Projekt

Bahnhof Küllenhahn wird abgerissen

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Das Bahnhofsgebäude gehörte auch zu der 1891 eröffneten und 1988 stillgelegten Samba-Bahnstrecke. 

WUPPERTAL Das historische Wuppertaler Gebäude macht einer Anlage für barrierefreies Wohnen Platz.

Von Friedemann Bräuer

Sogar ein Intercity fand 1972 im Rahmen einer Sonderfahrt den Weg zum Bahnhof Wuppertal-Küllenhahn, und das 1897 eröffnete Gebäude war Jahrzehnte lang Zwischenbahnhof auf dem Schienenweg Wuppertal-Steinbeck bis Cronenberg, der zu der 1891 eröffneten und 1988 stillgelegten Samba-Bahnstrecke gehörte.

„Am 1. April 1891 fand dort die erste Fahrt statt“, weiß Michael Ludwig, Vorsitzender des Bürgervereins Küllenhahn. Bis zu den 1970er Jahren war der Haltepunkt auch Bestimmungsort für die Rohstoffe der damals wie heute florierenden Cronenberger Werkzeugindustrie, und 1988 hielt dort der letzte Personenzug.

Das ist mehr als drei Jahrzehnte her, und jetzt soll rund um das abrissreife Gebäude an der Sambatrasse neues Leben entstehen. Nämlich in Gestalt von zwölf bis maximal 20 Wohneinheiten für Menschen mit und ohne Behinderungen, wie Wolfgang Seidel, Vorstand des Vereins „Behindert – na und?“, anlässlich des öffentlichen Teils der jüngsten Mitgliederversammlung des Bürgervereins Küllenhahn berichtete.

Auf dem rund 4500 Quadratmeter großen Grundstück soll eine barrierefreie Wohnanlage gebaut werden, wo in 15 bis 20 Wohneinheiten Menschen mit und ohne Behinderung ein neues Heim finden sollen. „Wir streben eine Mischnutzung an, weil wir keine Ghettobildung wollen“, so Seidel, der betonte, dass man in der Planung noch am Anfang stehe und deshalb auch noch keine Modellaufnahmen vorstellen könne.

Für den Verein, der seit 35 Jahren besteht, ist die sozial geförderte Maßnahme ein Erstlingsprojekt mit Velberter und Solinger Vorbild. Dort hatten die Pläne großen Anklang gefunden. „Was die geschafft haben, das schaffen wir auch“, ist Wolfgang Seidel voll Hoffnung für das ehrgeizige Projekt.

Damit findet eine langwierige Suche nach einer geeigneten Weiterverwendung des traditionsreichen, aber zuletzt nicht mehr ansehnlichen Areals ein glückliches Ende, an dem auch der Landtagsabgeordnete für Wuppertal und Solingen, Josef Neumann (SPD), erheblichen Anteil hat.

Der einstige Samba-Bahnhof, über den bis in die 1970er Jahre auch ein dort ansässiger Schrotthändler angeliefert wurde, bot trotz glanzvoller Vergangenheit zuletzt nur noch ein Bild des Jammers und ist derzeit in seiner Hässlichkeit schon fast wieder sehenswert.

1,5 Millionen Sanierungskosten durch Hausschwamm

Dabei war das Fachwerkgebäude am 6. Januar 1992 in die Denkmalliste der Stadt Wuppertal aufgenommen worden. Doch als man dort den „Echten Hausschwamm“ feststellte und prognostiziert wurde, dass eine Sanierung rund 1,5 Millionen Euro verschlingen würde, wurde das Gebäude wieder von der Denkmalliste gestrichen.

Die angestrebte Wohnanlage findet nahezu ungeteilten Beifall in Küllenhahn. Doch noch ist es nicht soweit. Noch muss der Kaufvertrag fixiert und unterschrieben, der Bauantrag gestellt und der Bau in Angriff genommen werden. Erst etwa 2022 rechnet Wolfgang Seidel mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes.

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