Nach Diebstahl

Bronzetafeln werden nicht erneuert

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Sechs Bronzetafeln haben die Diebe gestohlen, sieben weitere hat die Stadt eingelagert.

WUPPERTAL Diebe hatten Tafeln gestohlen, die an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs erinnern.

Von Friedemann Bräuer

Sieben Lücken klaffen in den Nischen des Mahnmals auf dem Elberfelder Ehrenfriedhof am Königshöher Weg. Dort waren bis zum November vor zwei Jahren 14 Bronzetafeln mit den Namen der Elberfelder Soldaten aufgeführt, die im Ersten Weltkrieg (1914-1918) ihr Leben ließen.

Im November 2017 haben Metalldiebe zunächst eine, dann kurz darauf fünf weitere Bronzetafeln abmontiert und offensichtlich wegen des Materialwertes gestohlen, was auch bei einem erheblichen Gewicht von rund 200 Kilogramm pro Tafel, also insgesamt 1,2 Tonnen, eine ziemliche kriminelle Energie erforderte. Außerdem ist der Ehrenfriedhof von Wald umgeben und mit einem Lkw für den Abtransport der Beute gar nicht so leicht zu erreichen.

Die übrig gebliebenen Tafeln wurden dann seitens der Stadt abmontiert und an einem geheim gehaltenen Ort vorsorglich eingelagert.

Der materielle Verlust für das wertvolle Metall tritt jedoch angesichts des ideellen Wertes der Tafeln weit in den Hintergrund. „Die Diebe bekommen dafür doch nur den Schrottwert, zerstören aber das Andenken an die Gefallenen“, äußerte sich auch Historikerin Heike Ising-Alms, bei einer Führung vor zwei Jahren, angesichts der Skrupel- und Gefühllosigkeit des pietätlosen Diebstahls fassungslos.

Wiederherstellung der Tafeln würde 15 000 Euro kosten

Zwar wurden vor dem Diebstahl seitens der Stadt hochauflösende Fotos der Tafeln angefertigt, doch ist mit einer Rekonstruktion kaum zu rechnen, denn auch die Wiederherstellung der Tafeln aus Kunststoff ist mit erheblichen Kosten verbunden, die die Stadt angesichts leerer Kassen offensichtlich nicht tragen kann.

„Das würde rund 15 000 Euro kosten“, erklärte Wuppertals Stadtsprecher Thomas Eiting und deutete damit an, dass die Erinnerung an die gefallenen Eberfelder Soldaten des Ersten Weltkrieges damit unwiederbringlich verloren sein würde.

Ein Umstand, mit dem sich beispielsweise Reinald Schneider nicht abfinden möchte: „Die Gefallenen haben ihr meist junges Leben gegeben, und wir feilschen wie auf dem Basar“, sagt Schneider. Er schlägt eine Wiederherstellung in Galvano-Plastik vor.

Derzeit sind die Namen der Gefallenen lediglich auf den schlichten Grabsteinen in Form des Eisernen Kreuzes festgehalten, die sich unabhängig vom militärischen Rang der Verstorbenen auf dem weiten Terrain aneinander reihen. „Diese Anlage wird von der Stadt Wuppertal unterhalten und ist dem Schutz der Bevölkerung anvertraut“, heißt es auf einer Hinweistafel am Eingang des Ehrenfriedhofes. Eine Mahnung, die die Diebe in ihrer Habgier offensichtlich kalt ließ.

Dass die Erinnerung an die Gefallenen, die „für Volk und Vaterland“ ihr Leben lassen mussten, nun endgültig zerstört worden ist, will Reinald Schneider nicht in den Kopf „Das haben die Toten nicht verdient.“

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