Wuppertal

„Housing first“: Obdachlose sollen Wohnung ohne Auflagen bekommen

Der Schlüssel zur eigenen Wohnung soll nicht an Auflagen gekoppelt werden. Modellkommunen haben mit dem Projekt gute Erfahrungen gemacht.
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Der Schlüssel zur eigenen Wohnung soll nicht an Auflagen gekoppelt werden. Modellkommunen haben mit dem Projekt gute Erfahrungen gemacht.

Wuppertal beschließt Modellprojekt.

Wuppertal. -kati/red- Einstimmig hat der Stadtrat in Wuppertal beschlossen, dass die Stadt ein Housing-First-Konzept für die Bekämpfung der Obdachlosigkeit erarbeiten soll.

Housing first bedeutet, dass obdachlosen Menschen zu allererst eine Wohnung angeboten wird – ohne dass zunächst Auflagen erfüllt werden müssen. Betroffene bekommen zwar wohnbegleitende Hilfen angeboten, sind aber nicht verpflichtet sie anzunehmen. Dahinter steckt der Gedanke von Wohnen als Grundrecht - ohne dass wohnungslose Menschen sich das Recht auf Wohnen zunächst „verdienen“ müssen.

Eingebracht hatten das Thema CDU und Grüne. Nach Rückfragen von der SPD einigte man sich im Vorfeld auf einen parteiübergreifenden gemeinsamen Antrag.

Danach soll die Verwaltung mit Trägern der Obdachlosenhilfe zunächst ein Konzept erarbeiten, nach Wohnungen in Besitz der Stadt, bei privaten Vermietern und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) suchen und eine geeignete Anzahl für einen Modellversuch zur Verfügung stellen.

Die psychosoziale Betreuung der Menschen in den Wohnungen soll ein lokaler Träger übernehmen. Dafür soll sich die Stadtverwaltung Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen. Mittel für die Erarbeitung des Konzepts und den Modellversuch sollen im Haushalt bereitgestellt werden.

Im Rat erklärten die Politiker ihre positive Sicht auf den Ansatz: „Viele Städte haben bereits positive Erfahrungen mit dem Konzept gemacht“, sagte etwa Janine Weegmann (CDU). Wichtig sei die psychosoziale Betreuung. Susanne Herhaus (Linke) verwies auf die steigenden Zahlen von Obdachlosen deutschlandweit und die Resolution der EU, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden.

Für die SPD sprach sich Lukas Twardowski für das Konzept aus, zentral sei, dass die Finanzierung im Haushalt berücksichtigt wird. Marcel Gabriel-Simon (Grüne) sagte, es sei noch ein anstrengender Weg zu gehen, aber er sei „froh, dass wir diesen Weg jetzt begonnen haben – die Menschen haben das verdient“.

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