Corona-Krise

Der Zoo bereitet eine Teilöffnung vor

Bei Höhepunkten wie Elefantenbaby Tsavo drängen sich normalerweise viele Besucher. Archivfoto: Andreas Fischer
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Bei Höhepunkten wie Elefantenbaby Tsavo drängen sich normalerweise viele Besucher. 

Zoodirektor Arne Lawrenz hofft, dass es nach dem 4. Mai weiter geht - mit limitierten Besucherzahlen und einem Ordnungsdienst.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Der Mai und Juni sind vielleicht die schönsten Monate für einen Besuch der historischen Parklandschaft des Grünen Zoos. Zoodirektor Arne Lawrenz hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass in den kommenden Wochen zumindest eine Teilöffnung mit regulierten Besucherzahlen möglich sein wird. Fest steht allerdings, dass der Zoo noch mindestens bis zum 4. Mai geschlossen ist. Das sieht die veröffentlichte Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vor – und auch die Stadt stellte fest, dass nicht gewährleistet werden könne, dass die Besucher in allen Bereichen die erforderlichen Sicherheitsabstände einhalten würden.

Dieser Vorsichtsmaßnahme stimmt Arne Lawrenz zu. „Als Tierarzt bin ich besonders dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, dass die gebotene Distanz gewährleistet ist. Im Zoo haben wir es zum Beispiel unter den Vögeln immer wieder einmal mit der Gefahr der Ausbreitung von Virus-Infektionen oder Pilzerkrankungen zu tun, die dem Bestand einer ganzen Tierart gefährlich werden können“, sagt Lawrenz. Er werde niemals ökonomische Interessen über medizinische Interessen stellen. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass es unter speziellen Bedingungen möglich sein wird, große Teile des Grünen Zoos wieder öffnen zu können. „Seit einigen Tagen arbeiten wir an einem Konzept, das von einer limitierten Anzahl ausgeht und den Einsatz von Personal im Ordnungsdienst vorsieht“, so Lawrenz.

Ordnungs- und Zoo-Dezernent Matthias Nocke weist darauf hin, dass an vergleichbaren Konzepten zurzeit auch für die Stadthalle, den Skulpturenpark, die Bibliotheken und Archive gearbeitet werde. Diese Konzepte sollen bis zum 27. April dem Krisenstab vorgelegt werden, der die Pläne unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen bis zum 3. Mai prüfen werde.

Der Betrieb im Zoo geht auch ohne Besucher weiter

Im Unterschied zu anderen zentralen Anlaufpunkten in der Stadt geht das Leben im Zoo allerdings weiter. Die Tiere müssen versorgt, die Anlage gepflegt werden. Im städtischen Zoo besteht keine Gefahr, dass das Futter für die Tiere knapp werden könnte. „Tiere werden wie bisher auch bei uns geschlachtet und an andere verfüttert, aber kein Tier wird wegen der Coronakrise verfüttert, weil wir weniger Geld wegen fehlender Einnahmen haben“, sagt Arne Lawrenz.

In privat geführten Zoos und Tierparks, wo mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Speisen neben den Eintrittsgeldern eine Haupteinnahmequelle weggebrochen ist, sei die Lage schwieriger. „In dieser Krise ist es ein Vorteil, dass wir ein städtischer Zoo sind.“

Allerdings sei es mit Blick auf die wegbrechenden städtischen Einnahmen wichtig, auch in Wuppertal die Einnahmeverluste des Zoos durch eine Teilöffnung des Zoos zu begrenzen.

SICHERHEITSPLÄNE

ÖFFNUNG Nach bisherigen Überlegungen könnten 90 Prozent der Zooeinrichtungen öffnen – auch das Elefantenhaus und das Menschenaffenhaus. Kleinere Häuser wie das Südamerika-Haus müssten geschlossen bleiben, da sich dort die Besucher zu nahe kämen.

REGELN Man werde Ordner an hoch frequentierten Stellen einsetzen müssen und zum Beispiel im Pinguin-Tunnel ein Einbahnstraßen-System einrichten.

OBERGRENZE Maximal 1000 Besucher sollen in den Zoo dürfen. Danach bleiben die Türen geschlossen, bis Besucher das Gelände wieder verlassen. Es könnten Schlangen am Eingang entstehen und die Wartezeiten könnten länger als üblich ausfallen“, sagt Arne Lawrenz.

ARALANDIA Ein neuer Termin für die Öffnung der Freiflugvoliere Aralandia ist bisher noch nicht geplant.

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