Auch Kinder sind „Personen“

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Die Regeln für die Umweltspuren in Düsseldorf sind noch nicht allen klar. Foto: Federico Gambarini/dpa

Polizei verwarnt Mutter: Verwirrung um Regeln für die neue Umweltspur in Düsseldorf.

Von Dieter Sieckmeyer

Düsseldorf. Alles andere als eingespielt ist die neue Umweltspur im Düsseldorfer Süden. Was man dort darf und was nicht, wissen offenbar auch einige Polizeibeamte noch nicht. Das jedenfalls berichtete Linda Hintzen, die in dieser Woche von einer Streifenwagenbesatzung auf der Umweltspur gestoppt wurde. Im Fahrzeug ihre beiden zwei und fünf Jahre alten Kinder, also drei Personen: „Ein sehr unfreundlicher Polizeibeamter hat mir erklärt, dass Kinder keine Personen seien und ich nichts auf der Umweltspur zu suchen habe.“

Jeden Morgen fährt die Friseurmeisterin mit ihren beiden Kindern von Dormagen aus zu ihrem Salon an der Tannenstraße. Die beiden gehen hier tagsüber in eine Kita. Für Linda Hintzen war klar, dass sie mit drei Personen im Auto mit ihrem VW Caddy die Umweltspur benutzen kann: „Das war ja auch so angekündigt.“

Als sie um kurz nach acht Uhr über die Merowingerstraße fuhr, tauchte hinter ihr plötzlich ein Streifenwagen auf und gab eindeutige Anhaltezeichen. Linda Hintzen: „Dann kam ein junger Polizist auf mich zu, der sehr unfreundlich war. Der erklärte, dass mir der gesunde Menschenverstand doch sagen müsse, dass mit Personen nur die gemeint seien, die im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sind.“

Im Flugzeug müssen Kinder schließlich auch voll zahlen

Außerdem kündigte der Beamte an, dass sie beim nächsten Mal ein Verwarnungsgeld zahlen müsse. „Dann sind die Polizisten mit Blaulicht weitergefahren“, berichtet die zweifache Mutter, die das nicht verstehen kann: „Im Flugzeug muss ich für meine Kinder auch den vollen Preis bezahlen.“

Polizeisprecher Kim Freigang kann sich das nicht erklären: „Natürlich zählen Kinder auch als Personen.“ Das wüssten die Kollegen auch, die den fließenden Verkehr und die Umweltspur kontrollieren. Er empfiehlt Linda Hintzen, sich an das Beschwerde-Management im Polizeipräsidium zu wenden. Das will die Friseurmeisterin jetzt auch tun.

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