Freizeit

Bergische Städte werben für sich in Berlin

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Die idyllische Gegend am Wipperkotten in Solingen ist ein beliebtes Ziel von Touristen. 

BERGISCHES LAND Solingen, Remscheid und Wuppertal zeigen auf der ITB ihre Freizeitregion. Diese ist vor allem bei Radfahrern äußerst beliebt.

Von Uli Preuss

Im Frühjahr lebt Sylke Lukas an den Wochenenden aus dem Koffer. „Und manchmal weiß ich nicht, wie ich meine drei Blusen gewaschen kriege“, sagt die Fachfrau für den Tourismus im Bergischen Land. Sie erzählt aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen, wie sie mit den Werbeblusen, zum Beispiel auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, haushalten muss.

Berlin, das ist für die bergischen Touristiker das im Jahr frühe Highlight eines Messemarathons, der vom Januar bis in den September geht. Für die wenigen Mitarbeiter des Bergisch Land Tourismus Marketing e.V. (BLTM) ein echter Klimmzug, der auf der Utrechter Vakantiebeurs im Januar beginnt und im Herbst auf dem NRW-Tag in Düsseldorf endet.

Schwerpunkte der elf Messen und Veranstaltungen sind neben der größten Reisemesse der Welt an der Spree und der „TourNatur“ in der Landeshauptstadt im September zwei Messen im niederländischen Utrecht und im belgischen Gent. Gerade nach der ITB, die am Mittwoch, 7. März, beginnt, verzeichnen die Urlaubsmacher eine steigende Nachfrage, besonders aus dem Berliner Raum. Ganz klar, bestätigen die bergischen Tourismusexperten, sehr viele Besucher im Städtedreieck Remscheid, Solingen und Wuppertal kommen zudem aus den Beneluxstaaten. „Auch weil wir hier aus niederländischer Sicht das erste Mittelgebirge sind“, sagt Anette Kolkau von den „Bergischen Drei“. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft kümmert sich um den Tourismus in der Region. Seit Ende 2016 nimmt allerdings die Stadt Solingen die Werbeaufgabe rund um den Urlauber in der Klingenstadt wieder selber wahr.

Das Bergische gilt als schnelles Naherholungsgebiet

Zu den Besuchern aus dem Benelux-Raum kommen die deutschen Tagestouristen. Und das sind all jene, die höchstens eine Anreise von 300 Kilometern haben. Alle gemeinsam reisen in eine Region, die auch deshalb so begehrt ist, weil sie zwischen dem Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen 5,4 Millionen Menschen und der Rheinschiene mit den Großstädten Köln und Düsseldorf und zwei internationalen Flughäfen liegt.

Auf den Messen gilt es, sich vom millionenschweren Tourismuskuchen ein Scheibchen abzuschneiden. Das Bergische Land gilt als das „schnelle Naherholungsgebiet“. Hier sind es besonders die Wochenendradler und Tageswanderer, die einkehren, Museen besuchen und übernachten. Im Städtedreieck sind es neben Hotels in Remscheid, Solingen und Wuppertal und Jugendherbergen in Barmen und Radevormwald besonders die Ferienwohnungen, die mehr und mehr werden. 95 Ferienwohnungen, vom BLTM bewertet, werden im aktuellen Übernachtungsverzeichnis angeboten. Während 2009 noch 626 215 Gäste die bergischen Hotelbetten nutzten, waren es 2016 schon mehr als 800 000 Touristen. Ein Anstieg im Städtedreieck von fast 29 Prozent.

BERGISCHER TOURISMUS

VEREIN
Ergänzend zu den kommunalen Aktivitäten wurde mit dem Verein Bergisches Land Tourismus Marketing 2009 die erste gemeinsame Operative geschaffen, die die Region als Ganzes vermarktet. Aktuell hat der Verein 80 Mitglieder. Darunter die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal sowie gastronomische Betriebe, Hotels, Kulturinstitute, Museen, weitere Vereine und Stadtführer-Vereinigungen.

Die Besucher zieht es besonders auf die Rad- und Wanderstrecken. Knapp an erster Stelle sieht Sylke Lukas die Radtouristiker, besonders seit es die Trassenstrecken vom Ruhrgebiet bis an den Rhein gibt. Ein boomender Markt, auch weil die E-Bike-Nutzer immer mehr werden. Eben erst ist die neue Karte der Bergischen Panoramaradwege erschienen. Darin werden 220 Kilometer Radwege beschrieben.

An zweiter Stelle sind es die Wanderer, die besonders den Bergischen Weg und den Bergischen Panoramasteig begehen. Für beide Freizeitsportarten gibt es Angebote am Wegesrand. Ob eine Übernachtung für die Radler oder gleich drei Nächte im Burger Hotel Niggemann und dem Gräfrather Hof. Gefunden wurden die Angebote von den Urlaubern via Prospekt, von denen Sylke Lukas gut 8000 Stück mit auf die ITB nimmt – oder gleich im Internet. Die Seite der „Bergischen Drei“ wurde 2017 rund 600 000 Mal aufgerufen, vier Jahre vorher nicht einmal halb so oft. Eine Tourismus-App, wie es sie in Metropolen gibt, wird angedacht.

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