Buchtipp: Düsseldorfs Sagen und Legenden

Der Radschlägerwettbewerb am Rheinufer: Auf welche Legende die bis heute erhaltene Tradition zurückgeht, ist offen. Das Märchenbuch beleuchtet die Variante, die mit einer Hochzeit zusammenhängt. Foto: Judith Michaelis
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Der Radschlägerwettbewerb am Rheinufer: Auf welche Legende die bis heute erhaltene Tradition zurückgeht, ist offen. Das Märchenbuch beleuchtet die Variante, die mit einer Hochzeit zusammenhängt.

Von Radschlägern und der weißen Frau

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf Eine große Stadt wie Düsseldorf hat viele Sagen und Legenden, wenn sie auf ihre lange Geschichte zurückblickt. Dazu gehören die Radschläger genauso wie der feurige Mann von Bilk oder die berühmte weiße Frau vom Schloss. Hexen und Teufel spielen genauso eine Rolle wie geheime Gänge und gruselige Türme. Ein neues Buch fasst all diese Märchen zusammen. Es enthält 18 Geschichten zum Vorlesen und zum Selberlesen.

Diese lehnen sich an historische Überlieferungen an, so richtig lebendig werden sie aber erst in der Fantasie der Kinder. Sie können mit dem neuen Buch die Schätze aus der Stadthistorie vom Kinderzimmer aus oder vor Ort entdecken.

Stadtplan im Buch lädt zum Besuch der Märchenorte ein

Denn das Besondere der Märchen ist, dass es noch heute die Orte gibt, an denen sie sich der Legende nach abgespielt haben sollen. Dazu gehört Sankt Lambertus, wo der Teufel einst sein Unwesen getrieben haben soll, genauso wie der Schloss-turm am Rheinufer, der an die weiße Frau im alten Schloss erinnert. Auch die Ratinger Straße oder der Marktplatz bilden eine Brücke zu den Geschichten, die für Erstaunen aber auch für Gänsehaut sorgen können. Im Buch findet sich ein Stadtplan, der zu einem Besuch der Märchenorte einlädt, die teilweise auch in Gerresheim, Kaiserswerth oder Bilk etwas weiter vom Zentrum entfernt liegen. Liebevoll illustriert wurde das „Düsseldorfer Märchenbuch“, das im Kölner Marzellen Verlag erschienen ist, von Gisela Specht.

Eine Geschichte erzählt von den Düsseldorfer Radschlägern. Eine Disziplin, die bis heute in einem großen Wettbewerb der Düsseldorfer Kinder lebendig gehalten wird. Der Radschläger findet sich auch immer wieder als Markenzeichen für die Landeshauptstadt – so zum Beispiel auf den Kanaldeckeln. Beim Ursprung gibt es verschiedene Ansätze. Eine Geschichte blickt auf einen berühmten Hochzeitszug. Ob es sich dabei um die Hochzeit des berühmten Jan Wellem oder von Johann Wilhelm I. gehandelt hat, ist umstritten. Erzählt wird aber, dass die Braut damals mit großer Sorge und einem ziemlich traurigen Gesicht in Düsseldorf eingezogen ist und dass Kinder sie mit dem Rad schlagen wieder zum Lachen gebracht haben sollen.

Eine nicht minder berühmte Geschichte erzählt vom Teufel und der Kirche Sankt Lambertus. Der Höllenfürst blickte demnach voller Zorn auf den 70 Meter hohen Kirchturm, der ihn ständig an den großen Zusammenhalt der Gläubigen mit Gott erinnerte. Dabei wäre es ihm deutlich lieber gewesen, wenn die Menschen nur zum Satan beten würden. Aus der Kirche wollte er einen Ort der Sünde machen und schmiedete deshalb einen Plan, der Zwietracht unter die Düsseldorfer säen sollte. Dieser ging zunächst auf und sorgte für einen großen Streit unter den Gläubigen der Stadt. Der Teufel hoffte, dass er Sankt Lambertus schon bald als Residenz übernehmen könnte. Doch die Menschen spielten nicht mit und vertrugen sich plötzlich wieder. Der Zorn des Höllenfürsten war mächtig und er wollte die stolze Kirche niederbrennen. Doch der mutige Schlossermeister Josef Wimmer stoppte unter Lebensgefahr die Flammen und rettete das Gotteshaus. In letzter Not versuchte der Teufel mit einem Seil an der Kirchturmspitze das Gebäude aus den Grundfesten zu reißen. Das misslang, aber noch heute erinnert die merkwürdige Krümmung der Turmspitze an die teuflische Legende.

Isa Herrmann, Frank Tewes: Das Düsseldorfer Märchenbuch, Marzellen Verlag, 122 Seiten, 14,95 Euro

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