Bergisches Wahrzeichen

Alte Schwebebahn wird Teil einer Firmen-Ausstellung

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Drei Transporter waren nötig, um die Schwebebahn nach Olpe zu bringen.

WUPPERTAL AOS Stahl aus Olpe hat sich einen Wagen der Baureihe 1972 gesichert. Künftig sollen darin Produkte präsentiert werden.

Von Daniel Diekhans

Diese Aktion sorgte für spektakuläre Bilder. Drei Tieflader fuhren vergangenen Donnerstag auf dem Parkplatz der Schwebebahn-Werkstatt in Vohwinkel vor. Nicht weniger spektakulär war der Grund der Aktion – der Abtransport eines ausrangierten Schwebebahnwagens in Blau und Orange. Ziel seiner Reise war das 80 Kilometer entfernte Olpe. Dort kann man sich den Wagen künftig auf dem Gelände des Unternehmens AOS Stahl anschauen.

Die Firma, die Metallzäune und -tore herstellt, hat unter vielen anderen Bewerbern den Zuschlag für den Wagen der Bauart 1972 erhalten. Seine neue Bestimmung steht bereits fest. In Olpe wird er an ein extra gefertigtes Gerüst gehängt, das mindestens fünf Meter hoch sein soll.

„Wir wollen unseren Kunden das Schwebegefühl bieten“, erklärte Tim Kurbjuhn, der die Abholaktion für AOS mit der Fotokamera begleitete. Mehr noch: Der Schwebebahnwagen soll nicht für sich bleiben, sondern Teil einer Ausstellung mit Firmenprodukten werden. Geplant ist eine „Erlebniswelt“, für die auf dem 40 000 Quadratmeter großen AOS-Areal – neben Lager, Verwaltung und einem Bereich für Selbstabholer – noch genug Platz ist. Auf der freien Fläche werden Mustergärten die neuesten Tore und Zäune präsentieren. „Als wahres Highlight thront die Schwebebahn darüber“, sagte Kurbjuhn. „Unsere Besucher haben so die Möglichkeit, alles aus der Vogelperspektive zu betrachten.“ Werbewirksam sei die Aktion sowieso. „Unser Frühjahrsgeschäft läuft bereits, und eine eigene Schwebebahn kommt uns wie gerufen.“ 

Für den Transport wurde der Wagen zerlegt

Zunächst aber musste der Schwebebahn-Transport über die Bühne gehen. Schon die Vorarbeiten hatten es in sich. Denn der 1972er Gelenkwagen hat eine Länge von 24 Metern und ein Gewicht von 22 Tonnen. Um ihn sicher auf und über die Autobahn zu bringen, hatte ein Team der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) den Wagen in Vohwinkel vorab vom Gerüst genommen und zerlegt.

Wer am Donnerstagmorgen die Werkshalle betrat, sah drei großzügig auf den Raum verteilte Einzelteile. Dass sie zusammengehörten, war auf den ersten Blick am frisch angebrachten AOS-Logo zu sehen. Zwischen Vorder- und Hinterwagen stand das Mittelstück mit dem Drehgestell, welches sonst das Fahren in und aus der Kurve erlaubt.

Der Vorderwagen hing bereits unter der Decke, um den ersten Tieflader darunter zu stellen. Vorsichtig musste dieser im Rückwärtsgang über den Hof und in die Halle einfahren. Die WSW-Mitarbeiter platzierten Stützen aus Holz auf der Ladefläche, bevor die Schwebebahnhälfte heruntergelassen wurde. Daniel Lopata von AOS, Fahrer und Helfer der Spedition verstärkten die Mannschaft.

Gemeinsam musste ein großes Hindernis genommen werden. Denn für die Schwebebahnhälfte war die Ladefläche knapp bemessen. Die Lösung war handfest. Das Wagengehäuse wurde leicht nach oben in die Diagonale gekippt, Haltegurte sicherten die Stabilität. Um ganz sicher zu gehen, wurde aus dem Inneren entfernt beziehungsweise fixiert, was während des Transports in Bewegung hätte geraten können. Als der erste Tieflader die Halle verließ, konnten Nr. 2 und Nr. 3 nacheinander seinen Platz einnehmen und sich fertig beladen auf den Weg nach Olpe machen.

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