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Horst Seehofer erlebt Notlandung in Frankfurt - „Flugbetrieb eingestellt“

Wegen technischer Probleme musste Horst Seehofer einen Hubschrauberflug abbrechen. Wie ernst es mit der Notlandung war, bemerkte er nicht sofort.
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Diskussion

Brexit verunsichert bergische Wirtschaft

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Peter Völkel (von rechts), Andreas Otto und Jakob Steffen diskutierten über den Austritt Großbritanniens. 

REMSCHEID Unternehmer und Banker diskutierten im Werkzeugmuseum in Remscheid über den britischen EU-Austritt.

Von Sabine Naber

Der Brexit und die möglichen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft war das Thema einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Deutschen Werkzeugmuseum an der Remscheider Cleffstraße. Eingeladen dazu hatte Bezirksbürgermeister Ernst-Otto Mähler (SPD) den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank im Bergischen Land  Andreas Otto, den Unternehmer Peter Völkel und Jakob Steffen, Geschäftsführer der J.S. Research in Wuppertal.

„Wo trifft uns der Brexit, für wen wird es besonders schmerzhaft?“, wollte RGA-Lokalchef Axel Richter, Moderator des Abends, von seinen Gesprächspartnern wissen. „Entscheidend ist die Form. Ein geregelter Brexit ist bedeutsam, aber nicht katastrophal“, erklärte der Unternehmensberater Jakob Steffen, der in Edinburgh studiert hat: „Ein Rauscrashen ist dagegen gravierend. Das würde zu einem Stopp auf dem Ärmelkanal führen und 400 000 Arbeitsplätze in Großbritannien stark in Mitleidenschaft ziehen.“

Bei einem geordneten Ausstieg gibt es seiner Meinung nach eine lange Übergangsphase. „Dann haben die Unternehmen Zeit, sich vorzubereiten. Kein Fallbeil saust runter. Aber eine absolute Vorbereitung gibt es nicht“, sagte er mit Blick auf die Währungsrisiken. 

„Das Problem ist, dass die Unternehmer nicht wissen, was kommt“, hielt Andreas Otto fest. „Es wird lange Übergangszeiten geben, aber die Briten sind gar nicht vorbereitet. Selbst der geregelte Brexit wird Arbeitsplätze kosten. Auch wir als Banken können das nur schwer einschätzen. Es muss vor allem endlich mal etwas entschieden werden.“

Für Peter Völkel, Geschäftsführer der Völkel GmbH mit intensiven Geschäftskontakten ins Vereinigte Königreich, ist das größte Problem, dass keiner weiß, was passieren wird. Täglich gehen von seiner Firma aus Waren nach England und umgekehrt.

Und schon jetzt gebe es höhere Preise: „Am französischen Zoll stehen die LKW stundenlang, weil wieder kontrolliert wird. Wir müssen uns darauf einstellen, dass entweder gar nichts mehr geht, oder alles durchgewunken wird.“ Die Engländer sähen den Ausstieg im übrigen wesentlich gelassener als wir in Deutschland.

Teilnehmer spielen einen deutschen EU-Austritt durch

Mit Blick auf etwaige Chancen, die der Austritt Großbritanniens bergen könnte, machte Peter Völkel deutlich, dass er sich – unabhängig vom Brexit – mehr und mehr auf Remscheid konzentriere. Das läge am Generationenwechsel seiner Geschäftspartner in England. “

Einen EU-Ausstieg Deutschlands, einen Dexit, mochten sich die drei Experten erst gar nicht vorstellen. „Wir Deutschen als Exportweltmeister sind große Profiteure der Europäischen Union. Abschottung geht in die völlig falsche Richtung. Das sehen wir ja in der Türkei oder Venezuela“, betonte Andreas Otto. Und Jakob Steffen zeigte sich sicher, dass ein Dexit der sichere Zusammenbruch des Euro bedeuten würde: „Mit desaströsen Folgen. Bei einer eigenen nationalen Währung wird der Wechselkurs durch die Decke gehen. Das war`s dann mit dem Exportweltmeister.“

„Und was  passiert, wenn die Briten den Antrag zurückziehen?“, fragte Richter. Peter Völkel warnte davor:  „Wenn sie drin bleiben ist die Katastrophe größer als beim No-Deal-Brexit.“ Und Andreas Otto gab zu bedenken: „Vielleicht brauchen wir das mal. Nach einem Ende mit Schrecken kann sich die EU wieder sammeln. Die Briten haben ohnehin ihre eigenen Regeln, eine eigene Währung.“

„Die Situation ist seit drei Jahren bekannt. Und die Einstellung der Briten kennen wir doch. Wir dürfen uns nichts mehr gefallen lassen“, hieß der Kommentar eines Zuhörers in der kurzen Diskussionsrunde am Ende.

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