Nach dem Gerichtsurteil

Die Bergische IHK plant einen Remscheid-Gipfel

Bedeutet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig das Aus für das geplante DOC?
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Bedeutet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig das Aus für das geplante DOC?

Nach dem DOC-Urteil sorgt sich die Kammer um den Standort.

Von Manuel Böhnke

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge zeigte sich angesichts des DOC-Urteils „sehr, sehr betrübt“.

Remscheid. Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) sorgt sich um den Standort Remscheid. Hauptgeschäftsführer Michael Wenge zeigte sich bei der Konjunkturpressekonferenz am Montag „sehr, sehr betrübt“ angesichts des Urteils über das geplante Designer Outlet Center in Lennep. In der vergangenen Woche war der Bebauungsplan für das Millionenprojekt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gescheitert. „Wir möchten nicht, dass diese schöne Stadt durch diesen fehlenden Investitionsanreiz in Schwierigkeiten gerät“, betonte Wenge. Aus diesem Grund plant die Kammer, einen Gipfel zu organisieren. Das Ziel: Perspektiven erarbeiten, damit in Remscheid kein Abwärtsstrudel einsetzt.

„Es darf nicht passieren, dass wir den Kopf in den Sand stecken.“

Henner Pasch, IHK-Präsident

Zunächst möchten sich Wenge und IHK-Präsident Henner Pasch zeitnah mit der Stadtspitze zusammensetzen. Diese habe ihre Bereitschaft dazu bereits signalisiert. Bei dem Gespräch soll es um die Vorstellung der Verwaltung für die Zukunft gehen – und um mögliche Alternativen zum DOC. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben. „Wir müssen dieses Urteil akzeptieren. Es darf nicht passieren, dass wir den Kopf in den Sand stecken“, bekräftigte Pasch.

Parallel dazu befindet sich die Industrie- und Handelskammer in einem Dialog mit den für die Region zuständigen Politikern und Parteien auf kommunaler, Landes- sowie Bundesebene. Sie sollen ihre Ideen und Erwartungen ebenso einbringen wie hiesige Unternehmerinnen und Unternehmer und andere kreative Remscheider Köpfe.

Henner Pasch betonte, dass kein Bedarf für Luftschlösser bestehe. Stattdessen seien realisierbare Projekte gefragt, die Remscheid und dem gesamten Bergischen Land „in überschaubarer Zeit“ einen Mehrwert bringen. Ideen gebe es bereits, zu denen sich die IHK-Spitze vor den Gesprächen im Rathaus jedoch nicht äußern wollte. Michael Wenge nutzte die Gelegenheit stattdessen, um die Dringlichkeit des Themas zu unterstreichen: „Wir brauchen belastbare Vorschläge und keine Plauderrunde.“ Es brauche Impulse, damit „Remscheid bergische Großstadt bleibt und nicht irgendjemand das Licht ausknipst“.

Thomas Wängler, der für Standortpolitik, Verkehr und Öffentlichkeitsarbeit zuständige IHK-Geschäftsführer, plädierte angesichts der jahrelangen DOC-Hängepartie für veränderte Vorgaben. Es sei „unbedingt notwendig“, Planungsverfahren in Deutschland zu verschlanken, damit es nicht für jedes Großprojekt ein Vorlauf von zehn Jahren oder mehr braucht.

Auch interessant: Handelsverbands-Geschäftsführer über das DOC-Aus und Perspektiven für den Handel

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