Tierschau

Bonobo Bili geht es gut im Wuppertaler Zoo

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WUPPERTAL Bili geht es gut, teilt Zoodirektor Arne Lawrenz mit. Im Frühjahr hatte es viele Diskussionen über das Wohlergehen des Bonobo-Affen im Wuppertaler Zoo gegeben.

Von Céline Ivana Padtberg

Nachdem Bili im November letzten Jahres aus dem Frankfurter Zoo nach Wuppertal gekommen war, wurde er bei Rivalitätskämpfen zwischen den Affen verletzt. Aber das sei ein ganz normales Verhalten, hatte der Zoo immer wieder versichert.

Anfang des Jahres hatten Tierschüzer den Zoo wegen der Attacken der anderen Affen auf Bili und dessen Verletzungen heftig kritisiert, ihm Tierquälerei vorgeworfen. Es gab viele emotionale Äußerungen in den sozialen Medien, Demonstrationen vor dem Zoo, außerdem hatte es Morddrohungen und Angriffe auf Zoomitarbeiter gegeben.

Unterstützung bekam Zoodirektor Arne Lawrenz unter anderem vom Jane Goodall-Institut, einer internationalen Tier- und Umweltschutzorganisation, gegründet von der Affenforscherin Jane Godall. Der Vorsitzende Patrick van Veen hatte den Zoo besucht und anschließend erklärt: „Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass ,Bili’ nicht von seiner Mutter, sondern von Menschenhand aufgezogen wurde“. Denn für männliche Bonobos sei die Mutterbindung auch im Erwachsenenalter noch sehr wichtig, diese beschütze sie vor ernsten Attacken anderer Artgenossen.

Vor dem Hintergrund von Bilis Geschichte erklärte er: „Wir glauben, dass es die gegenwärtig beste Option ist, ,Bili’ in Wuppertal zu belassen.“

Zoodirektor Arne Lawrenz versichert aktuell, dass sich die Situation in der Bonobo-Gruppe inzwischen beruhigt hat: „Es gibt immer noch hier und da kleinere Auseinandersetzungen, aber Bili geht es gut.“ Keine Angst mehr vor öffentlichen Anfeindungen

Auch in der öffentlichen Diskussion sei inzwischen Ruhe eingekehrt, so Lawrenz. Zoomitarbeiter müssten keine Angst mehr vor Anfeindungen haben. Es gebe keine Demonstrationen mehr und die Berichterstattung werde seriöser und reflektierter. Der Zoo werde nicht mehr als tierquälend dargestellt.

Ab und zu kämen Tierschützer, die nach Bili schauen, und überprüfen, ob er Wunden habe. Lawrenz berichtet amüsiert, dass sie einmal eine vermeintliche Wunde in Bilis Gesicht bemängelten – es habe sich jedoch heraus gestellt, dass dies Spuren von Sexualkontakt waren. Denn auch das sei normal bei Bonobos: Sie lösten Konflikte mit Sex.

Bili habe mittlerweile sein Lieblingsweibchen Muleblue. „Er ist nach wie vor nicht der Mutigste, doch es wird weiter an der Integration mit verschiedenen Gruppenteilnehmern gearbeitet“, so Lawrenz.

Dennoch bleibe es offen, ob Bili endgültig in die Gruppe integriert wird. Bisher funktioniere alles so, wie es zu erwarten sei. Aber in einigen Wochen werde es eine Sitzung zu Bilis Zukunft geben. Denn eventuell wird in einem anderen Tierpark eine komplett neue Gruppe Bonobos zusammengestellt, bei der Bili bleiben könnte. Es könne jedoch nur darüber spekuliert werden, wie das Ergebnis dieser Sitzung aussehen wird.

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