Planung

Ein Biergarten mit einem Ausblick bis zur Uni

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Christian Hampe von der Utopiastadt und Dieter Bieler-Giesen von der Stadt auf der historischen Treppe, die seit Jahren gesperrt ist und bald saniert werden soll.

WUPPERTAL Die Treppe am Mirker Bahnhof soll 2021 saniert werden.

Von Eike Rüdebusch

Der Mirker Bahnhof wird um ein weiteres Puzzlestück ergänzt, um ihn und die Umgebung langsam fertig werden zu lassen. 2021 sollen die Treppe zum Bahnhof und die Mauer daran saniert werden, sowie die dazugehörigen Flächen, rund 730 Quadratmeter.

Insgesamt werden 370 000 Euro investiert, die Mauer wird ausgefugt, fehlende Steine ergänzt, die Treppenstufen werden neu verlegt. Die oberen Flächen im Bereich der großen alten Kastanie sollen als Außengastronomie von Utopiastadt genutzt werden. Für die Gäste wird sich ein schöner Blick über die Stadt ergeben - vom Mirker Bahnhof aus über die Kreuzkirche zum Elberfelder Verwaltungsgebäude bis zur Uni – ohne Verzehrzwang.

Die Treppe soll zum Solar Decathlon fertig sein

Damit beginnt der große Umbau des Vorplatzes des Mirker Bahnhofs so, dass zum Solar Decathlon 2021, dem internationalen Gebäude-Energie-Wettbewerb, die Treppe fertig und ein ansehnlicher Eingang entstanden sein soll.

Dieter Bieler-Giesen (Ingenieur für Stadtentwicklung) stellte die Pläne kürzlich in der Bezirksvertretung Elberfeld vor und betonte, dass mit dem rechtzeitigen Umbau ein städtebaulicher Missstand behoben würde – vor der Ankunft von erwarteten 200 000 Gästen.

Die Treppe, die zum Denkmalensemble aus Bahnhof, Treppe, Gepäckabfertigung gehört, wurde 1822 als Teil des Bahnhofs gebaut. Sie ist seit Jahren eingezäunt. Rüdiger Bleck, der als Ressortleiter Stadtentwicklung und Städtebau seit vier Jahren Utopiastadt betreut, sagt im Gespräch mit unserer Zeitung, er könne sich nicht erinnern, die Treppe mal ohne Zaun gesehen zu haben. Dabei bietet die Treppe den stringenten Aufgang von der Neuen Friedrichstraße zum Mirker Bahnhof für Fußgänger.

Dieser erste Teil der Arbeiten ist unstrittig. Der zweite führte in der BV zu Diskussionen. Denn der umfasst den fast 2500 Quadratmeter großen restlichen Vorplatz – inklusive der bisher 60 teils wild genutzten Parkplätze.

Die Stadt will – nach zwei Workshops mit den Anwohnern – den Platz mit Kopfsteinpflaster auslegen, für Fahrräder und Rollstühle eine Fahrspur abschleifen und den Platz relativ frei halten. Weitgehend unter Wegfall der Parkflächen.

Dieter Bieler-Giesen führte in der BV aus, dass Plätze wegfallen werden. Aber an der Hebebühne sei eine Mobilstation nach Vorbild des Schusterplatzes geplant mit Rad- und Car-Sharing-Plätzen. „Aber es werden Parkplätze wegfallen. Wir können keine herbeizaubern“, sagte er.

Die Politik hat Verständnis, sieht aber auch Aufgaben auf Stadt und Utopiastadt zukommen: Thomas Kring (SPD) sieht den Platz als „viel zu schade, um zugeparkt zu werden.“ Betonte aber in der Sitzung, dass Utopiastadt sich kümmern müsse. „Als Anziehungspunkt muss man auch Stellplätze schaffen.“ Joachim Knorr (CDU) sieht ein gewisses Drama anrollen, wenn Parkplätze wegfallen, aber keine besseren Anbindungen geschaffen würden. Cemal Agir (Linke) verwies aber darauf, dass es in der Stadt genug Plätze für Besucher gebe, von denen aus man zehn Minuten zu Fuß brauche.

David J. Becher aus dem Vorstand der Utopiastadt freut sich, dass die Treppe bis zum Solar Decathlon fertig sein soll. Aber es sei eben auch sinnvoll, zwei Abschnitte aus den Arbeiten zu machen. Sonst würde der Aufgang entweder nicht zum passenden Zeitpunkt fertig, oder aber der Platz ein Schnellschuss, bei dem nicht alle Bürgerideen aus den Workshops einbezogen werden würden.

Für ihn ist es positiv, dass die Beteiligten sich für einen Vorplatz mit Aufenthaltsqualität ausgesprochen haben. „Bisher ist das ein rumpeliger Abstellplatz.“ Der „kann halt mehr“, betont er. Sowohl der Platz an sich als auch das Bahnhofsgebäude – denn das werde in der Wirkung von einem freien Platz profitieren.

Die Fläche, für die ab 2022/23 Mittel eingeplant sind, wird bis dahin noch als Baustellenzufahrt für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes gebraucht. Insofern ergibt die Zweiteilung der Arbeiten auch logistisch Sinn.

Ersatz-Parkplätze habe Utopiastadt aber noch nicht konkret geplant, so Becher. Er sagt, das wolle man noch nicht festlegen, sondern in der Debatte halten. Nicht, dass man so etwas wie am Döppersberg habe, wo die B7 ohne Bus- und Fahrradspur geplant worden sei, aber der Bedarf heute anders gesehen werde. Mobilität sei im Wandel. Da wolle man nicht vorschnell entscheiden.

Rüdiger Bleck betont im Gespräch, dass Treppe wie Vorplatz wichtige Teilstücke seien für den Bahnhof, der eine stadtgestalterische Qualität habe und eben ein Nutzungsknotenpunkt sei – zwischen Stadt und Nordbahntrasse, und auch als Quartierstreff.

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