Geplante Verordnung in Remscheid

Autoposer: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut

Mehr als 300 Parkplätze gibt es auf dem Gütersloher Marktplatz, wer dort zwischen 22 und 6 Uhr mehr macht als parken, muss mit Bußgeldern von bis zu 1000 Euro rechnen. Foto: Google/ 2021 GeoBasis-DE/BKG
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Mehr als 300 Parkplätze gibt es auf dem Gütersloher Marktplatz, wer dort zwischen 22 und 6 Uhr mehr macht als parken, muss mit Bußgeldern von bis zu 1000 Euro rechnen.

Remscheid orientiert sich bei geplanter Verordnung an Gütersloh

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mit einer ordnungsbehördlichen Verordnung möchte die Stadt gegen die Lärmbelästigung durch die Poser- und Tuner-Szene in Lennep vorgehen, entsprechende Pläne stellte Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke zuletzt in der Bezirksvertretung vor. Vorbild dafür ist Gütersloh, wo eine ähnliche Regelung am 11. September in Kraft trat – und offensichtlich wirkt.

Seit dort zwischen 22 und 6 Uhr ein Verweilverbot auf öffentlichen Parkplätzen gelte, habe es keine weiteren Beschwerden gegeben, berichtet Susanne Zimmermann, Pressesprecherin der Stadt Gütersloh. Ein Eindruck, den Christian Bröder, Redakteur bei der Gütersloher Ausgabe der Tageszeitung Neue Westfälische, bestätigen kann: Laut seinen Recherchen haben weder Polizei noch Ordnungsamt bisher Verstöße gegen neue Verordnung festgestellt.

„Sie sind aber froh, dass sie dieses Mittel haben“, schildert Bröder seinen Eindruck aus Gesprächen mit den Behörden. Denn mit der Verordnung, die vorerst auf ein Jahr befristet ist, gebe es erstmals eine Handhabe gegen die teils lautstarken Treffen der Autofreunde. Ähnlich argumentiert auch Barbara Reul-Nocke in Remscheid: Könne man gegen die Zusammenkünfte vorgehen, würden auch die Fahrten dorthin wegfallen. Und damit der Lärm.

„Die Polizei sagt, es gibt keinen Verdrängungseffekt.“

Christian Bröder, Redakteur der Neuen Westfälischen, recherchierte zur Autoposer-Szene in Gütersloh

Allerdings gibt es wohl auch Unterschiede zwischen Gütersloh und Remscheid: Während in Lennep von mehrere kleineren Poser- und Tuner-Gruppen die Rede ist, handelt es sich in der ostwestfälischen 100 000-Einwohner-Stadt offenbar um eine größere Gruppe. Die habe sich erst auf dem Parkplatz eines Möbelhauses getroffen, erklärt Christian Bröder. Als dort eine Schranke angebracht wurde, zog sie zum Marktplatz in der City um.

Einen neuen Treffpunkt für die ganze Gruppe gebe es bisher wohl nicht, so Bröder: „Die Polizei sagt, es gibt keinen Verdrängungseffekt.“ Die Poser und Tuner würden nur vereinzelt in der Stadt angetroffen.

Ob die Szene einen neuen Treffpunkt findet, könne man derzeit noch nicht sagen, meint Christian Bröder. Und auch nicht, ob die derzeitige Ruhe auf dem Marktplatz wirklich auf die Verordnung oder eher auf die niedrigen Temperaturen zurückzuführen ist: „Vielleicht ist das auch wetterabhängig und wir haben die im Sommer wieder hier stehen.“

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