Verkaufs der Diakoniekirche. „Aber es geht auch viel grundlegender darum, dass wir es schaffen, seit fünf Jahren regelmäßig mit allen Menschen im Quartier zu sprechen“, sagt er.

Jana Ihle, die die Alte Feuerwache im Forum vertritt, betont dabei noch einen weiteren Punkt. „Im Quartier ist Armut ein großes Thema“, sagt sie. „Dabei versuchen wir auch gerade die Interessen der Menschen, die vielleicht nicht selbst für sich sprechen können, bei allen Forumsgesprächen zu vertreten.“

Sprechen, informieren, partizipieren. Der Anstoß einer Bürgerbeteiligung beim Thema Umbau Neue Friedrichstraße geht zum Beispiel auch auf das Forum zurück. Dabei macht sich die Bürgerinitiative dafür stark, dort eine Fahrradstraße einzurichten. „Wir sehen die Themen Verkehr und Nahmobilität auch als sehr wichtig für das Quartier an“, sagt Forumssprecherin Inge Grau dazu. „Und da möchten wir jetzt in der Zukunft auch mit den Bürgern weiter in Kontakt kommen und Aktionen starten“, sagt Grau.

Zu den vielen Aktionen gehören auch die mittlerweile 16 Mitmachprojekte, die das Forum innerhalb des Quartiers unterstützt. Da gibt es beispielsweise einen Sprachkurs für Mütter mit Migrationshintergrund oder einen Workshop zum Thema „Gesunde Ernährung“ für Jugendliche. „Es geht bei der Forumsarbeit auch darum, die verschiedenen Milieus im Quartier zusammen zu bringen“, sagt Hampe. „Zivilgesellschaftliches Engagement in der Mirke gab es aber immer schon.“

FORUM: MIRKE

RÜCKBLICK Die Teilnehmer des ersten „Forum: Mirke“ trafen sich am 5. November 2013 in den Räumlichkeiten der Utopiastadt. Mit vielen Ehrenamtlichen und Institutionen wie der Alten Feuerwache oder der Utopiastadt hat sich das Forum mittlerweile als eine feste Vernetzungs- und Dialogplattform für die Quartiersbewohner etabliert.

Auf dieser Basis konnte daher auch das Integrierte Handlungskonzept der Stadt aufsetzen. In dem Stadtteilentwicklungskonzept vor einigen Jahren wurde angeregt, eine entsprechende Bürgerinitiative zur Quartiersentwicklung zu gründen. Zu Beginn kamen die Ehrenamtlichen dabei über die Utopiastadt zusammen, später ging das Forum daraus hervor. Heute fungiert das Forum auch als Mittler zwischen der Stadtverwaltung, der Bezirksvertretung und den Bürgern. „Denn wir wissen einfach, was im Quartier passiert“, sagt Inge Grau.

Zu den Herausforderungen für die nächsten Jahre zählt Jana Ihle das Thema Armut. Gegensteuern will das Forum laut Christian Hampe dabei etwa mit Bildungs- und Qualifizierungsangeboten. „Auch sehen wir punktuell schon eine Gentrifizierung“, sagt Jana Ihle. „Und dabei fragen wir uns, wie man es hinkriegt, dass die Mieter nicht ausgetauscht werden“, sagt Inge Grau. Zukunftsarbeit hat Forum also genug.

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