Auch im Beet wird auf Abstand geachtet

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Kathrin Bröcker (Gut zur Linden) und Justyna Mrowinska freuen sich auf den Saisonstart im Selbsterntegarten. Foto: Stefan Fries

Am Samstag beginnt die Saison im Selbsterntegarten in Wuppertal-Vohwinkel

Von Eike Birkmeier

WUPPERTAL Selbst angebautes Gemüse liegt gerade in Corona-Zeiten voll im Trend. Salat, Kohlrabi oder Sellerie kommen ohne lästige Warteschlange vor dem Supermarkt knackig frisch auf den Tisch. Außerdem ist die körperliche Betätigung im Grünen eine Wohltat für alle, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Doch die Möglichkeit zum Anbau hat nicht jeder und ein eigener Kleingarten ist mit hohen Kosten verbunden. Eine praktische und wesentlich günstigere Alternative ist die Anmietung eines Selbsterntegartens. Dort lockt mit überschaubarem Aufwand ebenfalls eine reiche Ernte.

Angeboten werden die kleinen Anbauflächen etwa vom Gut zur Linden im Wuppertaler Westen. Hier können vorgepflanzte Parzellen bis in den Spätherbst bewirtschaftet werden. Die Nutzer kümmern sich um die Pflege und können die Aussaat mit ihrem Lieblingsgemüse ergänzen. Das Konzept „GartenLust“ läuft bereits im sechsten Jahr als Kooperationsprojekt mit dem Verein „Neue Arbeit Neue Kultur Bergische Region“. Am Samstag wird die Saison eröffnet.

Das Interesse ist diesmal besonders groß. Viele der rund 50 Mini-Gärten sind schon vergeben, es gibt aber noch freie Plätze. Beim Gemüseanbau gilt aber wie derzeit überall: Abstand halten. „Das ist kein Problem, da die Parzellen ohnehin weit genug auseinander liegen“, sagt Kathrin Bröcker vom Gut zur Linden. Außerdem gebe es drei Eingänge und die Zahl der Gartengeräte sei erhöht worden. Nach dem Gebrauch würden deren Griffe desinfiziert. Das Tragen eines Mundschutzes sei bei der Gartenarbeit nicht zwingend vorgeschrieben. „Wir sind ja an der frischen Luft mit genug Abstand“, so Kathrin Bröcker.

Sie freut sich über das Interesse gerade von jungen Familien. Dadurch könne der Nachwuchs spielerisch an das Konzept der gesunden Ernährung herangeführt werden. Auch die kleinen Nutzer müssen sich allerdings an die Abstandsregeln halten und auf ihrer Parzelle bleiben.

Das Motto lautet: „Leben im Einklang mit der Natur“

Zusätzlich zum Spaß am Gärtnern soll das Projekt einen Beitrag zum Leben im Einklang mit der Natur leisten. Das bedeutet auch, die Widrigkeiten von Wind und Wetter zu akzeptieren. Die Hobbygärtner müssen die Bereitschaft zur regelmäßigen Pflege mitbringen. Zwei- bis dreimal in der Woche sollten sie vor Ort sein. Dann wird Unkraut gezupft und das Gemüse gegossen.

„Für mich ist das eine schöne Abwechslung und eine super Möglichkeit zur Selbstversorgung“, sagt Nutzer Jens Blau. Er ist im dritten Jahr dabei. „Die Ernte war bisher immer gut und daraus ergeben sich dann kreative Ideen für neue Rezepte.“

Gemüse angebaut wird in Wuppertal auch zentrumsnah. Ein Beispiel dafür ist der Inselgarten an der Diakoniekirche in Wuppertals Nordstadt. Hier ist eine grüne Oase entstanden, in der die Gartenarbeit im urbanen Umfeld gepflegt wird. „Unsere Hochbeete ermöglichen es, mit ausreichend Abstand voneinander zu gärtnern“, sagt Michael Felstau.

Auch in Solingen gibt es einen Gemeinschaftsgarten. Bauer Bachhausen in Gräfrath arbeitet dazu mit dem bundesweit tätigen Unternehmen „Meine Ernte“ zusammen. Saisonstart dort ist am 9. Mai. Parzellen kosten 229 bis 439 Euro.

Die Selbsterntegärten im Gut zur Linden an der Gruitener Straße in Wuppertal-Vohwinkel sind 25 und 50 Quadratmeter groß und kosten je nach Größe 130 oder 225 Euro für die Saison. Interessierte Nutzer sollten sich vor dem Besuch anmelden. Mehr Informationen:

gut-zur-linden.de

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