Aptiv entwickelt Auto der Zukunft

Aptiv präsentiert seine Smart vehicle architecture auf der CES in Las Vegas. Foto: John F. Martin
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Aptiv präsentiert seine Smart vehicle architecture auf der CES in Las Vegas. Foto: John F. Martin

Wuppertaler Unternehmen arbeitet mit Hyundai zusammen. Ziel eines Joint Ventures ist die Serienproduktion autonomer Autos.

Von Andreas Boller

WUPPERTAL Das Coronavirus ist für die Wirtschaftsunternehmen weltweit das bestimmende Thema. Trotz der großen Unsicherheiten, die diese Krise mit sich bringt, werden weiterhin langfristige Projekte verfolgt. So haben die Unternehmen Aptiv, mit Sitz seiner Deutschlandzentrale in Wuppertal, und die südkoreanische Hyundai Motor Group Ende März die Gründung eines Joint Ventures für autonomes Fahren erfolgreich abgeschlossen.

Ziel des 50/50 Joint Ventures ist es, die Mobilität weiterzuentwickeln und insbesondere eine Technologie-Plattform für Robotaxi-Anbieter, Flottenbetreiber und Automobilhersteller bereitzustellen. Dazu greift das Joint-Venture auf das Know-how der Hyundai Motor Group in den Bereichen Design, Engineering sowie Fertigung und auf das Aptiv Know-how für autonome Fahrlösungen zurück.

Autohersteller suchen strategische Partner

Moderne Autos sind mit zahlreichen den Fahrer unterstützenden Systemen unterwegs. Vor große technische Herausforderungen werden die Autohersteller gestellt, wenn es um autonomes Fahren geht, das über das erreichte Level 2 hinausgeht. Von Level 3 bis Level 5 müssten zur Absicherung bei einem Ausfall eines Teilsystems Redundanzen eingebaut werden, was zum Beispiel den Einsatz von Kabeln im Fahrzeug nochmals verdoppeln könnte und eine neue Architektur des Bordnetzes erfordert.

Bei der Entwicklung des autonomen Fahrens sind die Automobilhersteller daher auf strategische Partnerschaften angewiesen. Daimler hat zum Beispiel mit dem Zulieferer Bosch und BMW eine Kooperation vereinbart. Der südkoreanische Konzern Hyundai hat mit Aptiv eine Zusammenarbeit vereinbart, die das Ziel verfolgt, ab 2022 autonomes Fahren gemeinsam zu testen und ab 2024 mit der Serienproduktion autonomer Fahrzeuge zu beginnen. Hyundai Motor, Kia Motors und Hyundai Mobis werden 1,6 Millionen Dollar in die Entwicklung investieren sowie unter anderem für Forschung und Entwicklung weitere 400 Millionen Dollar in das Projekt stecken. Aptiv wird sein geistiges Eigentum und rund 700 Mitarbeiter, die sich auf die Entwicklung skalierbarer Lösungen für das autonome Fahren konzentrieren, einbringen.

Wechsel des Bordnetzsystems ist ein schwieriger Schritt

Aptiv hatte zum Jahresbeginn ein Bordnetz-System bei der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas vorgestellt. „Diese Partnerschaft stärkt die branchenführenden Kompetenzen von Aptiv im Bereich der Entwicklung fortschrittlicher Fahrer-Assistenzsysteme, Vernetzung und Smart Vehicle, erklärte Kevin Clark, Präsident und Chief Executive Officer von Aptiv.

Der Wechsel der Bordnetzarchitektur ist für die Hersteller ein schwieriger Schritt, weil bis zu 120 Steuereinheiten im Fahrzeug verknüpft werden müssen. Ziel ist daher ein ganzheitliches System. Es soll mehr als 120 elektronische Steuergeräte durch einige Zentralrechner im Auto ersetzen. Das spart Kosten bei der Herstellung und Montage von Kabeln, Gewicht und Raum. Die Architektur des Bordnetzes ist einer der Schlüssel zur Entwicklung des Autos der Zukunft. Und daher ist Aptiv als strategischer Partner gefragt.

Bei Testfahrten in Wuppertal ist noch ein Sicherheitspilot an Bord

Unabhängig von dem Joint Venture läuft die Vor- und Produktentwicklung für autonome Fahrsysteme am Aptiv Entwicklungsstandort Wuppertal mit Schwerpunkt auf sogenannte „Enablertechnologien“, darunter sind Computingsysteme, Software für Künstliche Intelligenz, Sensortechnik, elektronische Kfz-Bordnetze zu verstehen. Der technische Fortschritt, den die Aptiv-Ingenieure in Wuppertal und auch am oberbergischen Standort Wiehl auf diesen Gebieten erzielen, spielt bei der Ausrüstung neuer Fahrzeuge mit aktiven Assistenzsystemen eine wichtige Rolle – ist also relevant für die Verkehrssicherheit.

Regelmäßig finden auf Wuppertaler Straßen Fahrten mit autonom fahrenden Prototypen statt – wenn auch mit einem Sicherheitspiloten auf dem Fahrersitz und Ingenieuren an Bord.

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