Mobilität

Ausbau der A46 ruht: Flüsterasphalt kommt 2022

In den nächsten Jahren wird sich der A46-Ausbau vom Westring über das Sonnborner Kreuz und Elberfeld bis Wichlinghausen ziehen.
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In den nächsten Jahren wird sich der A46-Ausbau vom Westring über das Sonnborner Kreuz und Elberfeld bis Wichlinghausen ziehen.

Wuppertal. Das Großprojekt rund um die Autobahn durch Wuppertal kostet 60 Millionen Euro und dauert noch mindestens fünf Jahre.

Von Jonas Meister

„Still ruht die A 46“, bilanzierte Hans-Dieter Larssen jüngst in einem Leserbrief an die Redaktion und hat damit mittlerweile nicht unrecht. Denn während sich täglich Tausende Lkw und Autos zwischen dem Sonnborner Kreuz und Haan-Ost durch den Stau quälen, tut sich auf der Baustelle am Westring kaum etwas.

Das bestätigt jetzt auch die für den Ausbau der A 46 zuständige Autobahn GmbH. Erst für 2022 seien die nächsten großen Arbeiten geplant. Dabei ist der erste von insgesamt fünf Bauabschnitten so gut wie fertig: „Das Brückenbauwerk Westring wurde im November komplett fertiggestellt. Der Ausbau der Strecke zwischen dem Bauwerk Westring und der Anschlussstelle Cronenberg ist bis auf die Verlegung des lärmmindernden offenporigen Asphalts (OPA) und die Errichtung der Lärmschutzwände ebenfalls abgeschlossen“, erklärt Autobahn GmbH-Sprecherin Jasmina Matera.

Unerledigt ist noch der Aufbau der Lärmschutzwände am Westring und die Fußgängerbrücke Elfenhang. Beides sei beauftragt und werde kurzfristig errichtet. Wann, kann die Autobahn GmbH nicht genau sagen. Voraussichtlich seien die Arbeiten aber im März 2022 abgeschlossen. Und selbst dann wird der Ausbau am Westring noch nicht abgeschlossen sein, weil eben noch der Flüsterasphalt fehlt. Da der aber nur bei Temperaturen über 15 Grad verlegt werden kann, „werden wir diese Arbeiten im Sommer 2022 durchführen“, so Matera.

Warum der erste Bauabschnitt dann fast ein Jahr später als am ursprünglich geplanten Termin im Herbst 2021 fertig wird, erklären die Verantwortlichen so: „Verzögerungen ergaben sich unter anderem aufgrund von Anpassungen zum besseren Schutz der Anlieger vor Verkehrslärm.“

Zusage über Flüsterasphalt kommt gut an

Für die Menschen in Sonnborn und rund um den Westring ist das eindeutig ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite müssen sie weiter mit der Baustelle leben, auf der anderen freut man sich über die lärmmindernden Baumaßnahmen. „Wir begrüßen es sehr, dass das Thema A 46 auch bei der neuen Regierung offenbar deutlich auf der Agenda steht. Hier ist Helge Lindh als Bundestagsabgeordneter aus Wuppertal sehr engagiert und hat damit auch schon einiges bewegt“, freut sich der erste Vorsitzende des Bürgervereins Sonnborn-Zoo-Varresbeck, Udo Hindrichs.

Gerade die Zusage der Autobahn GmbH, den Flüsterasphalt zunächst bis zum Sonnborner Kreuz zu verlegen, kommt gut an. Hindrichs: „Das ist ein sehr guter Schritt, der nicht selbstverständlich ist. Fakt ist nämlich, dass die Verlegung von OPA gerade auf Brücken kompliziert und daher auch oft sehr teuer ist.“ Trotz dieser Maßnahme gibt es aus Sicht der Anwohner aber in Sachen Lärmschutz rund um das Sonnborner Kreuz noch einiges zu tun.

„Seit fast 50 Jahren werden wir hier von der Autobahn und auch von der L 418 aus täglich beschallt. Deshalb verfolgen wir in Sonnborn alle Entwicklungen rund um die A 46 mit größter Aufmerksamkeit. Gerade wenn der Fokus des Umbaus demnächst auf das Autobahnkreuz rückt, braucht es unbedingt einen ganzheitlichen Blick mit einem Konzept, das besonders den Schutz der Anwohner berücksichtigt. Denn der Verkehr auf der A 46 wird in Zukunft nicht weniger werden“, so Hindrichs.

Wann die Arbeiten am Sonnborner Kreuz und damit am zweiten Bauabschnitt des Großprojekts beginnen, ist aktuell noch unklar. So hat etwa der ursprünglich ebenfalls für 2021 geplante Ersatzneubau der Brücke „Sonnborner Ufer“ noch nicht begonnen. Hier befindet man sich nach Angaben der Autobahn GmbH aktuell „noch in Abstimmungen mit der Stadt Wuppertal“. Im Komplex „Sonnborner Kreuz“ muss neben dieser Brücke auch der sogenannte Überflieger, der die Autobahn in Richtung Düsseldorf überquert, neu gebaut werden. Dazu kommt die Verstärkung der Brücke Sonnborn und eben der Ausbau des Lärmschutzes.

Andere Gründe als die Anpassungen des Lärmschutzes für die Verzögerung der Arbeiten, etwa durch Corona verursachten Fachkräfte- oder Materialmangel, sieht man beim Bauherrn aktuell nicht: „Die Pandemie wirkt sich nicht gravierend auf unsere Bautätigkeiten auf der A 46 aus“, erklärt Jasmina Matera.

Beschleunigen lasse sich der Ausbauprozess auch nur bedingt. So seien etwa Nachtarbeiten „aufgrund der Rahmenbedingen vor Ort“ und mit Blick auf die Nachtruhe der Anwohner keine dauerhafte Lösung. Die müssen sich ohnehin 24 Stunden am Tag mit dem Verkehrslärm arrangieren.

Hintergrund

2016 begann der sechsspurige Ausbau der A 46 am Westring. Es ist der erste von fünf Bauabschnitten. Aktuell plant die Autobahn GmbH das Großprojekt, das die Autobahn durch Wuppertal für die Zukunft sicher machen soll, im Laufe des Jahres 2026 abzuschließen. Insgesamt sind Kosten von 60 Millionen Euro veranschlagt.

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