Eröffnung

Ausstellung: Else-Lasker-Schüler fasziniert noch heute die Menschen

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Szene aus der Performance „Prinz Jussuf von Theben“ mit den Schauspiel-Studierenden: (v.l.) Clara Schwinning, Linus Scherz, Carlotta Hein, Annelie Korn, Calvin-Noel Auer. 

WUPPERTAL Von der Heydt: Andrang bei Eröffnung der Else-Lasker-Schüler-Schau.

Von Monika Werner-Staude

Menschenschlangen vor dem Von der Heydt-Museum sind spätestens seit der Monet-Ausstellung nichts Neues mehr und dennoch nicht alltäglich. Am Sonntag lockte eine berühmte Elberfelderin die Menschen in Scharen zum Museum: Die Eröffnung der Else Lasker-Schüler-Ausstellung wollten so viele sehen, dass das Foyer nicht reichte. Eindringlicher Beweis der Bedeutung dieser Künstlerin und Persönlichkeit, die auch heute noch die Menschen fasziniert.

Ein Gedanke, dem Beate Möllers, Referatsleiterin im Kulturministerium NRW, in ihrer Eröffnungsrede nachging. Else Lasker-Schüler (ELS) fasziniere als Mensch, Frau und Künstlerin, besteche durch ihre Vielschichtigkeit. Weder ihre Kunst noch ihre Person ließen sich festlegen. Ihre Themen, vom Zusammenleben der Religionen über die Gleichberechtigung bis hin zu Flucht und Freiheit, seien noch heute aktuell. Ein Erfolg der Ausstellung lasse sich deshalb nicht nur an den Besucherzahlen, sondern an der Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit diesen Themen festmachen.

„Meinwärts“ heißt das Veranstaltungsjahr, das die Stadt vor 150 Jahren geborenen „malenden Dichterin“ ausrichtet. Ein Jahr, das vielfältige Angebote macht(e), darunter auch zwei Theaterinszenierungen. Eine davon ist die Performance „Prinz Jussuf von Theben“ des Wuppertaler Dramaturgen Gerold Theobalt. Am Sonntag wurden Auszüge daraus gezeigt.

Else Lasker-Schüler war auch eine Grenzgängerin

AUSSTELLUNG

AUFFÜHRUNG Die Performance wird am Freitag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, im Theater am Engelsgarten aufgeführt. wuppertaler-buehnen.de

MUSEUM Die Ausstellung zeigt bis 16. Februar rund 200 Werke von Else Lasker-Schüler und Illustrationen ihrer Bücher. von-der-heydt-museum.de

Sieben Studierende der Folkwang Universität der Künste setzten in eindringlicher Weise Texte von ELS in Szene, darunter „Ich räume auf!“, ihre Anklage gegen ihre Verleger. Szenen, die neben der wortgewaltigen vor allem die verzweifelte, kämpferische Frau und Künstlerin lebendig werden ließen. Die unter den Todesfällen in ihrer Familie litt, die sich nicht anerkannt fühlte und die (etwa von Gottfried Benn) verlassen wurde. An die Grenzgängerin und damit hochaktuelle Persönlichkeit erinnerte auch Antje Birthälmer, die die Ausstellung eröffnete. ELS habe aktuelle Themen angesprochen und sei eine zentrale Vertreterin der damaligen Avantgarde gewesen. Ihre im Expressionismus wurzelnden, mit kalligraphischen Elementen, Linie und Farbe frei arbeitenden Zeichnungen hätte sie parallel und eigenständig zugleich zu ihrer Literatur entwickelt.

Dennoch, so Wuppertals Kulturdezernent Matthias Nocke, sei die Ausstellung die erste, ihrem bildkünstlerischen Werk im Kontext seiner Zeit entsprechende Präsentation im Von der Heydt-Museum.

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