Staatsschutz ermittelt

Anschlag auf Büro von SPD-Politiker Helge Lindh

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Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag einen Anschlag auf das Wahlkreisbüro des Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Helge Lindh verübt.

Unbekannte haben in der Nacht auf Donnerstag einen Anschlag auf das Wahlkreisbüro des Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Helge Lindh verübt.

Wuppertal. Sie warfen nach Angaben des SPD-Politikers mit drei Pflastersteinen die Scheibe des Ladenlokals an der Obergrünewalder Straße ein. Jetzt ermittelt der Staatsschutz, wie die Polizei bestätigt.

Nachbarn hatten, so Lindh, noch zwei Männer weglaufen sehen und die Polizei informiert. Die wiederum rief Lindh an, der noch in der Nacht ins Luisenviertel kam. „Manchmal bin ich auch noch spätabends im Büro. Diesmal zum Glück nicht. Vom Sachschaden her ist das bislang das negative Highlight“, so der Wuppertaler, der aufgrund seiner Position beim Thema Flüchtlings- und Asylpolitik immer wieder in der Vergangenheit ins Fadenkreuz vor allem rechter Kreise geriet. Auch sein Büro war bereits betroffen. Ein Bekennerschreiben gebe es aktuell aber noch nicht, so Lindh am Donnerstagmorgen gegenüber unserer Zeitung. „Es sieht aber nicht nach Zufall aus.“

Diesmal sei es den Tätern offenbar darum gegangen, „so viel Schaden wie möglich anzurichten“. Die Scheibe sei dort eingeworfen worden, „wo normalerweise meine Mitarbeiterin sitzt“, so Lindh. In Mitleidenschaft wurde aber auch ein Waschbecken gezogen. Zudem warfen die Unbekannten auch noch Gläser mit Tinte ins Büro.

„An diejenigen, die heute einen Anschlag auf mein Büro verübt haben: Ihr kriegt mich nicht klein. Ihr seid eine Schande für die Demokratie, für Wuppertal und für dieses Land. Eure Gewalt ist erbärmlich und in der Corona-Krise umso erbärmlicher“, schrieb Lindh auf seiner Facebook-Seite.

In der Vergangenheit hatte Lindh sogar bereits Morddrohungen erhalten. Attacken würden immer dann einsetzen, wenn er im Bundestag zum Thema Asylpolitik spreche, hatte er noch im Februar im WDR-Talk „Ihre Meinung“ mit Bettina Böttinger erklärt. „Wenn ich zu sehr daran denke, bin ich nicht mehr frei.“ Er wolle auf jeden Fall darauf achten, sein Verhalten nicht zu verändern, sagte er damals. Daran wolle er auch jetzt festhalten. est

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