Zur Eröffnung am 16. April

So bieten Gegner dem Wuppertaler Primark die Stirn

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Wenn am 16. April die Primark-Filiale am Döppersberg öffnet, wird es auch Protestaktionen geben.

WUPPERTAL Zur Eröffnung der Filiale der irischen Modekette soll es am Döppersberg einen „Umsonst-Laden“ und Informationen über nachhaltige Kleidung geben.

Von Katharina Rüth

In weniger als zwei Wochen, am Dienstag, 16. April, eröffnet das Textilunternehmen „Primark“ seine Filiale am Döppersberg in Wuppertal. Einige Modefans werden die Tage zählen, andere blicken mit Skepsis auf das Geschäft, das aus mehreren Gründen umstritten ist. So plant das Bündnis „KPri“ (Kein Primark am Döppersberg) Aktionen zur Eröffnung auf dem Bahnhofsvorplatz.

Nach Angaben eines Primark-Sprechers sind die Ausbauarbeiten im Inneren abgeschlossen. Es gehe jetzt darum, das Personal vorzubereiten: „Wir werden ab dem 8. April beginnen, unsere Mitarbeiter zu schulen und sie mit ihrem neuen Arbeitsplatz am Döppersberg vertraut zu machen“, so der Sprecher. Rund 200 Mitarbeiter hat Primark engagiert, viele davon kommen aus umliegenden Filialen. Primarks Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann hatte gesagt, dass es 50 solcher Bewerbungen gab. Und er betonte, dass Primark Tariflohn zahlt. Auch aktuell sucht Primark auf seiner Internetseite noch „Mitarbeiter Verkauf“.

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Den letzten Schliff am Geschäft, so der Unternehmenssprecher, nähmen das „Team für Visual Merchandising“ und die Einzelhandelskaufleute vor, um die „feierliche Eröffnung“ vorzubereiten. Die ist für 10 Uhr am 16. April geplant. Für den Eröffnungstag kündigt das Unternehmen „großartige Unterhaltung“ an. Unter anderem werde ein DJ die musikalische Begleitung übernehmen und es werde eine Fotokabine geben, „um freudige Momente mit Freunden und Familie festzuhalten“.

Wie viele Menschen am ersten Tag erwartet werden, dazu hält sich das Unternehmen bedeckt: „Auch wenn wir nicht über genaue Angaben zu den erwarteten Kundenzahlen für den Eröffnungstag verfügen, freuen wir uns darauf, den Menschen in Wuppertal und der gesamten Region die Möglichkeit zu bieten, aktuelle Mode zu erschwinglichen Preisen zu kaufen.“

Weniger freudig blickt das Bündnis „KPri“ auf die Eröffnung. Die Gruppe, zu der unter anderem Mitglieder von Greenpeace und dem Organisationsteam der Schüler Demos „Fridays for Future“ gehören, hat seit 2014 immer wieder gegen die Ansiedlung des Unternehmens protestiert, bei Aktionen auf Umweltschädlichkeit der Textilindustrie und schlechte Arbeitsbedingungen in vielen Produktionsstätten hingewiesen. Stephanie Walter vom Aktionsbündnis erklärt, dass sich die Kritik „nicht nur gegen Primark“ richte. Primark sei nur ein prominentes Beispiel, für das es in der Engels-Stadt Wuppertal besonders viel Kritik gebe. Die Aktion zur Eröffnung solle jetzt ein Abschluss sein.

Dafür treffen sich die Aktivisten ab 9.30 Uhr auf der Geschäftsbrücke, unterhalb des Backwerk-Shops, wollen etwa bis 16 Uhr präsent bleiben. In einem Zelt eröffnen sie einen „Umsonst-Laden“, in dem sie gebrauchte Kleidungsstücke anbieten. „Das soll zeigen, dass wir schon viel Kleidung im Kleiderschrank haben“, man brauche nicht immer Neues, erklärt Stephanie Walter. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.“

Um diese anderen Möglichkeiten zu zeigen, kommt „Das Gefairt“, ein mobiles Kleidungsgeschäft im Lieferwagen. Unternehmerin Wiebke Nauber bietet darin fair hergestellte und gehandelte Kleidung an. Zur Aktion kann sie ihr Angebot nur präsentieren und zum Anprobieren einladen, ein Verkauf wurde nicht genehmigt.

PRIMARK

Fläche In dem auffälligen Gebäude am Döppersberg eröffnet Primark seine 29. Filiale. Auf 3200 Quadratmetern Verkaufsfläche werden Kleidung und Accessoires, Beauty-Produkte und Heimartikel angeboten. Ursprünglich waren 4500 Quadratmeter geplant, doch Primark reduzierte die Fläche. Nach Angaben des Unternehmens wird es 38 Umkleidekabinen und 24 Registerkassen geben.

Dazu legen verschiedene Gruppen Informationsmaterial zu den beiden Themen des Aktionsbündnisses aus: zu Umweltaspekten der Textilindustrie und zur sozialen Situation der Textilarbeiter. Geplant seien auch einige Reden, angefragt seien unter anderem Politiker, aber Konkretes stehe noch nicht fest, erklärt Stephanie Walter. Auch Musiker sollen auf der Geschäftsbrücke auftreten.

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