Blütenbad: Schweißtreibende Probe für den Ernstfall

Rund 60 Feuerwehrkräfte wurden beim Einsatz im Leichlinger Blütenbad auf die Probe gestellt. Fotos: KS

BLÜTENBAD Keine leichte Übung für die Wehr: „Kellerbrand mit Personen im Gebäude.“

Von Kathrin Schüller

Leichlingen. Dichte „Rauchwolken“ kommen den Feuerwehrleuten am Kellereingang entgegen. Die Nebelschwaden simulieren zwar nur den Kellerbrand mit austretendem Natriumchlorid, machen den Einsatzkräften aber dennoch schwer zu schaffen. Die Männer und Frauen müssen sich in Uniformen und Schutzanzügen kniend durch die Gänge bewegen. Nur so gelingt es hier überhaupt, irgendwie die Orientierung zu behalten.

Nur ein kleiner  Kreisist eingeweiht

Der Probe für den Ernstfall mussten sich am Dienstagabend rund 60 Wehrkräfte stellen. Bis zuletzt wusste die Truppe nicht, was sie erwartet. Kurz nach 19 Uhr rücken die drei Löschzüge von der Hauptwache am Wallgraben aus. Als sie am Blütenbad ankommen, ist das Gebäude bereits evakuiert. Lars Zornstein, Fachangestellter der Bäderbetriebe, hat die Wehr alarmiert. Der 27-Jährige gehört nicht zum kleinen Kreis der Eingeweihten. Er wollte etwas im Keller holen, als er den „Brand“ bemerkte. Auch für ihn und das Bäder-Team wird die Übung zu einer Herausforderung. Denn der Nachwuchs des DLRG-Ortsverbands absolviert gerade sein Training. Und auch wenn sich statt der angekündigten „Handvoll“ Schwimmer an die 100 Kinder im Becken tummeln, klappt die Räumung des Gebäudes. Aufgebrachte Eltern können rasch beruhigt werden. Zornsteins Chef Dirk Brandt und der Sicherheitsbeauftragte Horst-Dieter Röhlke sind zufrieden. Knapp 60 Minuten nach dem Alarm wird der Betrieb wieder aufgenommen.

Inzwischen sind auch die drei „Verletzten“ aus dem Keller geborgen und zur Sammelstelle gebracht worden. „Versteckt“ worden waren die Dummys unter anderem zwischen Filtersäcken. Und das in Räumen, in denen durch Um- und Anbauten im Bad in den letzten Jahren einige Wände versetzt wurden. „Wir wollen sehen, wie die Leute damit klarkommen“ , erklärt Feuerwehrpressesprecher Thomas Schmitz, während der Ton drumherum rauer wird, je länger der Einsatz dauert. „So ein Anzug wird schnell zur Ein-Mann-Sauna“, bemerkt Roland Hillbrenner, der designierte Feuerwehrchef (" Meldung). „Das hier ist keine leichte Übung.“ Dafür sprechen am Ende auch erschöpfte Gesichter und schweißnasse Haare. Hillbrenner: „Durch solche Übungen lernt man, auch die eigenen Grenzen zu erkennen.“ In einem ersten Fazit ist auch Einsatzleiter Stefan Meiner mit dem Verlauf zufrieden. Die Manöverkritik kommt erst in ein paar Tagen. Danach werden Schwachstellen gezielt trainiert.

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