Schub erhalten

Außengastronomie in der Elberfelder City wächst weiter

80 Außentische mit weit mehr als 200 Sitzplätzen hat das Lokal Bar Celona an der Herzogstraße zur Verfügung.
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80 Außentische mit weit mehr als 200 Sitzplätzen hat das Lokal Bar Celona an der Herzogstraße zur Verfügung.

Wuppertal. Die Fläche hatte sich bereits vor der Pandemie innerhalb von zehn Jahren vervierfacht.

Von Daniel Neukirchen

Die Außengastronomie in Wuppertal hat in der Corona-Pandemie einen weiteren Schub erhalten. Bereits in den zehn Jahren vor der Pandemie hatte sich die Fläche im Stadtgebiet innerhalb von zehn Jahren vervierfacht. Dann entschied der Wuppertaler Rat im Sommer 2020 den vorübergehenden Wegfall der Gebühren – in A-Lagen wie etwa am Lautentiusplatz zahlten die Wirte 9,70 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Zusätzlich durften die Gastronomen sich unbürokratisch auf öffentlichen Plätzen und in Parkbuchten weiter ausbreiten, als das bislang möglich war. Seitdem wuchs Wuppertals Außengastro-Angebot noch einmal drastisch - und auch in der beginnenden Saison legen einige Wirte in Elberfeld noch eine weitere Schippe oben drauf.

Kaum ein Betrieb hat so viele Plätze draußen wie die Bar Celona an der Herzogstraße. 80 Tische mit weit mehr als 200 Sitzplätzen stehen auf der saisonbedingt erweiterten Terrasse zur Verfügung. Und Schichtleiterin Athina Kopeliari verrät: „Wir wollen noch weiter anbauen.“ Das erweiterte Angebot soll auch bestehen bleiben, wenn 2023 wieder Gebühren durch die Stadt erhoben werden. „Auf keinen Fall wollen wir wieder zurückbauen“, sagt Kopeliari.

„Das ist ein Geben und Nehmen hier.“

Katzengold-Inhaber Kim Vorthmann über die Situation im Luisenviertel

Doch nicht überall wird das so einfach sein. An manchen Stellen hat die Stadt den Gastronomen Parkfläche „geschenkt“. Wie etwa beim Xafé an der Friedrich-Ebert-Straße, wo es direkt an der Straße eine Terrasse mit zwölf neuen Plätzen gibt. Geplant ist seitens des Cafés, den neuen Raum zu behalten. Doch noch ist ungeklärt, ob die Stadt nicht im kommenden Jahr die Parkplätze wieder einkassiert. Das würde dann auch beispielsweise die Burger-King-Filiale an der Aue betreffen, die neuerdings die Fast-Food-Freunde auf einer Terrasse bewirtet.

Ebenfalls in dieser Saison erweitert hat sich die Goldalm an der Herzogstraße. Zu den Bänken direkt am Gebäude haben sich einige neue Tische und Stühle gesellt, so dass hier jetzt bis zu 60 Gäste sitzen können. „An manchen Tagen war das hier komplett voll“, verrät ein Angestellter. Sobald es richtig warm wird, breitet sich Milia‘s Coffee wieder auf dem Kirchplatz aus. Barrista José Fernandez sagt: „Den Platz mieten wir jedes Jahr im Sommer.“ So kommt das Café auf rund 90 Plätze, die an guten Tagen restlos belegt sind. „Das haben wir immer so gemacht und daran ändern wir auch nichts, wenn die Gebühren wiederkommen“, sagt Fernandez.

Einige Lokale hatten in der Pandemie Sitzplätze einbüßen müssen, um den Abstandsregeln gerecht zu werden. So etwa das Eiscafé Venezia an der Schlössergasse. Dort konnten die Tische inzwischen wieder näher zusammengerückt werden, so dass es mehr Sitzplätze unter den Heizstrahlern gibt.

Einige Betriebe haben die Pandemie nicht überlebt

Am Neumarkt hat Kyto Coffee in der Pandemie geöffnet und bietet seinen Gästen 70 Plätze – und das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Bezirksleiter Mirko Guerrero sagt: „Für uns lohnt es sich nicht, das kleiner zu machen.“ Im Sommer seien diese Plätze enorm wichtig. Er freue sich auf die erste Saison für Kyto Coffee im Normalbetrieb. Doch nicht alle Gastronomen können sich so erweitern, wie sie das gerne hätten. Am Laurentiusplatz lässt die Stadt die Wirte nur bis zu einem bestimmten Punkt in Richtung Kirche vorrücken. Sila Türkmen vom Frebert‘s Café sagt: „Wir würden gerne mehr Tische aufstellen, wir dürfen aber nicht.“ Zumindest ergibt sich etwas mehr Freiraum durch die Teilsperrung der Friedrich-Ebert-Straße. Einige Tische stehen jetzt auf der ehemaligen Fahrbahn.

Im Luisenviertel hat etwa das Café du Congo in der Pandemie angebaut. Andere Betriebe wie das Katzengold haben lieber verzichtet. Inhaber Kim Vorthmann verrät warum: „Es gibt hier ja immer wieder Probleme mit den Anwohnern.“ Im Austausch sei klar geworden, dass diese mehr Gastronomie-Fläche kritisch sehen. Also habe man Rücksicht genommen und die Größe von 38 Plätzen beibehalten. Vorthmann sagt: „Das ist ein Geben und Nehmen hier.“

Einige Betriebe haben es nicht durch die Pandemie geschafft. Jüngste Schließung: das Sushi-Restaurant Yukisaki, das seine Türen an der Bankstraße geschlossen hat. Ein Nachmieter wird gesucht.

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