Bayer-Laborneubau wird erst Ende 2020 fertig

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Der Rohbau des neuen Hauses im Forschungs- und Entwicklungszentrum steht. Foto: Andreas Fischer

Gründe dafür sind der Bauboom und Material-Engpässe. Geplant war in Wuppertal ein Betrieb ab Ende 2019.

Von Eike Rüdebusch

Wuppertal. Das neue Laborgebäude am Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) am Aprather Weg geht erst Ende 2020 in Betrieb. Geplant war das bereits für Ende 2019. In dem neuen neunstöckigen Gebäude soll ab dann die präklinische Pharmakologie mit Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen arbeiten. Mitarbeiter aus vier Gebäuden sollen dann im vierten Quartal in den Neubau einziehen, um näher beieinander und mit modernerer Ausstattung effizienter zu forschen.

Dass der Bau sich verzögert, begründet Susanne Müller, Projektleiterin, mit dem Bauboom. Nicht nur die Stadt, auch Unternehmen wie Bayer leiden unter dem Überangebot für Handwerksbetriebe. Es sei sehr schwierig, Handwerker zu finden, betont sie. Trotzdem seien 300 bis 350 Kräfte auf der Baustelle beschäftigt, die seit Juli 2017 besteht. Ebenso habe es zwischenzeitlich Engpässe bei Euro-Paletten und Sand für Estrich gegeben. Trotzdem wurden im Juni die Rohbauarbeiten ohne Mängel abgeschlossen.

Jetzt geht es in die Innenräume und an die Fassade. Alles ist akribisch geplant, wie Müller in einer Grafik zeigt, die das Gebäude von innen nach außen wachsend darstellt: Erst die Labormöbel, dann die technische Ausstattung drumherum, bis schließlich die Fassade das Bild komplettiert – und die Sicht auf das Innere nimmt.

Susanne Müller erklärt, dass so viele Möbel in dem Haus stehen werden, dass die aneinandergereiht bis zum Werk an der Wupper reichen würden – eine Strecke von fünf Kilometern.

Aktuell sind zwei Kräne zu sehen, wo vor kurzem noch vier waren. Seit Oktober 2018 wird parallel die Technik verbaut. Die Lüftungsanlage soll allein 450 000 Kubikmeter Luft in der Stunde umwälzen.

Das Gebäude auf dem Bayer-Gelände am Aprather Weg hat riesige Dimensionen – es ist 131 Meter lang, 37 Meter breit und rund 25 bis 39 Meter hoch, wegen der Hanglage, nicht weil es unterschiedlich hoch ist. Auf 36 000 Quadratmetern sollen 250 Labore mit bis 350 Mitarbeitern Platz finden. Die sollen im vierten Quartal 2020 aus vier bestehenden Gebäuden des Campus einziehen.

In Aprath sollen rund 400 Arbeitsplätze abgebaut werden

Darin enthalten soll Platz für Gastforscher sein. Wie viele, ist noch nicht klar. Auch wenn es jetzt schon Kooperationen gebe, sei das Teil der neuen Innovationsstrategie von Bayer. Bisher, so erklärt Jörg Möller, Leiter der Forschung und Entwicklung im Pharmabereich, werde bei Bayer nur ein Prozent der Forschungsmittel weltweit eingesetzt – 3 von 300 Milliarden Dollar. Um Bayer eine stärkere Marktposition zu sichern, soll verstärkt auf Kooperation gesetzt werden.

Gleichzeitig sollen in Aprath rund 400 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie Möller die Zahlen von vergangenem Jahr bestätigt. Ende 2018 gab Bayer bekannt, rund 12 000 Arbeitsplätze bis 2021 abzubauen. Beides gehört insofern zusammen, als die neue Strategie mehr Zusammenarbeit, also weniger Mitarbeiter im Haus vorsieht.

Gleichzeitig wurde verkündet, dass der Neubau für die Faktor-VIII-Produktion an der Wupper nicht in Betrieb gehen soll. Der Wettbewerb in der Sparte habe sich „signifikant verschärft“, hieß es. Für Wuppertal bedeutet das einen Abbau von insgesamt 750 Arbeitsplätzen. „Mit dem Neubau wird der Standort aber gestärkt und für die Zukunft ausgerichtet“, versicherte Jörg Möller.

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