Kriminalität

Vorsicht Betrug! Banken fragen Daten niemals per E-Mail ab

Wie geht es mit meinen Online-Konten weiter, wenn ich mich selber nicht mehr darum kümmern kann? Die Verbraucherzentrale rät, sich frühzeitig mit dieser Frage zu beschäftigen. Archivfoto: Christian Beier
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Gerade online versuchen Betrüger immer häufiger, Daten abzugreifen, um an Geld zu kommen.

Viele Betrugsversuche finden mittlerweile online statt. Die Verbraucherzentrale warnt vor falschen Verifikationsmails.

Von Michelle Jünger

Bergisches Land. Betrugsversuche machen auch vor dem Briefkasten und vor dem E-Mail-Postfach nicht Halt. Gerade online versuchen Betrüger immer häufiger, Daten abzugreifen, um an Geld zu kommen. Lydia Schwertner, Leiterin der Beratungsstelle bei der Verbraucherzentrale Remscheid, weiß, wie die neusten Tricks funktionieren und wie man sie umgehen kann.

Wie funktionieren die Online-Betrugsversuche?

Oft erhält man eine E-Mail mit einem Anschreiben inklusive mehrerer Links und Anhänge. Darin wird dazu aufgefordert, die angehängte Rechnung oder die Links anzuklicken. Bei einer Masche werden Daten abgefragt, beispielsweise die Bankverbindung. Manchmal wird beim Klicken auf die Links oder Anhänge Schadsoftware heruntergeladen, die das Handy oder den Computer ausspäht. Passwörter, Bankverbindung und vieles mehr werden bei der Eingabe aufgezeichnet und abgespeichert. Mit Hilfe der erbeuteten Daten wird oft schnell und in mehreren Schritten Geld vom Konto abgebucht.

Gibt es noch etwas Neues?

Derzeit häufen sich Meldungen, dass die heimische Bank eine App empfiehlt, um das Online-Banking wieder freizuschalten. Dafür fragt die App Daten wie die Kontoverbindung ab. Alternativ späht die App alle Eingaben aus und speichert Passwörter ab. Darüber erhalten die Betrüger Zugang zum Online-Banking oder weiteren Accounts.

Wird immer Geld gefordert?

Nein. Mittlerweile tarnen die Betrüger ihre Tricks hinter der notwendigen „Verifikation“ von Konten. Das betrifft aktuell insbesondere Banken oder Soziale Medien wie Instagram. Besonders bei Mails von Anbietern, bei denen man vielleicht ein Konto hat, ist Vorsicht geboten. Banken fragen beispielsweise niemals per E-Mail Daten wie Passwörter oder TANs ab.

Wie sehen Phishing-Mails aus?

Die Nachrichten sind oft mit anonymer Anrede „Sehr geehrter Kunde“ formuliert. Es können aber auch persönliche Daten wie Name und Adresse enthalten sein. In den Anschreiben wird zudem oft sehr schnell Druck aufgebaut. Es sei die letzte Mahnung, bevor eine Vollstreckung oder andere Maßnahmen eingeleitet würden. Oder das Bankkonto werde sonst gesperrt, da Unregelmäßigkeiten vorlägen. Auch Grammatik und Rechtschreibung der Mails sind oft zweifelhaft.

Wie sollte man darauf reagieren?

Diese E-Mails sollten ungelesen gelöscht werden. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich davor, auf Links oder Anhänge zu klicken oder auch direkten Kontakt über angegebene Nummern und E-Mail-Adressen aufzunehmen. Denn auch diese Daten könnten gefälscht sein. Lydia Schwertner rät, selbst die Internetadresse der Seite aufzurufen oder über eine Suchmaschine zu ermitteln und so Kontakt aufzunehmen. Aber Achtung: Auch hier gibt es einen neuen Trick. Betrüger kaufen immer häufiger die Anzeigenplätze, die bei einer Google-Suche ganz oben angezeigt werden. Lieber ein Stück weiter runter scrollen, um die richtige Seite zu finden.

Was tun, wenn eine Masche erfolgreich war?

Dann sollte die Mail nicht gelöscht werden. Die Polizei sollte umgehend verständigt werden. Die Mail dient der Beweissicherung. Zudem sollten alle Zugangsdaten geändert werden. Außerdem sollte man ein Antiviren-Programm laufenlassen oder den Rechner komplett ausschalten. Im Zweifel sollte sich ein Fachmann den Computer anschauen.

phishingradar@verbrauchertentrale.nrw

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