Ladenlokal

Ali Topbas verlässt den beliebten Kiosk am Ölberg

Eine beliebte Adresse im Szeneviertel: Der Eckkiosk von Ali Topbas – er wohnt in Remscheid. Foto: Ali Topbas
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Eine beliebte Adresse im Szeneviertel: Der Eckkiosk von Ali Topbas – er wohnt in Remscheid.

Langjähriger Betreiber wohnt in Lüttringhausen – Neue Inhaber nach Sanierung

Von Valentin Schneider

Wuppertal. Das Ladenlokal an der Ecke Charlottenstraße/Hedwigstraße wirkt kahl: Keine Chips, Süßigkeiten oder Schokoriegel gehen über die Theke, das Zeitschriftenregal ist geräumt, auch Getränkekästen sind verschwunden.

Viele Jahre war der Kiosk am Ölberg eine Institution im Quartier. Einen Kiosk gibt es dort schon seit Jahrzehnten. Der gebürtige Berliner Ali Topbas übernahm das Ladenlokal im Mai 2015 von einem verstorbenen Freund, der das Geschäft seinerseits seit 2007 geführt hatte. Früher soll hier sogar mal ein Kolonialwarengeschäft gewesen sein, sagt Topbas. Nun gibt es „Alis Kiosk“, wie viele den Laden von Topbas liebevoll nannten, nicht mehr.

Zumindest nicht wie zuvor, denn die 40 Quadratmeter große Fläche wird aktuell von neuen Eigentümern saniert. Der alte Inhaber hatte den Kiosk vor anderthalb Jahren verkauft, erzählt Topbas. Nun ist seit dem 1. Juli der neue Vertrag gültig. Topbas spielte in den Plänen der neuen Besitzer aber keine Rolle. Ihm gefiel bei der Übernahme durch die neue Eigentümerin vor allem die Art und Weise des Umgangs mit ihm nicht. Seiner Aussage nach wurde er vor vollendete Tatsachen gestellt, es habe diverse Rechtsstreitigkeiten gegeben, sagt er.

Kiosk-Inhaber: ein 60-Stunden-Job

„Allerdings wollte ich den Kiosk selbst schon länger loswerden“, bekennt Topbas. Denn er hat kürzlich in Remscheid-Lüttringhausen ein Fachwerkhaus für sich und seine Familie erworben. Dort mussten etwa aufwendige Sanierungsarbeiten erledigt werden, erzählt er. Zudem sei es sehr schwierig gewesen, ständig zwischen Remscheid und Wuppertal zu pendeln. Schließlich sei die Führung eines Kiosks ein 60-Stunden-Job, sagt er. Außerdem hätte er zwar die Möglichkeit gehabt, den Kiosk für 80 000 Euro zu erwerben. „Jedoch war der Zustand eine Zumutung, weshalb dieser jetzt auch von den neuen Inhabern saniert werden muss“, sagt Topbas und ergänzt: „Zu den Ausgaben für den Kaufpreis hätte ich dann noch bestimmt 200 000 Euro für die anstehenden Ausbesserungen bezahlen müssen“.

Neben dem Kostenfaktor spielt zudem seine persönliche Gesundheit eine Rolle. Topbas berichtet von Schlaflosigkeit, und auch die Pandemie hat ihm geschadet: So ging durch „Homeschooling“ rund ein Drittel des Umsatzes verloren.

Besonders ehemalige Schüler des Sankt-Anna-Gymnasiums bedauern den Verlust des traditionellen Kiosks von Ali Topbas und blicken wehmütig zurück. So zum Beispiel Anna Dohmen, die 2017 an St.-Anna ihr Abitur gemacht hat. „Alis Kiosk“ hat sie durch die Schulzeit begleitet, berichtet sie. „Anfangs kauften wir dort gemischte Süßigkeiten-Tüten oder Kratzeis, im Laufe der Schulzeit auch Energydrinks und in der Oberstufe dann Bier“, erinnert sie sich.

Für Topbas steht eins fest: Einen Kiosk möchte er nie wieder führen – trotz der durchweg guten Resonanzen seiner Kunden. In seinem Fachwerkhaus in Remscheid plant er hingegen, bald einen Gastronomiebetrieb zu eröffnen.

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