Historischer Ortskern

Beyenburg denkt über eine höhere Mauer nach

Die Folgen der Flut im Juli beschäftigen die Wuppertaler bis heute. Klar ist: Solche Szenen wollen die Beyenburger nie wieder erleben. Archivfoto: Anna Schwartz
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Die Folgen der Flut im Juli beschäftigen die Wuppertaler bis heute. Klar ist: Solche Szenen wollen die Beyenburger nie wieder erleben.

Wuppertal. Nach dem Hochwasser: Experte rät zu Flutschutz für den historischen Ortskern.

Von Martin Juhre

„Das ist ein Erlebnis, das braucht man nicht ein einziges Mal im Leben. Geschweige denn zwei- oder dreimal“, sagte Bezirksbürgermeister Andreas Bialas (SPD). Die Bezirksvertretung (BV) beschäftigte sich mit dem Hochwasser in Altbeyenburg und was getan werden muss, damit sich so etwas nicht wiederholt.

Bialas: „Wir warten auf Vorschläge vom Wupperverband. Ob der eine andere Politik braucht oder sich für bauliche Maßnahmen ausspricht. Wir werden ihn zur nächsten Sitzung einladen. Ich bin gespannt auf die Diskussion.“

Hinzugezogener Experte rät zu „überschaubaren Maßnahmen“

Stoff für diese Diskussion werden dann auch die Ausführungen des Duisburger Landschaftsarchitekten Karl-Heinz Danielzik bieten. Der hatte sich auf Einladung der BV mit dem Hochwasserereignis beschäftigt und stellte seine Überlegungen zu Flutmauern und einem Deich für Altbeyenburg vor. „Es sind überschaubare Maßnahmen, und auch die Kosten sind überschaubar“, sagt Danielzik. Er teilt den Verlauf von der Staumauer bis zu den Kleingärten flussabwärts hinter der Wupperschleife in verschiedene Abschnitte ein. Direkt am Überlauf des Stausees hätte schon eine nur wenig höhere Mauer an der Stelle verhindert, dass das Wasser dort in den Ort dringt.

Danielzik empfiehlt Flutmauern etwa in Brüstungshöhe. Der Schutz ginge dann nach den Häusern in einen Erddamm über. Das Material könne man in der Umgebung gewinnen. Der Damm solle geländebedingt mit einer Höhe von 1,50 Metern beginnen und in Höhe von Haus Bilstein bis 2,50 Meter, gerechnet zur Wupperseite, hoch werden. Darüber könne ein Fuß- und Radweg führen. In Höhe der Kleingärten schlägt er vor, gar nichts zu unternehmen, weil der Aufwand zum zu erwartenden Schaden in keinem Verhältnis mehr stehe.

Nach dem Hochwasser: Hunderte Gäste besuchen Landhaus Bilstein in Beyenburg

Natürlich müsse man, so Danielzik, bei diesem Konzept Wasserbauer hinzuziehen. Neben dem Wupperverband könne dies etwa der Fachbereich Wasserbau an der Bergischen Universität sein. Denn es gelte zum einen die Folgen abzuschätzen, wenn man das Wasser eingrenze. Die Fließgeschwindigkeit werde zunehmen und es müsse Ausweichflächen für das Wasser geben, das ja irgendwo hinmüsse, wenn man ihm den Ort als Überflutungsfläche entzieht.

Zum anderen müsse etwa festgestellt werden, ob länger anstehendes Wasser durch den Untergrund hinter einem Deich aufsteigen könne. Im weiteren Verlauf, so Bialas, müsse bei Schutzmaßnahmen geklärt werden: „Wer ist federführend. Und wer bezahlt.“

Eine mögliche Geldquelle könnte die Wiederaufbauhilfe sein. Allerdings sei zu klären, inwieweit solche Maßnahmen mit den dort vorgesehenen Hausertüchtigungen abzudecken wären. Was dann auch Bereiche wie die Stadtentwicklung mit ins Boot holte.

Primär aber sei in Bialas Augen der Wupperverband gefragt. Mit dem Deichkonzept soll Bewegung in die Frage des Hochwasserschutzes kommen. Bialas: „Das ist ein Aufschlag, mit dem man weitermachen kann. Gar nichts zu machen, geht nicht.“

Hintergrund

Schreckensnacht: In der Nacht zum 15. Juli trat die Wupper in Beyenburg über die Ufer und flutete den historischen Ortskern. Bruder Dirk warnte durch sein Glockenläuten als erster die Anwohner. Die Bundeswehr half den Flutopfern.

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