Nachtbürgermeister soll für Abhilfe sorgen

Anwohner sammeln Unterschriften gegen Partys

2023 soll der Deweerth’sche Garten umgestaltet werden. Die Planung habe laut Anwohnern nichts mit den Partys zu tun. Archivfoto: Stefan Fries
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2023 soll der Deweerth’sche Garten umgestaltet werden. Die Planung habe laut Anwohnern nichts mit den Partys zu tun.

Wuppertal. Ausufernde Feiern sorgen für Probleme im Deweerth’schen Garten in Wuppertal.

Von Manuel Praest

„Rettet den Deweerth’schen Garten“ hat eine Anwohnerin ihre Aktion genannt – und mehr als 400 Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: Noch deutlicher auf die Problematik der ausschweifenden nächtlichen Partys hinzuweisen und vor allem von der Stadt Lösungen zu fordern.

„Wir werden nachts im Schlaf gestört durch Brüllen, Grölen, Kreischen, Gesang und durch zunehmende Beschallung mit Musikanlagen.“

Anwohnerin

Auf ebenjene ist die Initiatorin aber jetzt nicht mehr gut zu sprechen. Die Verwaltung lehnte es nämlich ab, die Unterschriften an einem offiziellen Termin entgegenzunehmen. „Die wollen mich abwimmeln“, ist die Anwohnerin sauer – und erhält Rückendeckung von Bezirksbürgermeister Thomas Kring (SPD), der die Begründung aus dem Rathaus ebenfalls nicht nachvollziehen kann.

Vonseiten der Stadt heißt es, dass man sich für das Engagement der Bürgerin bedanke, für eine Übergabe oder ähnliches aber keine Notwendigkeit sehe. Die Unterschriften und Anregungen würden aber selbstverständlich in den Prozess zur Umgestaltung des Deweerth’schen Gartens – Baustart soll 2023 sein – einfließen. Kontakt mit der Initiatorin hatte deshalb auch das Ressort Bürgerbeteiligung aufgenommen.

„Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das sind zwei völlig getrennte Paar Schuhe“, fragt aber nicht nur Kring. Die Umgestaltung sei wichtig, keine Frage. Auch, dass die Bürger in die Planungen eingebunden werden. Aber das Problem der nächtlichen Partys lasse sich nicht durch bauliche Veränderungen lösen. „Außer man macht den Park so unattraktiv, dass sich da niemand mehr aufhalten will“, sagt Kring – nicht ganz ernst gemeint. Zudem dauere es ja noch, bis es überhaupt losgeht.

Für die Initiatorin reicht es jetzt. „Wir werden nachts im Schlaf gestört durch Brüllen, Grölen, Kreischen, Gesang und durch zunehmende Beschallung mit Musikanlagen“, hatte sie in einem Flugblatt geschrieben. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Zuletzt sei noch eine Bekannte im Park angegangen worden. Die Polizei berichtete zwar zuletzt, dass die Situation rund um den „Dewi“ nicht besonders auffällig sei. Die Verwaltung wiederum räumte aber ein, dass der subjektive Eindruck vor Ort durchaus ein anderer sein kann.

Kring will das Thema jetzt noch einmal in die Bezirksvertretung bringen. Seine Fraktion hatte bereits in der letzten Sitzung der BV ein Konzept für Sicherheit und Ordnung gefordert. CDU und Grüne wiederum setzen auf das Konzept des Nachtbürgermeisters. Dass sich etwas tun muss, diese Einschätzung teilt Kring. Dem Wunsch der Anwohnerin, den „Dewi“ nachts einzuzäunen und damit zu sperren, erteilt er aber eine Absage. „Man soll nie nie sagen. Aber das kann ich mir weder optisch noch praktisch vorstellen.“

Dass sich die Situation in und rund um den Deweerth’schen Garten während der Pandemie verschlechtert hat, bestätigt der Eigentümer des Häuserblocks zwischen Park und Friedrich-Ebert-Straße. Dort befindet sich unter anderem ein Ärztehaus. Aber auch sein Pächter, der Betreiber des Restaurants Il Ghiotto könne ein Lied davon singen, was teilweise schon tagsüber, vor allem aber spätabends und nachts im „Dewi“ los ist. Zu Hunderten seien junge Leute dort unterwegs, feierten und hinterließen „fürchterlich viel Dreck“, erzählt der Wuppertaler. „Und wenn es regnet, sind sie in unsere Passage gegangen und haben da weitergemacht.“ Deshalb habe er schon den Wachdienst verstärkt, „damit die nicht allzu viel Unsinn machen“.

Gespannt ist er, ob ein Nachtbürgermeister für Abhilfe sorgen könnte. „Ob der dann auch wirklich nachts unterwegs sein wird?“, fragt er. Aber dass eine Person die Interessen der Anwohner vertreten würde, fände er schon gut. „Man muss das vielleicht mal ausprobieren.“ Schließlich ginge es schon nachmittags mit dem Betrieb los.

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