Mittelalterliche Festungsmauer

Arbeiten am Schumann-Haus gehen nun weiter

Das ehemalige Haus (2.v.l) in der Bilker Straße 15 von Clara und Robert Schumann. Hier bekommt die Schumann-Sammlung ein Museum, wenn die Bauarbeiten beendet sind. Foto:
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Das ehemalige Haus (2.v.l) in der Bilker Straße 15 von Clara und Robert Schumann. Hier bekommt die Schumann-Sammlung ein Museum, wenn die Bauarbeiten beendet sind.

Archäologische Funde hatten die prominente Baustelle in Düsseldorf blockiert.

Düsseldorf. Die Arbeiten auf der Baustelle rund um die Sanierung und den Umbau des Düsseldorfer Schumann-Hauses mussten vorübergehend ruhen. Grund dafür waren statische Untersuchungen. Sie hatten zusätzliche Maßnahmen nötig gemacht. Unter anderem, weil bei Tiefbauarbeiten auf Reste der historischen Festungsmauer Düsseldorfs zutage getreten waren. Durch den unerwarteten archäologischen Fund mussten die ursprünglich geplanten Arbeiten in Teilen angepasst werden. Die Untersuchungen sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Die Arbeiten am Schumann-Haus werden laut Stadt Düsseldorf schnellstmöglich wieder aufgenommen.

Nach der unerwarteten Entdeckung im Sommer 2020 wurde der archäologische Fund in Absprache mit dem Denkmalschutz zunächst detailliert dokumentiert. Der Fund bedeutet jedoch auch, dass der neue Anbau nun nicht einfach auf den Graben und das Festungsfundament gestellt werden kann. Daher mussten die beteiligten Ingenieure eine geänderte Gründung erarbeiten.

Zwischenzeitlich stehen zudem in Einvernehmen mit dem ehemaligen Mieter die oberen Etagen des Schumann-Hauses der Stadt zur Verfügung. Diese sollen zukünftig für Zwecke des Museums genutzt werden. Das genaue Konzept für die museale Nutzung wird derzeit erarbeitet. Parallel werden ein entsprechender Nutzungsänderungsantrag vorbereitet sowie die zusätzlichen Kosten ermittelt.

Hier schufen Clara und Robert Schumann bedeutende Werke

Im Hintergrund laufen daher die Planungen auf Hochtouren, damit die Arbeiten bald wieder aufgenommen werden können. Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin wird allerdings nicht mehr gehalten werden können. Das Schumann-Haus wird aufwendig denkmalgerecht saniert, erweitert und zu einem lebendigen Erinnerungsort an Clara und Robert Schumann ausgebaut. Das Gebäude ist das einzige in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Wohnhaus der Familie. Clara Schumann war eine der bedeutendsten Pianistinnen ihrer Zeit und trug dazu bei, die heutige Landeshauptstadt als Musikstadt zu prägen. Der städtische Musikdirektor Robert Schumann schuf fast ein Drittel seines kompositorischen Gesamtwerks in Düsseldorf.

Bauarbeiten fördern neue Teile der Festungsmauer zutage

Das zukünftig entstehende Schumann-Haus wird Teile der umfänglichen Schumann-Sammlung der Stadt, die insgesamt rund 1000 Objekte und Konvolute umfasst und zu den bedeutendsten Sammlungen weltweit zählt, öffentlich machen. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hauses belaufen sich auf circa 3,6 Millionen Euro. Die Kosten für die museale Ausstattung in Höhe von 728 000 Euro werden komplett vom Förderverein Schumann-Haus übernommen.

Zum Hintergrund: Die Carlstadt zeigt mit dem Speeschen Garten bis heute oberirdische Teile der Festung, die Düsseldorf ab dem späten 16. Jahrhundert schützte. Unterirdische Reste dieser Festungswerke wurden im Bereich der Bilker Straße vermutet, wobei der historische Festungsgraben meist mit dem Straßenverlauf gleichgesetzt wurde. Die Tiefbauarbeiten für das künftige Schumann-Museum an der Bilker Straße haben hier neue Erkenntnisse zutage gefördert. Der Anbau im Hinterhof, der für das künftige Museum errichtet werden soll, liegt auf einer kleinen Grundstücksfläche, die in der Vergangenheit noch nicht unterkellert wurde.

Mauer stand 14 Meter weiter westlich als bisher vermutet

Unter Begleitung von Archäologen wurde behutsam ausgeschachtet und tatsächlich ein breiter Fundamentstreifen der Festungsmauer gefunden. Dieser liegt parallel zur Bilker Straße, aber 14 Meter weiter westlich als bisher vermutet – und damit im Hof des Schumann-Hauses. Das Schumann-Haus selbst wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert in den alten Festungsgraben gebaut, mit tiefen Fundamenten. Aus Sicht der Stadtgeschichte wird das Bild der Düsseldorfer Festung durch den Fund um einen wichtigen Baustein ergänzt. -step-

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